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Ökumenisches Heiligenlexikon

Paulus der Diakon

auch: Papylus

Gedenktag katholisch: 13. April

Name bedeutet: der Kleine (griech.)

Gelehrter, Mönch
* um 720/724 im Friaul in Italien
† um 799 auf dem Kloster Montecassino bei Cassino in Italien


Paulus stammte wohl aus einem Adelsgeschlecht der Langobarden. Er war Lehrer und trat nach dem Fall des Langobardenreiches vor 774 ins Benediktinerkloster auf dem Montecassino ein. Um die Freilassung seines wegen der Beteiligung an einem Aufstand gefangenen Bruders zu erlangen, reiste 782 er nach Aachen an den Hof zu Karl dem Großen; der gewährte seine Bitte mit der Auflage, dass Paulus an seinem Hof verbleibe; er wirkte dort als Dichter, Theologe und Geschichtsschreiber. Paulus' Hauptwerk ist die Geschichte der Langobarden von 568 bis 744, aus seiner Feder stammt auch eine Geschichte des römischen Reiches bis hin zu Kaiser Justinian I., die Geschichte der Bischöfe von Metz sowie eine Lebensbeschreibung des Papstes Gregor „des Großen”. Paulus erarbeitete sich hohes Ansehen. 787 konnte er auf den Montecassino zurückkehren. Erhalten sind auch Predigtsammlung, Briefe, Gedichte und Grabinschriften.

Worte des Heiligen

Paulus’ Loblied auf den heiligen Benedikt ist auf Grundlage der von Papst Gregor „dem Großen” erstellten Lebensbeschreibung in Versen verfasst. Der Historiker dichtet:

Brüder, kommt frohen Mutes, lasst uns mit gemeinsamem Lobgesang
die Freuden dieses hehren Festes genießen.
An diesem goldumglänzten Tag stieg unser Vater, der den engen Weg uns zeigt,
empor zum himmlischen Reich, um den Lohn für seine Mühen in Empfang zu nehmen.

Er strahlte auf wie ein neues Gestirn und verscheuchte die Nebel dieser Welt.
Mitten auf der Schwelle zum Alter eines Mannes verachtete er die Verlockungen der Zeit.
Machtvoll an Wundern, angehaucht vom Höchsten,
erglänzte er durch Zeichen und kündete seiner Zeit, was kommen sollte.

Um noch vielen Essen zu verschaffen, stellte er das Sieb für den Weizen wieder her,
er suchte die Enge der Höhle auf und löschte das Feuer [der Leidenschaft] mit [des Geistes] Feuer.
Er zerbrach das Giftgefäß mit der Waffe des Kreuzes.
Seinen unsteten Geist hielt er in Schranken, indem er maßvoll seinen Körper geißelte.
Aus dem Felsen strömt das Wasser. Aus des Wassers Tiefe kehrt die eiserne Klinge zurück.
Der Knabe entgeht dem Tod durch den Umhang [des Abtes].
Das verborgene Gift wird offenbar und der Rabe folgt seinem Befehl.

Der Einsturz des Balkons zermalmte den Feind, und der brüllende Löwe wich verdrießlich.
Der unbewegliche Stein wird leicht zu heben, das unwirkliche Feuer schwindet.
Der zermalmte Knabe wird wieder gesund, die Regelübertretung Abwesender wird off enkundig.

Du schlauer König, du wirst ertappt. Du ungerechter Besetzer, du fliehst.
Zukunft, du wirst im Voraus erkannt; du Herz, du kannst das Geheime nicht verbergen.
Aufgrund von Traumgesichten wird ein Kloster errichtet. Die Erde speit tote Leiber aus.
Durch einen Drachen wird der Flüchtige zurückgehalten. Der Himmel lässt Münzen regnen.
Glas hält Felsenklippen stand. Das Fass fl ießt über von Öl.

Ein Blick löste die Fesseln [eines Unschuldigen]. Tote erlangen das Leben wieder.
Doch ein so mächtiges großes Licht wird vom Gebet der Schwester besiegt
– je mehr einer liebt, desto mehr vermag er –,
er sieht ihre Seele in den Himmel schweben.
Ein Lichtschein, wie er Jahrhunderte zuvor nicht gesehen wurde, erstrahlt mitten in der Nacht.
In seinem Licht schaut er den ganzen Erdkreis, und wie ein Frommer auf Flammen zum Himmel fährt.

Unter all diesen Wundern erglänzte er mit seiner Schrift, süß wie Nektar.
Denn er entwarf passend für die, die ihm folgten, ein Bild heiligen Lebens.
Du mächtiger Führer für deine Schüler, sei deiner seufzenden Herde nahe.
Sie wachse an Gutem und hüte sich vor der Schlange, auf dass sie dir auf deinem Pfade folge!

Quelle: Karl Neff: Die Gedichte des Paulus Diaconus. Kritische und erklärende Ausgabe, Quellen und Untersuchungen zur lateinischen Philologie des Mittelalters, 3. Bd., 4. H., München 1908, S. 35 - 37

Zitat von Paulus dem Diakon:

Adam brachte durchs Holz den Tod in die Welt,
durchs Holz vertrieb Christus den Tod aus der Welt.
Dein Kreuz, du machtvoller Christus,
sei durch diese Hürden ein Schutz,
dass nicht der Wolf heimtückisch auf die Herde losgehen kann.
Dein Kreuz, König der Könige, Christus,
beschütze diesen Schafstall,
damit nicht der Löwe grausam die Schafe reißen kann.
Dein Kreuz, Licht des Lichtes, schütze diesen Pferch,
damit nicht die Schlange unheilvolles Gift verspritzen kann.

Quelle: Karl Neff: Die Gedichte des Paulus Diaconus. Kritische und erklärende Ausgabe, Quellen und Untersuchungen zur lateinischen Philologie des Mittelalters, 3. Bd., 4. H., München 1908, S. 22

zusammengestellt von Abt em. Dr. Emmeram Kränkl OSB,
Benediktinerabtei Schäftlarn,
für die Katholische SonntagsZeitung

Catholic Encyclopedia

  Schriften von Paulus und seine Lebensgeschichte gibt es online zu lesen in den Documenta Catholica Omnia.

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Autor: Joachim Schäfer - zuletzt aktualisiert am 07.10.2019

Quellen:

• https://www.katholische-sonntagszeitung.de/content/download/61808/162717/version/1/file/SZD_epaper_14_78494.pdf

korrekt zitieren: Joachim Schäfer: Artikel
Die Deutsche Nationalbibliothek verzeichnet das Ökumenische Heiligenlexikon in der Deutschen Nationalbibliografie; detaillierte bibliografische Daten sind im Internet über http://d-nb.info/1175439177 und http://d-nb.info/969828497 abrufbar.