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Ökumenisches Heiligenlexikon

Maria Restituta Kafka

Taufname: Helene

Gedenktag katholisch: 30. März
nicht gebotener Gedenktag im Bistum Wien: 29. Oktober

Name bedeutet: M: die Beleibte / die Schöne / die Bittere / die von Gott Geliebte (aramäisch)
R: die Wiederhergestellte (latein.)
H: die Leuchtende (griech.)

Nonne, Märtyrerin
* 1. Mai 1894 in Hussowitz, heute Stadtteil Husovice von Brno / Brünn in Tschechien
† 30. März 1943 in Wien in Österreich


Maria Restituta als Krankenschwester mit ihrer weißen Dienstkleidung um 1940
Maria Restituta als Krankenschwester mit ihrer weißen Dienstkleidung um 1940

Helene Kafka wurde als Tochter eines Schusters und einer Blumenmacherin geboren. Als sie zwei Jahre alt war, zogen ihre Eltern nach Wien. In ihrer Jugend war sie geplagt von Stottern, was durch langes Schweigen geheilt werden konnte. Sie war dann als Köchin, schließlich als Hilfspflegerin im von den Franziskanerinnen von der christlichen Liebe, den Hartmannschwestern, betreuten Krankenhaus im Wiener Stadtteil Lainz tätig. Im Alter von 19 Jahren trat sie - trotz des Widerstandes ihrer Eltern - mit dem Ordensnamen Maria Restituta in den Orden ein, 1916 legte sie ihre Profess ab. Nach einer Zeit in der chirurgischen Abteilung des Krankenhauses in Neunkirchen in Niederösterreich war sie als Operationsschwester im Krankenhaus in Mödling bei Wien tätig. Als Schwester Resoluta trat sie dort für Recht und Ordnung ein, was ihr manche Eifersüchteleien und in den Reihen kirchenkritischer Ärzte auch Gegnerschaft eintrug, wo sie aber auch durch ihre Freundlichkeit beliebt wurde. Sie gab die Liebe, die sie von Gott her gespürt hat, an die Menschen weiter; dabei war es ihr egal, ob jemand Christ oder Jude war oder welche politische Auffassung er hatte.

Nach dem Anschluss Österreichs und der Machtübernahme durch die Nationalsozialisten 1938 ließ Maria Restituta sich weiterhin nicht den Mund verbieten und handelte, wie es ihr recht erschien: So führte sie heimlich ein Kind zur Taufe und widersetzte sich den Anweisungen der Nazis zur Abnahme der Kruzifixe im Krankenhaus. Als sie eine Sekretärin bat, ein Gedicht und ein Flugblatt der Widerstandsgruppe Weiße Rose abzutippen, in dem sie unter anderem lästerte: Sie befreiten uns und eh' man's glaubt, hatten sie uns ausgeraubt, wurde sie durch den SS-Arzt Lambert Stumfohl denunziert. Am Aschermittwoch 1942 wurde sie wegen Vorbereitung zum Hochverrat in ihrem Krankenhaus abgeholt und in Haft genommen. Der Volksgerichtshof in Wien verurteilte sie am 29. Oktober 1942 zum Tod. In der Nacht vom 29. auf den 30. März wurde Maria Restituta enthauptet. Sie starb als die - neben Edith Stein - einzige Ordensfrau im sogenannten Großdeutschen Reich; die zahlreichen anderen Ordensfrauen, die den Nazis - vor allem in Polen - zum Opfer fielen, waren keine Bürgerinnen des Dritten Reiches

Kanonisation: Am 21. Juni 1998 wurde Maria Restituta Kafka während des Österreich-Besuchs von Papst Johannes Paul II. seliggesprochen.

Alfred Hrdlicka: Büste von Maria Restituta, 2009, im Stefansdom in Wien
Alfred Hrdlicka: Büste von Maria Restituta, 2009, im Stefansdom in Wien. Auf ihrer Brust stehen die Namen von sechs kommunistischen Widerstandskämpfern, die gemeinsam mit Restituta am 30. März 1943 hingerichtet wurden.

  Der Verein zur Förderung des Einsatzes für Menschenwürde und Menschenrechte im Sinn der seligen Krankenschwester Maria Restituta - Helene Kafka stellt auf seiner Homepage eindrücklich das Wirken von Maria Restituta und ihr Martyrium dar.

Martyrologium Romanum Flori-Legium





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Autor: Joachim Schäfer - zuletzt aktualisiert am 25.02.2015
korrekt zitieren:
Joachim Schäfer: Artikel
Die Deutsche Nationalbibliothek verzeichnet das Ökumenische Heiligenlexikon in der Deutschen Nationalbibliografie; detaillierte bibliografische Daten sind im Internet über http://d-nb.info/969828497 abrufbar.

Quellen:

• Lexikon für Theologie und Kirche, begr. von Michael Buchberger. Hrsg. von Walter Kasper, 3., völlig neu bearb. Aufl. Bd. 4. Herder, Freiburg im Breisgau 1995
• Ekkart Sauser. In: Friedrich-Wilhelm Bautz †, Traugott Bautz † (Hg.): Biographisch-Bibliographisches Kirchenlexikon, Bd. XIV, Herzberg 1998