Telchildis von Jouarre
auch: Théodechilde, Teclechildis, Telechildis, Theodolechedis, Teutechild
Gedenktag katholisch: 10. Oktober
Übertragung der Gebeine: 14. Oktober
Name bedeutet: ???
Telchildis stammte aus dem Geschlecht der Merowingerkönige und war eine Tochter von Belfride (Betton) und der Aye, der Schwester des Bischofs Agilbert von Paris und Schwiegermutter von Ado von Jouarre. Von Kolumban dem Jüngeren wurde sie im geistlichen Leben unterricht, trat ins Kloster in Faremoutiers ein und wurde dan zur ersten Äbtissin des damaligen Männer- und Frauenklostes an der Kirche Notre-Dame in Jotrum - dem heutigen Jouarre - berufen, das um 630 von ihrem Onkel Ado von Jouarre, einem Verwandten von Fara, gegründet wurde. Telchildis stand beiden Teilen ihres Klosters vor; dem Kloster, das zunächst der Regel von Kolumban folgte, gab sie die Benediktinerregel.
1627 wurden Telchildis Gebeine feierlich erhoben. Nun ruhen sie in der Kirche Saint-Pierre-Saint-Paul in Jouarre. Die Krypta Saint-Paul an der Kirche Notre Dame - die älteste merowingische Krypta, eine der ersten in Europa - beherbergt neben den Särgen anderer Familienangehöriger - darunter ihres Bruders Agilbert von Paris - den kostbaren Steinsarg der Telchildis. Seine Dekoration bildet die Aneinanderreihung immer gleicher Muschelschalen, Symbole des den Menschen vor der Auferstehung umschließenden Grabes. Die umlaufende lateinische Inschrift hebt die Verdienste der ersten Äbtissin hervor.
Das Kloster in Faremoutiers wurde Ende 1792 in der Französischen Revolution aufgehoben, die Kirche Saint Sulpice wurde Pfarrkirche, die Abteigebäude Militärkaserne, danach verkauft. 1930 siedelten sich Benediktinerinnen wieder einem Gebäudekomplex an der Stelle der früheren Abtei an und errichteten die heutigen Abtei. Das Kloster Notre-Dame in Jotrum nahm bald schon die Benediktinerregel an und wurde später ein reines Frauenkloster. Während der Französischen Revolution wurden die Nonnen 1792 vertrieben, die Kirche wurde Stein für Stein verkauft. Im 19. Jahrhundert wurde die Abtei wieder durch Benediktinerinnen belebt und ist bis heute bewohnt.
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Autor: Joachim Schäfer
- zuletzt aktualisiert am 17.04.2026
Quellen:
• Vollständiges Heiligen-Lexikon …, 5. Band: Q-Z. Herausgegeben von Johann Evangelist Stadler, Fortgesetzt
von J. N. Ginal, B. Schmid'sche Verlagsbuchhandlung (A. Manz), Augsburg, 1882
• http://www.wernernolte.de/jouarre.html - nicht mehr erreichbar
• http://www.atome77.com/villes/commune/237/jouarre.htm - nicht mehr erreichbar
• https://www.amisaintcolomban.org/attachments/File/Patrimoine_colombanien/saints_2/77_Theodechilde.pdf - abgerufen am 16.04.2026
• https://fr.wikipedia.org/wiki/Abbaye_de_Faremoutiers - abgerufen am 22.02.2025
korrekt zitieren: Joachim Schäfer: Artikel
Die Deutsche Nationalbibliothek verzeichnet das Ökumenische Heiligenlexikon in der
Deutschen Nationalbibliografie; detaillierte bibliografische Daten sind im Internet über
https://d-nb.info/1175439177 und https://d-nb.info/969828497 abrufbar.