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Ökumenisches Heiligenlexikon

Ursula Haider

auch: von Leutkirch, von Villingen

Gedenktag katholisch: 20. Januar

Name bedeutet: kleine Bärin (latein.)
oder:
kleines Schlachtross (german.)

Äbtissin in Valdunen und Villingen, Mystikerin
* 1413 in Leutkirch im Allgäu in Baden-Württemberg
† 20. Januar 1498 in Villingen in Baden-Württemberg


Ursula war Vollwaise, zunächst erzogen von ihrer Großmutter mit Unterstützung von Frauen aus der Gemeinschaft der Tertiarinnen in Leutkirch. 1422 kam sie in das durch Elisabeth bekannt gewordene Kloster in Reute bei Bad Waldsee. 1431 wurde Ursula Nonne bei den Klarissen im Kloster Valduna - heute ein Landeskrankenhaus in Rankweil in Vorarlberg. Ab 1449 wurde sie dort zur Äbtissin gewählt. 1479 beschloss der Rat der Stadt Villingen, das Kloster St. Klara zu reformieren, aus der bis dahin relativ ungebundenen Frauenkommunität des 3. franziskanischen Ordens ein strenges Klarissenkloster zu machen und Ursula mit dieser Aufgabe zu betrauen. 1480 kam sie zusammen mit sieben ihrer Schwestern aus Valduna in dieses Kloster - das heutige Kloster Bicken, das nun ein Kloster der Ursulinen und ein Schulzentrum mit Gymnasium und Realschule beherbergt. Von den sieben Tertiarinnen blieb nur eine. Ursula reformierte das Kloster mit ihrer mystischen Begabung im Sinne von Heinrich Seuse; besonderen Wert legte sie dabei auf Gottesdienst und Chorgebet.

Im Mittelpunkt von Ursulas Mystik, die aus erhaltenen geistlichen Unterweisungen und Neujahrsansprachen hervorgeht, stand der Gedanke der Nachfolge Christi, besonders im seinem Leiden. Ihren Mitschwestern empfahl sie eine vertiefte Betrachtung der Passion und wandelte dazu verschiedene Einrichtungen des Klosters zum Gedenken an die heiligen Stätten in Israel um; viele religiöse Kunstwerke, die das Kloster heute noch besitzt, gehen in ihrer Entstehung auf diess Wirken von Ursula Haider zurück. Als Papst Innozenz VIII. für kurze Zeit Ablässe gewährte, die sonst nur auf Pilgerreisen ins Heilige Land oder nach Rom gewonnen werden konnten, bemühte sich Ursula Haider diese Heilthümer auch für ihr Kloster zu erlangen, was sie 1491 erreichte; als erster Konvent erhielt der ihre diesen Kreuzwegablass. Von ursprünglich 210 im ganzen Haus verteilten steinernen Ablasstafeln, die nach Entwurf von Ursula Haider gefertigt worden waren, sind heute noch etwa 70 erhalten. Gerühmt wird auch, Ursula habe in ihrer Zeit in Villingen zweimal Sturm und Ungewitter abgewehrt.

Kloster Bicken in Villingen heute
Kloster Bicken in Villingen heute

1491 war die Zahl der Schwestern auf 31 angewachsen. Als Ursula starb, hinterließ sie in Villingen ein wohl geordnetes Kloster, dessen Konvent einen hervorragenden Ruf ob seines religiösen Lebens und auch in handwerklicher Hinsicht hatte. Die Schwestern verstanden sich auf Schreibkunst, Leinenweberei und alle Arten von Nadelarbeit, auf die Herstellung von Kräuterheilmitteln und das Backen von Lebkuchen.

Ursulas Leichnam ruht in der Kirche des Klosters Bicken in Villingen.

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Autor: Joachim Schäfer - zuletzt aktualisiert am 22.01.2018

Quellen:
• Vera Schauber, Hanns Michael Schindler: Heilige und Patrone im Jahreslauf. Pattloch, München 2001
• http://www.st-ursula-villingen.de/Ursula_Haider/ursula_haider.html

korrekt zitieren: Joachim Schäfer: Artikel
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