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Ökumenisches Heiligenlexikon

Viktoria Hecht

volkstümlich: Viktörle

Gedenktag katholisch: 17. Februar

Name bedeutet: die Siegerin / nach der römischen Göttin für den Sieg (latein.)

Dulderin, Tertiarin
* 17. Dezember 1840 in Haller, Ortsteil von Wolpertswende in Baden-Württemberg
† 17. Februar 1890 in der Gangolf-Kapelle in Wolpertswende in Baden-Württemberg


Viktorias Elternhaus in Haller
Viktorias Elternhaus in Haller

Viktoria, Tochter von Vinzenz Hecht und seiner Frau Genovefa geb. Gessler, war das vierte von 15 Kindern, von denen acht überlebten. Nach ihrer Schulentlassung 1854 diente sie bis 1863 als Magd auf verschiedenen Bauernhöfen, wobei sie im Alter von 17 Jahren schwer stürzte, eine Gehirnerschütterung erlitt und mehrere Stunden lang bewusstlos war. Ein Jahr danach fiel sie von einem umstürzenden Heuwagen und litt in der Folge unter Mattigkeit und konnte nur noch eingeschränkt arbeiten; 1863 kehrte sie völlig arbeitsunfähig in ihr Elternhaus zurück. Sie litt unter Kopfschmerzen, Krämpfen, ihre rechte Körperhälfte schwoll an, eine Geschwulst drückte auf ihren Magen und sie fand nur selten in den Schlaf; ab dem Sommer 1868 nahm sie keine Nahrung zu sich. Völlig geschwächt erschien sie dennoch eines Tages bei der Frühmesse in der Gangolf-Kapelle, danach wurden ihr verschiedene Schauungen von Ereignissen aus der Region zuteil. Während ihr Vater im Februar 1869 eine Wallfahrt zum Grab der Elisabeth von Reute unternahm, bat sie zuhause ihre Mutter um Brot und Kaffee und aß in großer Menge. Am 13. August deselben Jahres zeigten sich an Händen und Füßen sie Wundmale Jesu und am Kopf die Wunden seiner Dornenkrone.

Gangolf-Kapelle in Wolpertswende mit dem Ortspfarrer (links vom Eingang) und Viktorias Familie
Gangolf-Kapelle in Wolpertswende mit dem Ortspfarrer (links vom Eingang) und Viktorias Familie

Als ihr Bruder den Bauernhof übernommen hatte, zog Viktoria mit ihren Eltern Ende 1869 in die noch im 18. Jahrhundert von einem Einsiedler bewohnte Klause neben der Gangolf-Kapelle. Im November unternahm sie trotz aller Schwachheit eine Wallfahrt zu Elisabeth nach Reute und wurde dort in den Dritten Orden der Franziskaner aufgenommen. Nachdem eine Frau während eines Besuches bei Viktoria durch Berührung von deren Verband von einem schweren Augenleiden geheilt worden war, kamen immer mehr Menschen zu ihr; Viktoria bat deshalb im Gebet, von nun an verborgen leiden zu dürfen, woraufhin sich an Mariä Himmelfahrt 1874 nach fünf Jahren die Wundmale schlossen. Bis zu ihrem Tod erlebte sie nun mehr als 15 Jahre lang Freitagsekstasen, in denen sie stundenlang wie tot im Bett lag; über die ihr dabei zuteil gewordenen Visionen konnte sie nichts berichten. Anfang 1874 kleidete der den kranken Ortspfarrer vertretende Pater Maximilian Homburger Viktoria ins Ordenskleid der Schwestern vom kostbaren Blut, der == Sanguinistinnen, ein, das sie dann bis zu ihrem Tod trug. Der immer stärker werdende Besucherstrom führte zu Maßnahmen der kirchlichen und weltlichen Obrigkeit, die schließlich weiteren Publikumsverkehr untersagten.

Viktoria Hechts Grab im Friedhof an der Gangolf-Kirche in Wolpertswende
Viktoria Hechts Grab im Friedhof an der Gangolf-Kirche in Wolpertswende

Nach Viktorias Tod entstanden Auseinandersetzungen um den Platz ihres Grabes auf dem Friedhof; Viktorias ledige Schwester Anna erreichte gegen den Willen des Ortspfarrers, dass das Grab direkt gegenüber dem Eingang zur Kirche in der Reihe der Gräber der Pfarrer angelegt wurde; Dank einer Spende eines in die USA ausgewanderten ehemaligen Mitbürgers konnte ein großes Grab mit Zinksarg und repräsentativem Grabstein angelegt werden. Pfarrer Josef Ernst Rauch, der Viktoria zu ihren Lebzeiten besucht hatte und 1905 die Pfarrstelle in Wolpertswende übernahm, schrieb 1910: Die Frage, ob die Zustände der Viktoria Hecht diejenigen einer echten stigmatisierten Braut Christi sind oder nicht, ob Viktoria eine gottbegnadete Dulderin und echte Schülerin des göttlichen Kreuzträgers war oder nicht, ist noch nicht entschieden und lässt sich wohl auch nicht entscheiden, bis beglaubigte Wunder folgen. Im Stillen sei er ein Verehrer der seligen Dulderin, die Frage nach der Echtheit ihrer Zustände lasse er aber in der Schwebe. Aus der Zeit zwischen 1905 und 1931 sind etwa 15 Gebetserhörungen und Heilungen überliefert.





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Autor: Joachim Schäfer - zuletzt aktualisiert am 17.05.2018

Quellen:
• Katholisches Pfarramt St. Gangolf (Hg.): Viktoria Hecht. Stigmatisierte Dulderin von Wolpertswende 1840 – 1890. Kunstverlag Josef Fink, 2010

korrekt zitieren: Joachim Schäfer: Artikel
Die Deutsche Nationalbibliothek verzeichnet das Ökumenische Heiligenlexikon in der Deutschen Nationalbibliografie; detaillierte bibliografische Daten sind im Internet über http://d-nb.info/969828497 abrufbar.