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Ökumenisches Heiligenlexikon

Einführung Verzeichnis der Übersichten

30. Juni

1. † Die Kirche gedenkt heute der heiligen Erstmärtyrer der Römischen Kirche der Heiligen Römischen Kirche, aus den Jahren um 66, die, der Brandstiftung der Hauptstadt beschuldigt und, auf Befehl des Kaisers Nero, durch verschiedene Quälereien auf grausamste Weise ermordet werden sollten, die einen, in Tierfelle gesteckt, der Zerfleischung durch wilde Hunde ausgesetzt, andere an Kreuze geschlagen, wieder andere, dem Verbranntwerden ausgeliefert, damit sie, wo das Tageslicht zur Neige gegangen, als nächtliche Feuerfackeln aufgehängt, dienen sollten. Sie alle waren Schüler der Apostel und die ersten Märtyrer, die die Römische Kirche dem Herrn übersandt hat.

2. † an einem 30. Juni, um 202 wurde in Alexandrien in Ägypten zum Blutzeugen, der heilige Märtyrer Basileides, der unter Kaiser Septimius Severus, da er als Wachsoldat die heilige Jungfrau Potamioena (28. Juni, um 202/2), die er zu ihrer Hinrichtung abführte, vor der Zudringlichkeit unkeuscher Menschen beschützt hatte, für seine fromme Hilfsbereitschaft als Lohn erhalten hat, dass er selber sich zu Christus bekehrte und, auf ihre Fürbitte hin, ihr als Gefährtin zugeteilt, durch seine Bluttaufe, einen nur kurzen Todeskampf siegreich zu bestehen hatte und so ein glorreicher Märtyrer geworden ist.

3. † an einem 30. Juni, um 255, entschlief in Limoges, der heilige Martialis, der erste Bischof dieser Stadt. Der heilige Martialis, dem-Kriegsgott-Mars-Geweihter, Saint Martial, war, nach Gregor von Tours (Hist. Franc. I. 28; auch Glor. Conf. 27 ff.) einer der sieben Missionsbischöfe, die der Papst Fabian (20. Januar 250/1) zur Zeit der beginnenden decischen Verfolgung von Rom nach Gallien aussandte, Martialis nach Limoges, also der erste Bischof von Limoges. Über seiner Grabstätte erstand 848 die Benediktinerabtei Saint Martial.

4. † an einem 30. Juni, um 623, entschlief in Le Mans in Neustrien, der heilige Bischof Bertichramnus, ein friedvoller Oberhirt, aufmerksam gegenüber den Armen und den Mönchen.

5. † am Donnerstag, dem 30. Juni 718, entschlief in Salzburg, die heilige Äbtissin Erentrudis, 68 J., die als Helferin ihres Verwandten Rupert (27. März 718/1) und ancilla déi sacrata, im Jahr 696 mit nach Juvavum, Salzburg, kam und das von ihm gegründete Kloster auf dem Nonnberg als die erste Äbtissin leitete, die ihm, mit ihren Nonnen, in seinem Missionswerk durch ihr Gebet und klösterliche Arbeiten für die Liturgie geholfen hat.

6. † am Freitag, dem 30. Juni 1066, entschlief in Salanigo im Gebiet Vicenza, der heilige Priester und Einsiedler Theobald von der Provins, ein Adliger aus der Champagne Galliens, der gemeinsam mit seinem Freund Gualterius, Walter, anstelle von Ehrenplätzen und Reichtümern, den Pilgerreisen für Christus und der Armut und Einsamkeit den Vorzug gegeben hat.

7. † am Samstag, dem 30. Juni 1095, entschlief auf einem Kriegszug, bei Neutra, Nitra, am Fluß Waag, in der Slowakei, der heilige König Ladislaus I., Laszlo, 55 J., Sohn des Königs Bela ,der, gegen seinen Willen 1077 zum König von Ungarn gewählt, aber nie gekrönt, in seinem Herrschaftsgebiet die vom heiligen Stephan (15. August 1038/7) erlassenen christlichen Gesetze wieder in Kraft setzte, die christliche Lebensführung besserte und persönlich ein Vorbild der Tugenden darstellte. 1083 erhob er die Gebeine Stephans, dessen Sohnes Emerich, Imre (4. November 1031/8) und dessen Erziehers Gerhard (24. September 1046/6), was damals einer Heiligsprechung gleich war. 1090 errichtete er in Kroatien, das damals dem Königreich Ungarn angeschlossen war, für die Ausbreitung des christlichen Glaubens, den Bischofssitz Agram, Zagreb. Während er aber in Böhmen Krieg führte, ist er verstorben und sein Leichnam wurde am folgenden 29. Juli in Varadin, Nagyvárad, Großwardein, heute Oradéa in Rumänien, beigesetzt.

8. † am Freitag, dem 30. Juni 1139, entschlief in Bamberg, der heilige Bischof Otto, der mit größtem Eifer den Pommern das Evangelium verkündigt hat. Ein gebürtiger Schwabe, empfing er sehr jung die Priesterweihe und wurde von der Herzogin Sophie von Polen zum HauskaplanEin Kaplan (von lateinisch capellanus, „der einer Hofkapelle zugeordnete Kleriker”) ist im deutschen Sprachraum ein römisch-katholischer Priester in den ersten Jahren nach seiner Weihe, der in der Regel noch einem erfahrenen Pfarrer unterstellt ist. In manchen Bistümern wird er Vikar genannt - dies ist die Bezeichnung des kanonischen Kirchenrechts von 1983 - in anderen Kooperator. erwählt. 42-jährig wurde er zum Bischof von Bamberg gewählt, vom deutschen Kaiser Heinrich IV.. So geriet er mitten in die heißeste Phase des Investiturstreites. Otto hielt das Gleichgewicht im Gehorsam zum Papst und auch zum Kaiser, jenachdem ob es sich um weltliche oder geistliche Angelegenheiten handelte. Seine Bemühungen um Ausgleich zwischen den Kaisern Heinrich IV. und Heinrich V. einerseits und den Päpsten Silvester IV., Gelasius II., Gregor VIII. und Callixt II. anderseits, führten 1122 zum Wormser Konkordat. Im Jahr darauf ging er, nicht mehr jung an Jahren, nach Pommern, um die im damals polnischen Gebiet lebenden Heiden dem Evangelium zuzuführen; es gelang ihm, über 20.000 Heiden zu bekehren, für die er dann auch die erforderlichen Kirchen und Klöster baute. So gilt er als der Apostel der Pommern.

9. † am Sonntag, dem 30. Juni 1224, entschlief in Osnabrück, der heilige Bischof Adolf, der die Bräuche der Zisterzienser im Kloster Altenkamp übernommen und eingeführt hat.

10. † am Samstag, dem 30. Juni 1646, wurde in London-Tyburn grausam zugrundegerichtet,
der selige Priester und Märtyrer Philipp Powell, 52 J., gebürtig aus Wales, aufgewachsen in London, der 1614 in Douai in den Benediktinerorden eintrat und 1621 die Priesterweihe empfing. Als home missioner nach England ausgesandt, konnte er 20 Jahre in den Gegenden Devon, Somerset und Cornwall tätig sein; im Bürgerkrieg war er Militärseelsorger. Es war noch die Zeit König Charles I., der 1646 sich Oliver Cromwell ergab und 3 Jahre später hingerichtet wurde. Philip Powell wurde im selben Jahr von Cromwell’s Katholikenfeinden auf einem Schiff aufgegriffen, weil er ein Priester und nach England unterwegs war, in London verurteilt und zur Folterung bis zum Tode zum Tyburn-Galgen abgeführt. Er wurde 1929 seliggesprochen.
Siehe auch 1. August, 14/22

11. † am Dienstag, dem 30. Juni 1744, entschlief in Neapel in der Campagna, der selige Priester Gennaro Maria Sarnelli aus dem Redemptoristenorden, der sich sehr aktiv als Helfer für allerart Bedürftige eingesetzt hat.

12. † am Samstag, dem 30. Juni 1838, wurde in der Stadt Hái Dúóng in Tonkin enthauptet, der heilige Priester und Märtyrer Vinzent, Vihnson Dó Yén aus dem Predigerorden, der, unter Kaiser Minh Máng, aus Hass gegen den christlichen Glauben, durch Enthauptung umgebracht worden ist.
Siehe auch 24. November, 1/16

13. † am Samstag, dem 30. Juni 1900, wurden im Dorf Chendun bei Jiaohe in der Provinz Hebei in China, für Christus ermordet
• der heilige Märtyrer Raymund, Rimen Li Quanzhen, 59 J., und
• der heilige Märtyrer Petrus, Baidou Li Quanhui, 63 J.
zwei Brüder, die in der Verfolgung, die entstand unter den Anhängern der sogenannten Partei der Yihetuan , im Boxeraufstand, ein ruhmreiches Zeugnis für Christus abgegeben haben: der eine, indem er, zu einem heidnischen Tempel geführt, die falschen Gottheiten zu verehren sich geweigert hat und, ausgepeitscht, zugrunde gegangen ist, der andere, indem er mit kaum geringerer Grausamkeit, ebenfalls ermordet worden ist.
Siehe auch 9. Juli, 1/47 - 48

14. † am 30. Juni ist der Gedenktag, des an einem unbekannten Tag im Juni 1941 in Lemberg in der Ukraine, für Christus umgebrachten seligen Priesters und Märtyrers Zenon, Zynovij Kovalyk, 37 J., aus dem Orden der Redemptoristen, der in der Zeit des gottfeindlichen Regimes, die herrliche Siegespalme verdient hat. Die Sowjets verhafteten ihn um den 20. Dezember 1940 und steckten ihn ins Gefängnis Bryghhidki in Lemberg; vor ihrem Rückzug vor den deutschen Angreifern, haben sie ihn mit anderen Gefangenen erschossen; nach einer anderen Überlieferung ist er im Gefängnis an der Wand gekreuzigt worden.
Siehe auch 2. April, 15/8

15. † am Samstag, dem 30. Juni 1973, entschlief in Winnipeg in Manitoba, einer Provinz in Kanada, der selige Bischof und Märtyrer Basil, Vasyl Velyckovskyj, 69 J., geboren in griechisch-katholischer Familie in Stanislaviv, damals Ost-Polen, heute Ivano-Frankvisk in der Ukraine. Er wurde 22-jährig in das Noviziat der Redemptoristen aufgenommen. Er studierte im griechisch-katholischen Seminar in Lemberg, unter der Leitung des Professors Jozef Slipyj, unter dem Metropoliten Sheptytsky. Nach seiner Priesterweihe wirkte er sieben Jahre als Missionar im Gebiet Volyn. 1942 wurde er Oberer des Klosters Ternopol. Am 11. April 1945 wurde er von den Sowjets verhaftet und zu zehn Jahren Lagerhaft im Lager Vorkutain Sibirien verurteilt. 1955 konnte er nach Lemberg zurückkehren. Er war gesundheitlich sehr geschwächt. 1959 wurde er insgeheim zum Bischof ernannt, konnte aber erst 1963 insgeheim die Bischofsweihe empfangen. Er wurde wieder verhaftet und zu drei Jahren Lagerhaft verurteilt. Erst am 27. Januar 1972 wurde er freigelassen, vorher wurde ihm aber eine Giftspritze mit Langzeitwirkung injiziert. Dann konnte er aus der Sowjetunion ausreisen. In Winnipeg, seit dem 19. Jahrhundert einem Zentrum der katholisch ukrainischen Kirche, wurde er als Märtyrerheldgefeiert. Dort ist er schließlich, dem Opfer Christi verbunden, als Verbannter entschlafen ist. Er wurde von Papst Johannes-Paul II. bei seinem Besuch in Lemberg am 27. Juni 2001 seliggesprochen.
Siehe auch 2. April, 15/24

Salzburg und Graz-Seckau: die heilige Erentrud: 5
Allgemein: Gedenktag des heiligen Otto: 8
in Görlitz gebotener Gedenktag;
in Berlin Festtag, als Mitpatron des Bistums, verlegt auf den 1. Juli
in Bamberg Hochfest, verlegt auf den 1. Juli


aus dem MARTYROLOGIUM ROMANUM 2004 übersetzt und in vielen Teilen ergänzt
von † Klaus Martin Reichenbach, Priester der Erzdiözese Köln




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Wikipedia: Artikel über Martyrologium Romanum - Flori-Legium: 30. Juni

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Autor: Klaus Martin Reichenbach - zuletzt aktualisiert am 07.06.2015
korrekt zitieren:
Klaus Martin Reichenbach: Artikel
Die Deutsche Nationalbibliothek verzeichnet das Ökumenische Heiligenlexikon in der Deutschen Nationalbibliografie; detaillierte bibliografische Daten sind im Internet über http://d-nb.info/1175439177 und http://d-nb.info/969828497 abrufbar.