Ökumenisches Heiligenlexikon

Einführung Verzeichnis der Übersichten

9. Februar

1. † am Freitag, dem 9. Februar 249, wurde in Alexandria in Ägypten lebendig verbrannt, die heilige Jungfrau und Märtyrin Apollonia, die, nach langen Folterungen, sich zu ihren Glauben an Christus standhaft bekannt hat und dem Glaubensabfall ihr Blutzeugnis vorgezogen hat. Der heilige Bischof Dionysios von Alexandrien (8. April um 265/5) beschreibt in einem Brief an seinen Freund, den Bischof Fabian von Antiochien, wie diese junge Märtyrin vom Pöbel gequält wurde, wie ihr die Zähne einzeln ausgeschlagen wurden, damit sie mehr und mehr einer uralten Frau gleichen sollte, wie sie scheußlich unbesiegte Siegerin im Glauben geworden ist.

2. † am Freitag, dem 9. Februar 356 wurden in Alexandria in Ägypten viele zu Märtyrern, als die Arianer sie in einer Kirche während ihres Gottesdienstes überfielen und alle, die dem Glaubensbekenntnis vom Konzil von Nikäa (325) treu blieben, ermordeten.

3. † am Samstag, dem 9. Februar 362, wurden in Lavallum, in Nordwestafrika, umgebracht, die heiligen Diakone und Märtyrer Primus und Donatus, die, von Häretikern überfallen, ihren Platz am Altar, den sie zu schützen hatten, nicht aufgaben.

4. † an einem 9. Februar um 435, entschlief in Beit-Marun, auf einem Berg bei Apamea in Syrien, der heilige Eremit Maro, der sich ganz dem geistlichen Leben, unter strengen Bußübungen, gewidmet hat. Über seinem Grab ist das nach ihm genannte Kloster erbaut und nach ihm nennt sich eine katholische Teilkirche, vor allem im Libanon und Nahen Osten, Maroniten.

5. † am Montag, dem 9. Februar 560, entschlief im Kloster Landaff in Wales, der heilige Abt-Bischof Taliavus, der viele Kirchen in Wales, Cornwall und in der Bretagne gegründet hat.

6. † am Dienstag, dem 9. Februar 566, entschlief in Canosa bei Bari, der heilige Bischof Sabinus, ein Freund des heiligen Benedikt (21. März 547/5), der vom Papst als Legat nach Konstantinopel gesandt wurde, um den wahren Glauben gegen die monophysitische Irrlehre zu verteidigen.

7. † am Dienstag, dem 9. Februar 695, entschlief in der Abtei Hautmont an der Sambre, der heilige Abt und Bischof Ansbert, Saint Austrebert, der als Schüler des heiligen Wandregislus, Saint Wandrille, (22. Juli um 668/6) in die Abtei Fontenelle eingetreten war und dessen Nachfolger als Abt dieser Abtei wurde, dann Bischof von Rouen war, der vom König Pippin dem Älteren in die Verbannung geschickt, im Exil in Hautmont sein irdisches Exil beschloss.

8. † am Samstag, dem 9. Februar 760, entschlief im Bistum Augsburg in Bayern, der heilige Abt Alto, der aus Irland gekommen war und in den Wäldern das Kloster gründete, das nach ihm Altomünster genannt wurde.

9. † am Mittwoch, dem 9. Februar 1222, entschlief in Nocera in Umbrien, der heilige Bischof Rainaldo, Reginald von Nocera. Er trat als Mönch bei den Camaldulensern in Fonte Avellana eintrat und auch später, als Bischof, nach dieser Ordensdisziplin lebte.

10. † am Montag, dem 9. Februar 1824, entschlief in Dülmen, Westfalen, die selige Jungfrau Anna Katharina Emmerick, 49 J., geboren in Flamschen bei Coesfeld, aufgewachsen mit neun Geschwistern, die von Kindheit an in Haus und Feld fleißig zu helfen gewöhnt waren. Als Jugendliche war sie in Coesfeld kurze Zeit Fabrikarbeiterin, dann länger Küchenhilfe bei einer Familie. Sie wäre gerne in ein Schwesternkloster eingetreten, wurde aber lange nicht genommen. Da verdingte sie sich als Näherin von Haus zu Haus, wo sie eben gebraucht wurde. Dann versprachen ihr die Klarissen in Münster, sie aufzunehmen, wenn sie die Orgel spielen könnte; das solle sie lernen beim Orgelmeister Söntgen in Coesfeld. Also ging sie dort hin und lernte bei ich. Sie freundete sich mit seiner Tochter Klara an und beide wurden im Jahr 1802 von den Augustinerinnen im Kloster Gnetenberg bei Dülmen aufgenommen und legten im Jahr darauf ihre ersten Gelübde ab. Sie war häufig krank. 1811 wurde das Kloster infolge der Säkularisationsgesetze aufgehoben. Anna Katharina fand Aufnahme als Haushälterin bei einem französischen Priester, Abbé Lambert, der vor der Französischen Revolution geflüchtet war und in Dülmen Zuflucht gefunden hatte. Schon bald stellte sich heraus, dass sie so oft und schwer krank war, dass sie ihren Dienst nicht zuverlässig ausüben konnte; da kam ihre jüngere Schwester Gertrud ins Haus zur Aushilfe, die dann für den Abbé und für ihre kranke Schwester gut sorgte. 1812 erhielt sie die Wundmale Christi, die Stigmata; der junge Arzt Dr. Franz Wesener betreute und beobachtete sie elf Jahre lang und legte seine Befunde jeweils schriftlich in einem besonderen Tagebuch fest. Sie war zwar bettlägerig, aber nicht untätig; sie nähte Kleider für arme Kinder und tröstete viele Ratsuchende. Unter diesen war der Generalvikar des Bistums Münster Clemens August Droste zu Vischering, Friedrich Leopold von Stolberg, Johann Michael Sailer, Melchior und Apollonia Diepenbrock, Christian Brentano, Luise Hensel und vor allem Clemens Brentano, der fünf Jahre lang, von 1818 bis 1823, ihre Visionen aufschrieb und sie als Buch herausgab: Das bittere Leiden unseres Herrn Jesu Christi, nach den Betrachtungen der gottseligen Anna Katharina Emmerich, Augustinerin des Klosters Agnetenberg zu Dülmen, nebst Lebensumriss dieser Begnadigten. Im Sommer 1823 wurde sie immer schwächer. Immer wieder opferte sie ihr Leben auf für die Erlösung der Menschen. Nach ihrem Tod wurde sie feierlich auf dem Friedhof zu Dülmen begraben, später wurde sie überführt in die Heilig Kreuz Kirche in Dülmen. Sie wurde am 3. Oktober 2004 seliggesprochen.

11. † am Mittwoch, dem 9. Februar 1910, entschlief in Premiá de Mar, Barcelona, der heilige Bruder Miguel, Francisco Luis Febres Cordero, 56 J., geboren in Cuenca in Ecuador, wurde er 9-jährig in Quito einer der erste Schüler der ersten im Lande von den Schulbrüdern gegründeten Schule; nachdem er die Schule beendet hatte, trat er als erster Lateinamerikaner bei den Schulbrüdern von La Salle (7. April 1719/1) ein und war 40 Jahre lang Lehrer und Erzieher in Quito. Er war Mitglied in der Königlichen Akademie in Ecuador, Real Academia Equatoriana, und korrespondierentes Mitglied der Königlich Spanischen Akademie, Académico Correspondente da Real Academia Espanhola. Da im Mutterland der Brüdergemeinschaft, in Frankreich, infolge der staatlichen Gesetzgebung 1904 das Wirken der Brüder schlagartig zurückging und dies schwere Folgen für ihr Wirken in Europa hatte, versuchten sie weltweit einen gewissen Austausch. 1907 wurde Bruder Miguel so nach Europa versetzt; in Paris und in Belgien bereitete er sich vor auf die Arbeit in Spanien, indem er Katalanisch lernte; dann wurde er nach Premiá de Mar bei Barcelona versetzt. Dort musste er mit 125 Schülern 1909 erleben, dass die Schule von antiklerikalen Revolutionären in Brand gesteckt wurde und abbrannte; er konnte mit seinen Schülern nach Barcelona flüchten. Er kehrte zurück um den Wiederaufbau zu begleiten, erlebte aber die Fertigstellung nicht mehr. 1930 wurden seine Reliquien aus Spanien feierlich nach Quito überführt. 1984 wurde er heiliggesprochen.

München-Freising: Alto: 8


aus dem MARTYROLOGIUM ROMANUM 2004 übersetzt und in vielen Teilen ergänzt
von † Klaus Martin Reichenbach, Priester der Erzdiözese Köln




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Autor: Klaus Martin Reichenbach - zuletzt aktualisiert am 01.08.2016
korrekt zitieren:
Klaus Martin Reichenbach: Artikel
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