Ökumenisches Heiligenlexikon

Anthusa von Konstantinopel

auch: die Jüngere

1 Gedenktag katholisch: 18. April

1 Gedenktag orthodox: 12. April

Name bedeutet: die Blühende (griech.)

Klostergründerin und Äbtissin in Konstantinopel
* 25. Januar 750 (?) in Konstantinopel, heute Ístanbul in der Türkei
801 (?) daselbst


griechische Ikone
griechische Ikone

Anthusa war eine Tochter des als ikonenfeindlich bekannt gewordenen Kaisers Konstantin V. Kopronymos 1. Weil die Schwangerschaft seiner Frau Irene schwierig war, rief der Kaiser die Äbtissin Anthousa von Mantinea ans Krankenbett und dieser gelang, dass die Entbindung der Zwillinge Leo - später als Leo IV. Nachfolger seines Vaters - und Anthusa gelang, auch wenn Irene bald darauf starb. Aus Dankbarkeit bekam die Tochter den Namen der Helferin. Anthusa schlug ihr angebotene Hochzeiten aus und trug unter ihren teueren, dem Kaiserhof angemessenen Kleidern ein Bußhemd. Dann trat sie als Nonne ins - heute spurlos abgegangene - damalige Euthymia-Kloster in Konstantinopel ein und gründete in der Stadt später ihre eigene Klostergemeinschaft mit außerordentlich strenger Ordensregel, das - ebenfalls spurlos abgegangene - Omonia- / Eumeneia-Kloster. Dort verrichtete sie härteste körperliche Arbeiten. Während der gemeinsamen Mahlzeiten saß sie nie am Tisch, sondern bediente die anderen Nonnen. Das Kloster zeichnete sich aus durch eine umfassende Armen- und Pilgerfürsorge und die Gründung des ersten Waisenhauses in der christlichen Welt.

1 Kaiser Konstantin V. setzte die ikonenfeindliche Politik seines Vaters Leo III. fort. Die moderne Forschung hält das allein aus christlichen Quellen stammende Urteil - aus denen auch sein Beiname Kopronymos, der Mistnamige, stammt - für in seiner Schärfe nicht zutreffend; es habe ihm mehr an der außenpolitischen Sicherung des Reiches gelegen, als an einer vollständigen Durchsetzung der ikonenfeindliche Religionspolitik.





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Autor: Joachim Schäfer - zuletzt aktualisiert am 13.07.2026

Quellen:
• Vollständiges Heiligen-Lexikon …, 1. Band: A-D. Herausgegeben von Johann Evangelist Stadler und Franz Joseph Heim, B. Schmid'sche Verlagsbuchhandlung, Augsburg, 1858
• https://en.wikipedia.org/wiki/Anthusa_of_Constantinople - abgerufen am 12.07.2026
• https://www.oca.org/saints/lives/1949/04/12/101067-venerable-anthusa-of-constantinople - abgerufen am 12.07.2026

korrekt zitieren: Joachim Schäfer: Artikel
Die Deutsche Nationalbibliothek verzeichnet das Ökumenische Heiligenlexikon in der Deutschen Nationalbibliografie; detaillierte bibliografische Daten sind im Internet über https://d-nb.info/1175439177 und https://d-nb.info/969828497 abrufbar.