Ökumenisches Heiligenlexikon

Burchard II. von Halberstadt

auch: Buchard, Burcard, Buko

1 Gedenktag katholisch: 7. April

Name bedeutet: der wie eine Burg Starke (althochdt.)

Bischof von Halberstadt
* um 1028
7. April 1088 in Isenburg bei Halberstadt in Sachsen-Anhalt


Burchard, Sohn des Adelsgeschlechts derer von Veltheim am Fallstein bei Halberstadt, war ein Neffe der Erzbischöfe Anno II. von Köln und Werner von Magdeburg. Er wurde 1057 Propst des Stifts St. Simon und Juda in der Kaiserpfalz in Goslar und 1059 als Nachfolger von Burkhard I. Bischof von Halberstadt. Im Auftrag von König Heinrich IV. vermittelte er zwischen Papst Alexander II. und Gegenpapst Honorius II. und erklärte den von Hildebrand - dem späteren Papst Gregor VII. - favorisierten Alexander zum rechtmäßigen Papst; dafür erhielt er dann von Gregor das Pallium. Burchard gründete 1070 das Kloster Huysburg der Benediktiner bei Halberstadt und 1071 das damalige Kanonikerstift an der Kirche St. Paul - an der Stelle der heutigen Sporthalle Völkerfreundschaft - in Halberstadt; im selben Jahr weihte er den nach dem Brand von 1060 wiederhergestellten Dom.

1073 geriet Burchard während des Aufstandes der Sachsen in Gegnerschaft zu König Heinrich IV., wurde im Juni 1075 von königlichen Truppen festgesetzt und für einige Zeit dem Bischof von Bamberg als Häftling übergeben. Im Investiturstreit kündigte er 1076 Papst Gregor VII. den Gehorsam auf. Im selben Jahr wurde er nach Ungarn verbannt, aber unterwegs gelang ihm die Flucht und er kehrte nach Halberstadt zurück. Von nun an stand Burchard offen auf der Seite aller Gegner des Kaisers; in der Folge setzte die SynodeSynode (altgriech. für Zusammenkunft) bezeichnet eine Versammlung in kirchlichen Angelegenheiten. In der alten Kirche wurden "Konzil" und "Synode" synonym gebraucht. In der römisch-katholischen Kirche sind Synoden Bischofsversammlungen zu bestimmten Themen, aber mit geringerem Rang als Konzile. In evangelischen Kirchen werden nur die altkirchlichen Versammlungen als Konzile, die neuzeitlichen Versammlungen als Synode bezeichnet. in Mainz Burchard 1085 ab, er wurde aus seinem Bistum verdrängt, ging ins damalige Kloster Isenburg der Benediktiner bei Halberstadt und weihte 1087 dessen neue Klosterkirche. In Auseinandersetzungen mit dem Markgrafen Ekbert von Meißen wurde Burchard am 6. April 1088 durch den Stich eines Spießes in seine Brust in Goslar schwer verwundet. In der Nacht wurde er noch ins Kloster nach Ilsenburg gebracht und starb dort tags darauf.

Burchard wurde in der Kirche des Klosters in Isenburg bestattet.

Das Kloster Huysburg bei Halberstadt wurde in der Säkularisation 1804 aufgehoben und zur staatlichen Domäne umgewandelt. Das Kloster Isenburg bei Halberstadt wurde 1525 im Bauernkrieg zerstört, nach dem Wiederaufbau schloss es sich der Reformation an und wurde 1547 evangelische Klosterschule, bis es 1627 in Privatbesitz überging.





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Autor: Joachim Schäfer - zuletzt aktualisiert am 07.02.2026

Quellen:
• Vollständiges Heiligen-Lexikon …, 1. Band: A-D. Herausgegeben von Johann Evangelist Stadler und Franz Joseph Heim, B. Schmid'sche Verlagsbuchhandlung, Augsburg, 1858
• https://de.wikipedia.org/wiki/Burchard_II._von_Halberstadt - abgerufen am 07.02.2026
• https://www.leipziger-denkmalstiftung.de/Kirchen-Umschau/2021-12-02%20Verlorene%20Kirche%20in%20Halberstadt%3A%20Paulskirche%20%28St.%20Peter%20und%20Paul%29 - abgerufen am 07.02.2026

korrekt zitieren: Joachim Schäfer: Artikel
Die Deutsche Nationalbibliothek verzeichnet das Ökumenische Heiligenlexikon in der Deutschen Nationalbibliografie; detaillierte bibliografische Daten sind im Internet über https://d-nb.info/1175439177 und https://d-nb.info/969828497 abrufbar.