Johannes Angelus von Cingoli
italienischer Name: Giovanni Angelo
auch: Angelus
Taufname: Pietro Clareni
Gedenktag katholisch: 15. Juni
Name bedeutet: J: Gott ist gnädig (hebr.)
A: der Engel (griech. - latein.)
Pietro trat 1274 im Kloster an der Kirche San
Francesco in Cingoli als Laienbruder dem Franziskanerorden bei mit dem Ordensnamen
Johannes Angelus und schloss sich bald den Ideen von Joachim von Fiore und der davon
beeinflussten spirituellen Strömung seines Ordens an. Von den kirchlichen Autoritäten wurde diese Strömung der
Spirituale
als Ketzerei betrachtet, Johannes Angelus wurde deshalb 1280 zu lebenslanger Haft verurteilt, um 1289
jedoch freigelassen und zusammen mit Thomas von Tolentino,
Liberatus von Loro und anderen nach Armenien geschickt.
Von dort kehrte er 1294 mit der Wahl von Papst Coelestin V. nach Italien zurück
und 1284 wurden die Spirituale von Coelestin V. bestätigt. Aber unter dessen Nachfolger Bonifatius VIII. wurden diese
Franziskaner erneut verfolgt, 1299 ging Johannes Angelus deshalb für einige Jahre nach Griechenland und widmete sich der
Übersetzung verschiedener Werke der Kirchenväter ins Lateinische, darunter
Johannes Klimakos' Himmelsleiter
. Nach Bonifatius' Tod kehrte er
1305 zurück und wurde Anführer der Spirituale
in den Marken
und in Umbrien.
1311 wurde Johannes Angelus von Papst Clemens V. in den
Papstpalast nach Avignon vorgeladen, vor Gericht
gestellt und freigesprochen. Nachdem er eine große Anhängerschaft gewonnen hatte, wurde er 1317 von Papst Johannes XXII. als
perfekte Personifizierung des Antichristen
bezeichnet und exkommuniziert. 1318 floh er nach
Subiaco und gründete dort den unabhängigen
Ordenszweig der Fraticelli
, der Brüder in Zellen
. Die Legitimität der päpstlichen Autorität stellte er in
Frage und, zog sich, um der Inquisition zu entgehen, 1334 in das - heute in Ruinen
liegende - Kloster Santa Maria dell’Aspro nach
Marsicovetere zurück. Dort predigte er die Armut des KlerusEin Kleriker ist in der orthodoxen, katholischen, anglikanischen und altkatholischen Kirche ein geweihter Amtsträger, der eine der drei Stufen des Weihesakraments - Diakon, Priester oder Bischof - empfangen hat.
Im Unterschied zu den Klerikern bezeichnet man die anderen Gläubigen als Laien. Angehörige von Ordensgemeinschaften gelten, wenn sie nicht zu Priestern geweiht sind, als Laien und in der Orthodoxie als eigener geistlicher Stand. In den protestantischen Kirchen gibt es keine Unterscheidung von Klerus und Laien.
und die Erneuerung des Lebens in Erwartung der Apokalypse; dies zog viele Gläubige an und entfachte eine religiöse
Aufbruchstimmung. Seine Anhänger wurden später zu Ehren ihres Anführers Clarener
genannt.
Johannes Angelus' Grab im Kloster Santa Maria dell’Aspro in Marsicovetere geschahen viele Wunder, es wurde zum Ziel zahlreicher Wallfahrten. Die Kongregation der Clarener wurde 1568 von Papst Pius V. mit den Franziskaner-Observanten vereint.
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Autor: Joachim Schäfer
- zuletzt aktualisiert am 30.10.2026
Quellen:
• Vollständiges Heiligen-Lexikon …, 1. Band: A-D. Herausgegeben von Johann Evangelist Stadler und Franz Joseph
Heim, B. Schmid'sche Verlagsbuchhandlung, Augsburg, 1858
• Vollständiges Heiligen-Lexikon …, 3. Band: [I]K-L. Herausgegeben von Johann Evangelist Stadler, B. Schmid'sche
Verlagsbuchhandlung (A. Manz), Augsburg, 1869
• https://it.wikipedia.org/wiki/Angelo_Clareno - abgerufen am 30.10.2026
• https://it.wikipedia.org/wiki/Francescani_spirituali - abgerufen am 30.10.2026
• https://it.wikipedia.org/wiki/Fraticelli - abgerufen am 30.10.2026
• https://it.wikipedia.org/wiki/Monastero_di_Santa_Maria_dell%27Aspro - abgerufen am 30.10.2026
korrekt zitieren: Joachim Schäfer: Artikel
Die Deutsche Nationalbibliothek verzeichnet das Ökumenische Heiligenlexikon in der
Deutschen Nationalbibliografie; detaillierte bibliografische Daten sind im Internet über
https://d-nb.info/1175439177 und https://d-nb.info/969828497 abrufbar.