Julian vom heiligen Augustinus Martinet
spanischer Name: Julián de San Agustín
Gedenktag katholisch: 8. April
nicht gebotener Gedenktag im Bistum Alcalá
nicht gebotener Gedenktag im Bistum Osma - Soria: 23. Mai
Name bedeutet: aus dem Geschlecht der Julier (latein.)
Julian war der älteste Sohn des Gerbers Andreas Martinet, des Nachfahren einer verarmten Ritterfamilie, der vor der Verfolgung durch die Hugenotten aus Frankreich geflohen war. Im Alter von 18 Jahren trat er nahe seiner Heimatstadt in ein Kloster der Franziskaner ein; seine strengen Bußübungen und ungewöhnliche Frömmigkeitspraktiken führten dazu, dass seine Oberen ihn als Wahnsinnigen betrachteten - also ähnlich den in den Orthodoxe Kirchen verehrten Narren um Christi willen - und ihn aus ihrem Kloster hinauswarfen. Er ging nach Santorcaz bei Madrid und arbeitete wieder als Schneider. Dort begegnete er dem bekannten Prediger und Franziskanerpater Francisco de Torrez, der von Julians Frömmigkeit berührt war, und ihn mitnahm als Mitarbeiter auf seinen Missionreisent. Schließlich vermittelte er, dass Julian im - heute in Ruinen liegenden - damaligen Kloster Nuestra Señora de la Salceda der Franziskaner-Observanten nahe Peñalver bei Guadalajara aufgenommen wurde. Doch erneut wurde Julians extreme Religiosität als zu instabil für das Klosterleben angesehen, und er wurde abermals entlassen.
Deshalb baute Julian sich in der Nähe des Klosters eine Hütte im Wald - wohl an der Stelle der heutigen Einsiedelei - und lebte dort als Einsiedler, bis er doch noch im Nuestra Señora de la Salceda aufgenommen wurde, seine Gelübde ablegen konnte und den Ordensnamen Julian vom heiligen Augustinus annahm. Er praktizierte weiterhin strengste Askese, geißelte seinen Körper und weigerte sich, in einem Bett zu schlafen, sondern zog es vor, an eine Wand gelehnt oder im Freien zu schlafen. Pater Torrez begleitete er weiterhin immer wieder auf seinen Missionsreisen, predigte auch selbst redegewandt, und besaß die Gabe der Prophetie. Auch wurde er eingeladen, vor dem König und der Königin im Königspalast in Madrid zu predigen, doch er war dann so nervös, dass er kein Wort herausbrachte. Julian vollbrachte Wunder: ein Blinder konnte wieder sehen, ein Lahmer wieder gehen. Einige Vögel, die getötet und am Spieß gebraten worden waren, erweckte er wieder zum Leben, ebenso ein zwei Monate altes Lämmchen, das von einem Stein erschlagen worden war. Julian starb im damaligen Kloster Santa María de Jesús der Franziskaner - an der Stelle des heutigen Kollegs San Ildefonso der Universität - in Alcalá de Henares.
Das Kloster Nuestra Señora de la Salceda wurde 1827 durch einen Brand schwer beschädigt und 1835 nach Erfolgen der Liberalen im ersten Carlistenkrieg vom Staat beschlagnahmt, dann verkauft und ab 1843 als Steinbruch genutzt und abgetragen.
Kanonisation:
Julian vom heiligen Augustinus wurde am 6. Mai 1825 von Papst Leo XII. seliggesprochen.
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Autor: Joachim Schäfer
- zuletzt aktualisiert am 11.03.2026
Quellen:
• Vollständiges Heiligen-Lexikon …, 3. Band: [I]K-L. Herausgegeben von Johann Evangelist Stadler, B. Schmid'sche
Verlagsbuchhandlung (A. Manz), Augsburg, 1869
• https://www.santiebeati.it/dettaglio/92672 - abgerufen am 11.03.2026
• https://www.katolsk.no/biografier/historisk/jaugusti - abgerufen am 11.03.2026
• https://es.wikipedia.org/wiki/Convento_de_la_Salceda - abgerufen am 11.03.2026
korrekt zitieren: Joachim Schäfer: Artikel
Die Deutsche Nationalbibliothek verzeichnet das Ökumenische Heiligenlexikon in der
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https://d-nb.info/1175439177 und https://d-nb.info/969828497 abrufbar.