Milo von Thérouanne
auch: von Selincourt
französischer Name: Milon
Gedenktag katholisch: 16. Juli
Tag der Bischofsweihe: 15. Februar
Name bedeutet: der Liebenswürdige (althochdt.)
Milo wurde 1130 Bischof von Thérouanne. Im selben Jahr gründete er das damalige Kloster Saint-Pierre der Prämonstratenser nahe Selincourt - dem heutigen Ortsteil von Hornoy-le-Bourg - bei Amiens; heute ist dort ein Bauernhof. 1131 übergab Milo das 544 von Frankenkönigin Radegund von Thüringen gestiftete und von Nonnen bewohnte damalige Kloster Saint-Augustin in Aire-sur-la-Lys den Kanonikern aus der Abtei Selincourt.
Das Kloster in Selincourt wurde später auch
Sainte Larme
, Heilige Träne
genannt, weil es 1209 von einem Teilnehmer am
4. Kreuzzug eine Träne Jesu
erhielt. In der Französischen Revolution wurde das Kloster aufgelöst, die Gebäude wurden verkauft. Heute ist dort ein
Bauernhof, dessen Besitzer letzte Mauerreste erhält.
Das um 639 gegründete Bistum Thérouanne verschwand 1553, als Kaiser Karl V. die Stadt vernichtete; die offizielle Aufhebung erfolgte 1567. Von der Kathedrale und dem Bischofskomplex zeugen heute nur noch - sehr spärliche - Ausgrabungen. Seit 2009 gibt es wieder ein Titularbistum Thérouanne. Das Kloster Saint-Augustin in Aire-sur-la-Lys wurde in der Französischen Revolution aufgehoben, heute ist noch ein Torbogen erhalten.
Die spärlichen Ausgrabungen von
Kathedrale und Bischofskomplex in Thérouanne sind
verschlossen, sie können nach Voranmeldung beim Tourismusbüro in Thérouanne im Rahmen einer Führung besucht werden. (2026)
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Autor: Joachim Schäfer
- zuletzt aktualisiert am 10.06.2026
Quellen:
• Vera Schauber, Hanns Michael Schindler: Heilige und Patrone im Jahreslauf. Pattloch, München 2001
• https://fr.wikipedia.org/wiki/Liste_des_%C3%A9v%C3%AAques_de_Th%C3%A9rouanne - abgerufen am 06.06.2026
• https://pop.culture.gouv.fr/notice/merimee/PA00132967 - abgerufen am 06.06.2026
• https://fr.wikipedia.org/wiki/Abbaye_de_Selincourt - abgerufen am 10.06.2026
• Infotadel an der Stelle des ehemaligen Klosters
Selincourt
korrekt zitieren: Joachim Schäfer: Artikel
Die Deutsche Nationalbibliothek verzeichnet das Ökumenische Heiligenlexikon in der
Deutschen Nationalbibliografie; detaillierte bibliografische Daten sind im Internet über
https://d-nb.info/1175439177 und https://d-nb.info/969828497 abrufbar.