Ökumenisches Heiligenlexikon

Kolumba von Sens

französisch: Colombe
auch: Kolumba


Liegefigur in der Kathedrale in Bari
Liegefigur in der Kathedrale in Bari

Kolumba war nach den Legenden eine christliche Jungfrau in Sens oder vielleicht auch eine Fürstentochter aus Saragossa. Sie weigerte sich der Legende zufolge, den Sohn von Kaiser Aurelian zu heiraten, deshalb wurde sie zur ersten Märtyrerin unter diesem Kaiser. Eine Bärin schützte sie im Kerker gegen einen Mann, der sie vergewaltigen wollte, ein Wunder verhinderte ihren Feuertod. Nachdem man sie gefesselt und mit eisernen Haken blutig gerissen hatte, schlug man ihr das Haupt ab.

Schon im 6. Jahrhundert war der Kult der Kolumba verbreitet. Über ihrem Grab wurde im frühen 7. Jahrhundert von König Chlotar III. eine Basilika erbaut, das Grabmal darin schuf Bischof Eligius von Noyon. Das daneben bestehende damalige Kloster Sainte-Colombe - heute ein berufsqualifizierendes Gymnasium - nahe Sens erhielt 660 vom Bischof die Unabhängigkeit. Kolumbas Reliquien und das Kloster wurden 1792 zerstört.

Reliquien in der Kathedrale in Pamplona
Reliquien in der Kathedrale in Pamplona

Die in der Kathedrale in Bari verehrten, Kolumba zugeschriebenen Gebeine sind wohl nicht echt. Die in Santa Coloma bei Nájera als Columba von Córdoba Verehrte ist dagegen wohl tatsächlich Kolumba von Sens, denn das frühere, Columba geweihte Kloster in diesem Ort war von Mönchen aus Sens gegründet worden.

Das Kloster Sainte-Colombe wurde in der Französischen Revolution aufgehoben, die Kirche wurde 1792 zerstört, später wurde an ihrer Stelle eine Kapelle errichtet, in deren Krypta die Reliquien von Kolumba von Sens aufbewahrt werden.

Attribute: Bärin
Patronin gegen Augenleiden und Regen

Die Kapelle an der Stelle des ehemaligen Klosters Sainte-Colombe bei Sens mit der Krypta kann besucht werden nach Voranmeldung unter Tel. 0386 950074.



Autor: Joachim Schäfer - zuletzt aktualisiert am 27.10.2026

Quellen:
• Vera Schauber, Hanns Michael Schindler: Heilige und Patrone im Jahreslauf. Pattloch, München 2001
• Lexikon für Theologie und Kirche, begr. von Michael Buchberger. Hrsg. von Walter Kasper, 3., völlig neu bearb. Aufl., Bd. 2. Herder, Freiburg im Breisgau 1994
• https://it.wikipedia.org/wiki/Cattedrale_di_San_Sabino - abgerufen am 09.05.2023

korrekt zitieren: Joachim Schäfer: Artikel
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