Sollte hier eine Anzeige erscheinen, deren Anliegen dem unseren entgegensteht, benachrichtigen Sie uns bitte unter Angabe der URL dieser Anzeige, damit diese Werbung nicht mehr erscheint.
Lesen Sie vorher bitte unsere Erläuterungen auf der Seite Warum Werbung und wie sie funktioniert.


 


Ökumenisches Heiligenlexikon

Eligius von Noyon

auch: Eloi, Loy

Gedenktag katholisch: 1. Dezember
Niederlegung der Gebeine
Tag der Bischofsweihe: 14. Mai
Übertragung der Gebeine: 21. Mai, 25. Juni

Gedenktag evangelisch: 1. Dezember

Name bedeutet: der Auserwählte (latein.)

Bischof von Noyon
* um 588 in Chaptelat bei Limoges in Frankreich
† 1. Dezember 660 in Noyon an der Oise in Frankreich


Petrus Christus: Eligius als Goldschmied mit Godeberta (links), 1449, Metropolitan Museum of Art in New York
Petrus Christus: Eligius als Goldschmied mit Godeberta (links), 1449, Metropolitan Museum of Art in New York

Berichtet wird, dass Eligius' schwangere Mutter Torrigia im Traum einen Adler sah, der dreimal rief, um ihr etwas zu verkünden. Sie wagte zunächst nicht, jemanden nach der Deutung zu befragen; doch als sie nach der Geburt des Sohnes gefährdet erschien, wurde ein heiliger Mann gerufen, um für sie zu beten; er prophezeite ihr, der Sohn werde heilig und groß in der Kirche.

Der Knabe wurde im Goldschmiedehandwerk ausgebildet und war dann ab 652 als Münzmeister am Hof der Merowingerkönige Chlotar II. und Dagobert I. in Limoges, dort eine der wichtigsten Persönlichkeiten mit Einfluss auf das Münzwesen weit im Land und bestrebt, die königliche Autorität über das Münzwesen wiederherzustellen. Sein Name erscheint auf Münzen aus Paris, Marseille und Arles. Für Chlotar II. fertigte er einen goldenen Kopf und einen goldenen Sessel, für dessen Sohn und Nachfolger Dagobert I. mehrere Reliquienschreine gefertigt haben. Mehrere Heiligengräber wurden von ihm ausgestattet, für das Kloster in Chelles stellte er einen Kelch her, für die Kirche in St-Denis ein Kreuz. Die Überlieferung berichtet seine Wundertat, wonach er aus dem für einen Thronsessel bestimmten Gold die doppelte Menge machte und zwei Sessel fertigte, um den Erlös Armen zu geben. Von seinen zahlreichen weiteren Wundertaten ist eine ab dem 14. Jahrhundert bezeugte besonders häufig berichtet: Er schnitt einem störrischen Pferd, das er beschlagen sollte, das Bein ab, befestigte das Hufeisen auf dem Amboss und setzte das Bein wieder an.

Sandro Botticelli: Das Wunder des Eligius, 1490 - 92, aus dem Altar von San Marco, heute in der Galleria degli Uffizi in Florenz
Sandro Botticelli: Das Wunder des Eligius, 1490 - 92, aus dem Altar von San Marco, heute in der Galleria degli Uffizi in Florenz

Als Gesandter in der Bretagne veranlasste Eligius 636/637 den Fürsten Judicaël zur Unterwerfung. Seine Frömmigkeit motivierte ihn zu großen Schenkungen an die Armen und dem Loskauf von Gefangenen. Noch als Laie gründete noch als Laie mehrere Klöster und Kirchen und führte als Freund von Kolumban, dem Abt von Luxeuil - dem heutigen Luxeuil-les-Bains -, dessen Regel in dem von ihm 631/632 gegründeten Kloster in Solignac ein. Auch die Gründung der Klöster St-Martial in Paris und St-Loup in Noyon geht auf ihn zurück. Nach Dagoberts Tod 639 verließ er den Hof, wurde gemeinsam mit seinem Freund Aldowin von Rouen Priester und übernahm noch 639 das Amt des Bischofs von Tours, ab 641 das Bischofsamt in Noyon, wozu er in derselben Feier wie Aldowin geweiht wurde.

Von Noyon aus machte er sich verdient um die Missionsarbeit in Flandern und den Ausbaus der Organisation in seiner weiträumigen Diözese. Er entdeckte die Gräber der Märtyrer Quintinius von Saint-Quentin und Piatus von Tournai und war Teilnehmer der SynodenSynode (altgriech. für Zusammenkunft) bezeichnet eine Versammlung in kirchlichen Angelegenheiten. In der alten Kirche wurden "Konzil" und "Synode" synonym gebraucht. In der römisch-katholischen Kirche sind Synoden Bischofsversammlungen zu bestimmten Themen, aber mit geringerem Rang als Konzile. In evangelischen Kirchen werden nur die altkirchlichen Versammlungen als Konzile, die neuzeitlichen Versammlungen als Synode bezeichnet. in Orléans 639 und 641 sowie in Chalon-sur-Saône 647 und 653. Das ihm vom König geschenkte Hofgut bei Limoges baute er als Kloster aus und gründete das Frauenkloster St-Gideberte in Noyon. 659 verließ er den Bischofsstuhl und wandte sich selbst zur Mission nach Flandern.

Statue mit Reliquie in der Kirche in Moustiers-Sainte-Marie bei Manosque
Statue mit Reliquie in der Kirche in Moustiers-Sainte-Marie bei Manosque

Eligius'wurde in St-Loup in Noyon bestattet. Ein Jahr nach seinem Tod wurden seine Gebeine erhoben, Mitte des 9. Jahrhunderts aus Furcht vor den einfallenden Normannen in die bischöfliche Kapelle überführt und angeblich 1066 in die Kathedrale gebracht, wo sie 1157 in einen neuen Schrein gelegt wurden. Die Mönche in Noyon bestritten deren Echtheit, 1183 erhoben sie die von ihnen für echt erachteten Gebeine. Ungeachtet dessen breitete sich die Verehrung und die Wallfahrt zu Eligius besonders in Nordfrankreich und Belgien, darüberhinaus in ganz Europa aus und erlebte im 13. Jahrhundert ihren Höhepunkt. Die älteste Lebensgeschichte wurde um 674 von Aldowin von Rouen verfasst, sie ist nur in der von einem Mönch aus Noyon überarbeiteten Fassung aus der 1. Hälfte des 8. Jahrhunderts erhalten. Die unter seinem Namen überlieferten Homilien stammen nicht von Eligius.

Attribute: Kelch, Hammer, Amboss, Zange und Pferdefuß
Patron der Kechte und Bauern, der Gold-, Silber- und Hufschmiede, Schmiede, Schlosser, Metallarbeiter, Bergleute, Büchsenmacher, Münzmeister, Uhrmacher, Lampenmacher, Korbmacher, Graveure, Wagner, Kutscher, Kutschenbauer, Sattler, Pferdehändler und Tierärzte, der Pächter, der Pferde; gegen Pferdekrankheiten
Bauernregel: Fällt auf Eligius ein starker Wintertag, / die Kälte vier Monate dauern mag.

Franz Elsensohn über den Pferdepatron St. Loy und seine Kapelle in Götzis


Martyrologium Romanum Flori-Legium

Catholic Encyclopedia

  Franz Elsensohn aus Götzis hat Götzner Sagen und Legenden in seinem 2000 erschienen Buch dargestellt.

  Biographisch-Bibliographisches Kirchenlexikon





DVD Heiligenlexikon als DVD oder USB-Stick als USB-Stick


Seite zum Ausdruck optimiert

Empfehlung an Freunde senden

Artikel kommentieren/Fehler melden

Suchen bei amazon: Bücher über Eligius von Noyon

Wikipedia: Artikel über Eligius von Noyon

Fragen? - unsere FAQs antworten!

Im Heiligenlexikon suchen

Impressum

Schauen Sie sich zufällige Biografien an:
Bodard von Poitiers
Giselbert von Cappenberg
Seneca von Jerusalem


  2   ?   2   1 Für Ihren Datenschutz: mit 2 Klicks empfehlen!


Autor: Joachim Schäfer - zuletzt aktualisiert am 15.08.2016
korrekt zitieren:
Joachim Schäfer: Artikel
Die Deutsche Nationalbibliothek verzeichnet das Ökumenische Heiligenlexikon in der Deutschen Nationalbibliografie; detaillierte bibliografische Daten sind im Internet über http://d-nb.info/969828497 abrufbar.

Quellen:
• Vera Schauber, Hanns Michael Schindler: Heilige und Patrone im Jahreslauf. Pattloch, München 2001
• P. Ezechiel Britschgi: Name verpflichtet. Christiana, Stein am Rhein, 1985
• Hiltgard L. Keller: Reclams Lexikon der Heiligen und der biblischen Gestalten. Reclam, Ditzingen 1984
• Friedrich Wilhelm Bautz. In: Friedrich-Wilhelm Bautz (Hg.): Biographisch-Bibliographisches Kirchenlexikon, Bd. I, Hamm 1990
• Lexikon für Theologie und Kirche, begr. von Michael Buchberger. Hrsg. von Walter Kasper, 3., völlig neu bearb. Aufl., Bd. 3. Herder, Freiburg im Breisgau 1995
• Charlotte Bretscher-Gisinger, Thomas Meier (Hg.): Lexikon des Mittelalters. CD-ROM-Ausgabe J.B. Metzler, Stuttgart / Weimar 2000