Lorenz von der Auferstehung
französischer Name: Laurent de la Résurrection
Taufname: Nikolaus - Nicolas Herman
Gedenktag katholisch: 12. Februar
Name bedeutet: der Lorbeergeschmückte oder: Mann aus Laurentum (latein.)
Nikolaus Herman war ein Sohn einer einfachen Bauernfamilie. Mit 18 Jahren wurde er Soldat und kämpfte auf Seiten der Truppen von Herzog Karl IV. von Lothringen gegen die Franzosen, die Lothringen besetzt hatten. Im selben Jahr wurde ihm der Anblick eines kahlen Baumes im Winter, verbunden mit der Vision, dass dieser Baum im Frühling wieder erblüht, zu einem tiefen spirituellen Erlebnis. Als Soldat entkam er zweimal dem Tod, wurde aber 1635 schwer verwundet. Er beschloss dann, als Einsiedler zu leben, fand dabei aber weder Frieden noch religiöse Inbrunst, ging deshalb nach Paris und arbeitete als Lakai beim Kanzler der Königin. Ein Onkel von Nikolaus war Mönch der Unbeschuhten Karmeliter im Kloster an der Kirche Saint-Joseph-des-Carmes in Paris; 1640 trat Nikolaus dort als Laienbruder ein und nahm den Ordensnamen Lorenz von der Auferstehung an. Im Kloster arbeitete er als Koch, danach als Schuster. Sein freundliches und liebenswürdiges Wesen sowie seine einfache und bescheidene Art brachten ihm Achtung und Wohlwollen ein. Im Alter litt er schwer unter Ischias, was ihn zum Hinken zwang.
Er sagte mir, alles bestünde darin, ein für alle Mal all das aufzugeben, was wir als nicht auf Gott ausgerichtet erkennen, um uns an ein beständiges Gespräch mit Ihm zu gewöhnen, ohne Geheimnisse oder Hintergedanken. Wir müssten nur die unmittelbare Gegenwart Gottes in uns erkennen, uns jederzeit an Ihn wenden, Ihn um Hilfe bitten, Seinen Willen in Zweifelsfragen erkennen und das tun, was Er von uns verlangt, indem wir es Ihm darbringen, bevor wir es tun, und Ihm nach der Tat dafür danken. In diesem beständigen Gespräch seien wir auch damit beschäftigt, Gott unaufhörlich für Seine unendliche Güte und Vollkommenheit zu loben, anzubeten und zu lieben. Wir müssten Ihn mit vollem Vertrauen um Seine Gnade bitten, ohne über unsere Gedanken nachzudenken, und uns auf die unendlichen Verdienste unseres Herrn verlassen.
In seinem Kloster fiel ihm das Gebet schwer,
aber er begann, Gott während seiner Arbeitszeit als Freund und ihm nahestehendes Wesen zu sehen. Ich widmete mich den
Rest des Tages, auch während meiner Arbeit, sorgsam der Gegenwart Gottes, den ich stets als mir nahe empfand, oft sogar
in den Tiefen meines Herzens, was mir eine tiefe Ehrfurcht vor Gott einflößte.
Er sah Gott nun als einen Freund, der
mich liebevoll umarmt, mich an seinen Tisch einlädt, mich mit eigenen Händen bedient, mir die Schlüssel zu seinen Schätzen
gibt und mich in jeder Hinsicht wie seinen Liebling behandelt, ständig mit mir spricht und sich tausendfach an mir erfreut,
ganz zu schweigen von seiner Vergebung.
Das Wesen von Lorenz' Glaubenspraxis hieß: Zu jeder Zeit und unter allen Umständen
soll man der göttliche Gegenwart gedenken.
Es ist ein großer Irrtum zu glauben, die Zeit des Betens müsse sich von der übrigen Zeit unterscheiden. Nein! Es ist uns aufgegeben, bei Gott zu sein in der Zeit der Arbeit durch die Arbeit und zur Zeit des Gebets durch das Gebet. Beten ist nichts anderes als in der Gegenwart Gottes zu leben.
Abt Joseph de Beaufort, der Lorenz' Biograf wurde, besuchte ihn fast fünfundzwanzig Jahre lang regelmäßig. Er sammelte
seine Briefe, fertigte Aufzeichnungen seiner Gespräche an und veröffentlichte dann 1692 die Maximes spirituelles
, die
Geistlichen Lebensregeln
und 1694 die Mœurs et entretiens du frère Laurent de la Résurrection
, die Gebräuche
und Gespräche des Bruders Lorenz von der Auferstehung
. Diese Bücher, die sich ganz um die Praxis der Gegenwart Gottes
drehen, machten Lorenz' Spiritualität in Frankreich und im Ausland bekannt und fanden besonders auch unter Protestanten
großen Anklang; John Wesley und
Gerhard Tersteegen wurden stark von ihnen beeinflusst. 1828 erschien
erstmals eine deutsche Übersetzung. 2025 verwies der neue Papst Leo XIV. auf Lorenz Geistliche Lebensregeln
als das
Buch, das sein geistliches Leben seit Jahren prägt.
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Autor: Joachim Schäfer
- zuletzt aktualisiert am 07.01.2026
Quellen:
• https://fr.wikipedia.org/wiki/Laurent_de_la_R%C3%A9surrection - abgerufen am 07.01.2026
• https://www.carmel.asso.fr/Frere-Laurent-sa-vie.html - abgerufen am 07.01.2026
• https://www.karmelitinnen-foederation.de/spiritualit%C3%A4t/heilige-unseres-ordens/lorenz-von-der-auferstehung - abgerufen am 07.01.2026
korrekt zitieren: Joachim Schäfer: Artikel
Die Deutsche Nationalbibliothek verzeichnet das Ökumenische Heiligenlexikon in der
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https://d-nb.info/1175439177 und https://d-nb.info/969828497 abrufbar.