Ökumenisches Heiligenlexikon

Petrus II. von Poitiers

französischer Name: Pierre

1 Gedenktag katholisch: 4. April

Name bedeutet: der Fels (latein.)

Bischof von Poitiers
* um 1050
4. April 1115 in Chauvigny bei Poitiers in Frankreich


Petrus war Archidiakon und Kanoniker in Poitiers. 1087 wurde er Bischof von Poitiers. Er führte in seiner Diözese die von Papst Gregor VII. eingeführten Reformen ein und stand in engem Kontakt mit Robert von Arbrissel, den er unterstütze bei der 1101 erfolgten Gründung des Doppelklosters in Fontevrault - dem heutigen Fontevraud-l'Abbaye. 1095 nahm Petrus an der SynodeSynode (altgriech. für Zusammenkunft) bezeichnet eine Versammlung in kirchlichen Angelegenheiten. In der alten Kirche wurden "Konzil" und "Synode" synonym gebraucht. In der römisch-katholischen Kirche sind Synoden Bischofsversammlungen zu bestimmten Themen, aber mit geringerem Rang als Konzile. In evangelischen Kirchen werden nur die altkirchlichen Versammlungen als Konzile, die neuzeitlichen Versammlungen als Synode bezeichnet. in Clermont - dem heutigen Clermont-Ferrand - teil, 1100 berief er eine Synode nach Poitiers ein; beschlossen wurde dabei die Exkommunikation von König Philipp I. von Frankreich, weil er seine rechtmäßige Ehefrau verstoßen und eine selbst bereits verheiratete Frau geheiratet hatte.

1122 geriet Peter II. in Konflikt mit Wilhelm dem Troubadour, dem Herzog von Aquitanien und Grafen von Poitiers, weil auch der des Ehebruchs schuldig war. Petrus wurde der Simonie beschuldigt und seines Amtes enthoben; er wandte sich an Papst Paschalis II., der ihn von den Anklagen freisprach und ihn wieder einsetzte. Wilhelm aber weigerte sich hartnäckig, Buße zu tun, woraufhin der Bischof beschloss, ihn 1113 in einer feierlichen Zeremonie im Dom von Poitiers vor dem Volk und seinen wichtigsten Vasallen zu exkommunizieren. Graf Wilhelm erschien mit bewaffneten Männern im Dom und versuchte, ihn mit Gewalt aufzuhalten, doch trotz der Drohungen beendete Peter seine Exkommunikationsrede. Wilhelm verhaftete den Bischof und stellte ihn auf der Burg in Chauvigny unter Hausarrest. In seinem Exil lehrte Petrus die zukünftigen Priester der Diözese und eröffnete im Burghof eine Leprakolonie.

Petrus wurde beim Hochaltar in der Kirche des Klosters in Fontevrault bestattet und schnell als Heiliger verehrt. In der Französischen Revolution wurde das Grab zerstört.

Kanonisation: Petrus' Verehrung wurde 1861 von Papst Pius IX. bestätigt.





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Autor: Joachim Schäfer - zuletzt aktualisiert am 31.01.2026

Quellen:
• Vollständiges Heiligen-Lexikon …, 4. Band: M-P. Herausgegeben von Johann Evangelist Stadler, Fortgesetzt von J. N. Ginal, B. Schmid'sche Verlagsbuchhandlung (A. Manz), Augsburg, 1875
• https://fr.wikipedia.org/wiki/Pierre_II_(%C3%A9v%C3%AAque_de_Poitiers) - abgerufen am 31.01.2026
• https://catholicsaints.info/saint-peter-of-poitiers - abgerufen am 31.01.2026
• https://www.santiebeati.it/dettaglio/48510 - abgerufen am 31.01.2026
• https://www.heiligen-3s.nl/heiligen/04/04/04-04-1115-petrus.php - abgerufen am 31.01.2026
• https://lalumierededieu.eklablog.com/saint-pierre-ii-eveque-de-poitiers-1115-p420818 - abgerufen am 31.01.2026

korrekt zitieren: Joachim Schäfer: Artikel
Die Deutsche Nationalbibliothek verzeichnet das Ökumenische Heiligenlexikon in der Deutschen Nationalbibliografie; detaillierte bibliografische Daten sind im Internet über https://d-nb.info/1175439177 und https://d-nb.info/969828497 abrufbar.