Ökumenisches Heiligenlexikon

Afra

Gedenktag katholisch: 7. August
     Hochfest im Bistum Augsburg
     n.g. Gedenktag im Bistum München-Freising 
     Übertragung der Gebeine: 4. Juni
     in Augsburg: Bekehrung: 26. Oktober
Gedenktag evangelisch: 7. August
Name bedeutet: die Afrikanerin (latein.)
Märtyrerin
* auf Zypern (?)
† um 304 auf dem Lechfeld bei Augsburg
Kartenskizze

Historisch gesichert ist die Enthauptung einer Afra in Augsburg unter Kaiser Diokletian um 304.

Legenden erzählen von Afra als der Tochter des Königs von Zypern. Dieser wurde erschlagen, seine Frau Hilaria floh mit Afra nach Rom und weihte ihre Tochter der Liebesgöttin Venus. Afra träumte, sie solle Königin von Augsburg werden und bewog die Mutter, mit ihr dorthin zu ziehen.

Mit drei Gespielinnen richtete sie in Augsburg ein Freudenhaus ein, Bischof Narcissus kehrte während seiner Flucht vor der Diokletianischen Verfolgung, Herberge suchend, unwissend in dieses Haus ein. Afra bereitete ihm ein Mahl und wurde von seinem Tischgebet so erschüttert, dass sie ihm zu Füßen fiel, sich bekehren und taufen ließ. Sie schloss das Bordell, worauf sie von mehreren enttäuschten Augsburgern als Christin angezeigt wurde. Die auch in Augsburg fortschreitende Christenverfolgung brachte sie ins Gefängnis und zur Verurteilung: an einen Baumstamm gebunden, wurde sie um 304 enthauptet - eine ältere Legende erzählt ihre Verbrennung auf dem Lechfeld. Ihre drei Gespielinnen und die Mutter waren auch bekehrt worden, überlebten aber das erste Martyrium und wurden dann zusammen dem Flammentod überantwortet.

Afras Mutter Hilaria soll eine Kapelle gebaut haben, die ab 565 als Wallfahrtsstätte bezeugt ist und an deren Stelle heute das 1012 gegründete Benediktinerstift St. Ulrich und Afra steht. 1064, im Jahr von Afras Heiligsprechung, wurde in Augsburg ein spätrömischer Sarkophag mit angekohlten Gebeinen entdeckt; dieser steht heute in der Bartholomäus-Kapelle von St. Ulrich und Afra in Augsburg.

Afra zugeschriebener Sarg in der Gruft von St. Ulrich und Afra in Augsburg

Afra zugeschriebener Sarg in der Gruft von St. Ulrich und Afra in Augsburg

Kanonisation: 1064 erfolgte Afras Heiligsprechung
Attribute: Fichtenzapfen, gekrönt an Baum gebunden oder auf brennendem Holzstoß
Patronin der Büßerinnen, reuigen Dirnen und armen Seelen, der Heilkräuter; bei Feuersnot; zweite Patronin des Bistums Augsburg
Bauernregel: An St. Afra Regen / ist für Bauern ungelegen.

Catholic Encyclopedia

Im Kunstverlag Josef Fink gab das Diözesanmuseum Augsburg den Katalog seiner Ausstellung heraus: Hl. Afra. Eine frühchristliche Märtyrerin in Geschichte, Kunst und Kult.

Kritisch setzt sich Dr. Franz-Dieter Sauerborn vom Theodor-Heuss-Gymnasium in Freiburg mit der Afra-Legende und anderen Überlieferungen auseinander.

Biographisch- Bibliographisches Kirchenlexikon





Quellen:
• Vera Schauber, Hanns Michael Schindler: Heilige und Patrone im Jahreslauf. Pattloch, München, 2001
• Hiltgard L. Keller: Reclams Lexikon der Heiligen und der biblischen Gestalten. Reclam, Ditzingen 1984
• Erhard Gorys: Lexikon der Heiligen. dtv, München, 1997
• Otto Wimmer, Hartmann Melzer: Lexikon der Namen und Heiligen, bearb. u. erg. von Josef Gelmi. Tyrolia, Innsbruck, 1988
• http://www.newadvent.org/cathen/01180b.htm



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