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Hedwig, Tochter des Grafen Berthold V. von Andechs-Meran, und dessen zweiter Frau Agnes, wurde von ihrer Tante, der Äbtissin des Benediktinerinnenklosters Kitzingen, dort erzogen. Ihre Schwester Agnes wurde die Frau des französischen Königs Philipp II. August, die Schwester Gertrud die des ungarischen und damit die Mutter von Elisabeth von Thüringen. Auch Hedwig musste mit zwölf Jahren heiraten: den Herzog Heinrich I. von Schlesien; sie gebar ihm sieben Kinder. Während sich ihr Mann dem Aufbau und der Sicherung des Landes widmete und dazu viele deutsche Siedler in das slawische Gebiet zog, arbeitete Hedwig an der Einwurzelung christlichen Gedankengutes, diente hingebungsvoll Armen und Kranken, gründete Frauenklöster, unterstützte verschiedene Orden bei der Gründung von Niederlassungen. Sie selbst habe eine Marienstatue ständig bei sich getragen, um sie immer andächtig betrachten zu können.
Nach 22-jähriger Ehe gelobten Heinrich und Hedwig Enthaltsamkeit. 1201/02 gründete Hedwig das Zisterzienserinnenkloster Trebnitz - das heutige Trzebnica -, das sie für 1000 Nonnen, Zöglinge und Dienstpersonal ausbaute. Ihr privates Leben war von persönlichem Leid überschattet: ihr Heimatschloss wurde völlig zerstört, ihre Schwester Gertrud fiel einem Mordanschlag zum Opfer, sechs ihrer Kinder starben, dazu 1238 auch ihr Mann. Dem Angriff der Mongolen 1241 mit der Schlacht bei Liegnitz - dem heutigen Legnica - und dem Tod ihres Sohnes Heinrich II. entgingen Hedwig und ihr Konvent in Krossen an der Oder - dem heutigen Krosno Odrzańskie. Danach lebte sie ganz in ihrem Kloster. Sie habe sich selbst im Winter durch Barfußgehen kasteit; der Bischof verordnete ihr Schuhe, aber sie habe ihn überlistet, indem sie die Schuhe wohl gehorsam trug, aber in der Hand.
Urkunde, mit der Hedwig ihren Besitz dem Kloster Trzebnica
vermachte, 1242, im Staatsarchiv in Wrocław
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Hedwigs Grab ist in Trzebnica. Die Erhebung ihrer Gebeine und ihre Überführung in die von ihrem Enkel Wladyslaw, dem Erzbischof von Salzburg, errichtete Kapelle erfolgte 1267. Im 14. Jahrhundert verbreitete sich die Verehrung rasch, befördert durch die Zisterzienserinnen und die polnische Piastendynastie. Reliquien liegen auch in Andechs; schlesische Vertriebene haben seit dem 2. Weltkrieg dort den Hedwig-Kult stark wiederbelebt.
Kanonisation:
Hedwig wurde schon 1267 von Papst Clemens IV. in Viterbo
heilig gesprochen, woran seit 1967 eine Inschrift in der dortigen Kathedrale
erinnert.
Attribute:
Krone, als Nonne, barfuß ihre Schuhe tragend
Patronin
von Schlesien und Polen, von Berlin,
Breslau / Wrocław,
Trebnitz / Trzebnica
und Krakau;
der Heimatvertriebenen und Brautleute; des Bistums Görlitz
Bauernregeln:
An Hedwig bricht der Wetterlauf / dann hört das gute Wetter auf.
Die Hedwig und der Galle, die
machen das schöne Wetter alle.
Hedwige / gibt Zucker in die Rübe.
Stadlers Vollständiges Heiligenlexikon
Biographisch- Bibliographisches Kirchenlexikon
Tafel zum Andenken an Hedwigs Heiligsprechung in der Kathedrale San Lorenzo in Viterbo
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