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Ökumenisches Heiligenlexikon

Hedwig von Schlesien

polnischer Name: Jadwiga
auch: von Andechs, von Polen

Gedenktag katholisch: 16. Oktober
nicht gebotener Gedenktag
Hochfest in den Bistümern Wrocław / Breslau, Katowice, Gliwice, Legnica / Liegnitz und Opole
Fest im Bistum Berlin und im Bistum Bielsko-Żywiec
gebotener Gedenktag in Polen und im Bistum München-Freising
Regionalkalender deutsches Sprachgebiet, Diözesankalender Augsburg
nicht gebotener Gedenktag im Erzbistum Mailand: 12. Oktober
Gedenktag III. Klasse      Im alten Messbuch entspricht die III. Klasse einem gebotenen Gedenktag. Grundsätzlich werden offiziell alle Klassen als „Feste” bezeichnet, da der Rang ja nicht durch das Wort „Fest”, sondern durch die Klasse gekennzeichnet wird.
Die Feste III. Klasse sind außerhalb der geprägten Zeiten (Advent, Weihnachtsoktav, Fastenzeit, Osteroktav) immer zu feiern, wenn sie nicht von einem Fest I. oder II. Klasse verdrängt werden. Innerhalb der geprägten Zeiten können sie in der Regel nur kommemoriert, aber nicht gefeiert werden.

Todestag: 15. Oktober

Gedenktag evangelisch: 15. Oktober

Name bedeutet: die kämpferische Kämpferin (althochdt.)

Herzogin von Schlesien, Ordensfrau
* 1174 (?) auf Schloss Andechs am Ammersee in Bayern
† 15. (?) Oktober 1243 in Trebnitz, heute Trzebnica in Polen

Kartenskizze Kartenskizze

Miniatur, 1353, Schlackenwerther Codex, die erste deutsche Übersetzung der Hedwigslegende

Miniatur, 1353, Schlackenwerther Codex, die erste deutsche Übersetzung der Hedwigslegende

Hedwig, Tochter des Grafen Berthold IV. von Andechs-Meranien *, und dessen zweiter Frau Agnes von Groitzsch, wurde von ihrer Tante, der Äbtissin des Benediktinerinnenklosters Kitzingen, dort erzogen. Hedwigs Schwester Agnes wurde die Frau des französischen Königs Philipp II. August, ihre Schwester Gertrud die des ungarischen Königs und damit die Mutter von Elisabeth von Thüringen. Auch Hedwig musste um 1188 Jahren heiraten: den Herzog Heinrich I. von Schlesien; sie gebar ihm sieben Kinder. Während sich ihr Mann dem Aufbau und der Sicherung des Landes widmete und dazu viele deutsche Siedler in das slawische Gebiet zog, arbeitete Hedwig an der Einwurzelung christlichen Gedankengutes, diente hingebungsvoll Armen und Kranken, gründete Frauenklöster, unterstützte verschiedene Orden bei der Gründung von Niederlassungen. Sie selbst habe eine Marienstatue ständig bei sich getragen, um sie immer andächtig betrachten zu können.

Nach 22-jähriger Ehe gelobten Heinrich und Hedwig Enthaltsamkeit. 1201 / 02 gründete Heinrich auf Hedwigs Bitte das Zisterzienserinnenkloster Trebnitz - das heutige Trzebnica -, das schnell für 1000 Nonnen, Zöglinge und Dienstpersonal ausgebaut wurde. Ihr privates Leben war von persönlichem Leid überschattet: ihr Heimatschloss wurde völlig zerstört, ihre Schwester Gertrud fiel einem Mordanschlag zum Opfer, sechs ihrer Kinder starben, dazu 1238 auch ihr Mann. Dem Angriff der Mongolen 1241 mit der Schlacht bei Liegnitz - dem heutigen Legnica - und dem Tod ihres letzten Sohnes, Heinrich II., entgingen Hedwig und ihr Konvent durch die Flucht nach Krossen an der Oder - dem heutigen Krosno Odrzańskie. Danach lebte sie ganz in ihrem Kloster. Sie habe sich selbst im Winter durch Barfußgehen kasteit; der Bischof verordnete ihr Schuhe, aber sie habe ihn überlistet, indem sie die Schuhe wohl gehorsam trug, aber in der Hand.

Urkunde, mit der Hedwig ihren Besitz dem Kloster Trzebnica vermachte, 1242, im Staatsarchiv in Wrocław

Urkunde, mit der Hedwig ihren Besitz dem Kloster Trzebnica vermachte, 1242, im Staatsarchiv in Wrocław

Hedwigs Grab ist in Trebnitz / Trzebnica. Die Erhebung ihrer Gebeine und deren Überführung in die von ihrem Enkel Wladyslaw, dem Erzbischof von Salzburg, errichtete Kapelle erfolgte 1267. Im 14. Jahrhundert verbreitete sich die Verehrung rasch, befördert durch die Zisterzienserinnen und die polnische Piastendynastie. Ihr Grab in Trebnitz ist noch heute neben dem Annaberg - beim heutigen Góra Świętej Anny - der größte Wallfahrtsort Schlesiens. Reliquien liegen auch in Andechs; schlesische Vertriebene haben seit dem 2. Weltkrieg dort den Hedwig-Kult stark wiederbelebt.

Tafel zum Andenken an Hedwigs Heiligsprechung in der Kathedrale San Lorenzo in Viterbo

Tafel zum Andenken an Hedwigs Heiligsprechung in der Kathedrale San Lorenzo in Viterbo

Kanonisation: Hedwig wurde schon 1267 von Papst Clemens IV. in Viterbo heiliggesprochen, woran seit 1967 eine Inschrift in der dortigen Kathedrale erinnert.
Attribute: Krone, als Nonne, barfuß ihre Schuhe tragend
Patronin von Schlesien und Polen, von Berlin, Breslau / Wrocław, Trebnitz / Trzebnica und Krakau; der Heimatvertriebenen und Brautleute; des Erzbistums Breslau, des Bistums Görlitz
Bauernregeln: An Hedwig bricht der Wetterlauf / dann hört das gute Wetter auf.
Die Hedwig und der Galle, / die machen das schöne Wetter alle.
Hedwige / gibt Zucker in die Rübe.

* Meranien umfasste damals das Gebiet zwischen Augsburg und Bozen.

Stadlers Vollständiges Heiligenlexikon

Catholic Encyclopedia

Biographisch-Bibliographisches Kirchenlexikon



Quellen:
• Vera Schauber, Hanns Michael Schindler: Heilige und Patrone im Jahreslauf. Pattloch, München 2001
• Hiltgard L. Keller: Reclams Lexikon der Heiligen und der biblischen Gestalten. Reclam, Ditzingen 1984
• http://www.bauernregeln.net/oktober.html
• Charlotte Bretscher-Gisinger, Thomas Meier (Hg.): Lexikon des Mittelalters. CD-ROM-Ausgabe. J.B. Metzler, Stuttgart / Weimar 2000
• http://www.kirche-in-not.de/kirchengeschichte/2009/10-16-namenstag-heilige-hedwig-16-oktober
• Lexikon für Theologie und Kirche, begr. von Michael Buchberger. Hrsg. von Walter Kasper, 3., völlig neu bearb. Aufl. Bd. 4. Herder, Freiburg im Breisgau 1995