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Johannes Daniel Falk, als Sohn einer armen Familie geboren, studierte Dank eines Stipendiums seiner Heimatstadt Theologie in Halle, konnte sich aber mit der dort gelehrten rationalistischen Theologie nicht anfreunden und wurde Privatgelehrter und freier Dichter. 1797 ging er nach Weimar und war mit Johann Wolfgang von Goethe, == Johann Gottfried Herder und Christoph Martin Wieland befreundet. 1798 wurde er zum Legationsrat ernannt. Nach der Schlacht bei Jena und Auerstedt stellte er sich dem französischen Kommandanten als Dolmetscher zur Verfügung und konnte übermäßige Plünderungen verhindern; als es vor der Schlacht von Leipzig wieder zu Plünderungen kam, konnte Falk vom französischen General zwei Kompanien erhalten, mit denen er im Land Ordnung schaffte.
1813 starben bei einer Typhusseuche vier der sieben Kinder von Falk, er
selbst wurde todkrank. Diese Erlebnisse veranlassten ihn, sich um heimatlose
Waisen zu kümmern. Er gründete 1813 die Gesellschaft der Freunde in der Not
und nahm auch selber Kinder auf. 1816, in schwerer Zeit, dichtete er auf die
Melodie eines sizilianischen Marienlobgesangs
die erste Strophe des Weihnachtsliedes, die er mit diesen Kindern sang und die
zu einem der bekanntesten Weihnachtslieder geworden ist: O
du fröhliche
(Evangelisches Gesangbuch 44) - ein Gehilfe Falks, Heinrich
Holzschuher, dichtete noch zwei weitere Strophen hinzu.
1819 starb Falks 19-jähriger Sohn, 1821 starb sein letztes Kind im Alter von
16 Jahren. Falk erwarb unter Einsatz seines Privatvermögens den verfallenen
Lutherhof
in Weimar,
baute ihn mit Hilfe der Waisenkinder und der Gesellschaft der Freunde in der
Not
wieder auf und schuf so das erste Rettungshaus für verwahrloste Kinder;
nach dem Vorbild Falks entstand u.a. 1833 das Rauhe Haus
von Johann
Hinrich Wichern. 1825 erkrankte Falk schwer; nach monatelanger schmerzhafter
Krankheit starb er.
1998
wurde die Gesellschaft
der Freunde in der Not
in Weimar neu gegründet.
Biographisch- Bibliographisches Kirchenlexikon
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