Ökumenisches Heiligenlexikon

Kasimir (Kazimierz) von Polen

Gedenktag katholisch: 4. März
     n.g. Gedenktag
Name bedeutet: Stifter des Friedens (slawisch)
Königssohn
* 3. (?) Oktober 1458 in Krakau / Kraków in Polen
† 4. März 1484 in Grodno in Litauen, heute Hrodna in Weißrussland
Kartenskizze Kartenskizze

unbekannter Künstler: Gemälde, um 1520, im Litauischen Kunst-Museum in Vilnius

unbekannter Künstler: Gemälde, um 1520, im Litauischen Kunst-Museum in Vilnius   

Kazimierz war der zweite Sohn des polnischen Königs Kasimir IV. aus der Dynastie derv Jagiellonen und seiner Frau Elisabeth von Österreich, der Tochter des böhmischen und ungarischen Königs, die ihn betont christlich erzog. Als Kazimierz 14 Jahre alt war, wurde er vom aufständischen ungarischen Adel zum Gegenkönig gewählt und von seinem Vater mit einer Armee nach Ungarn gesandt, sein Rivale Mattias Corvinus verhinderte aber den Amtsantritt. Kazimierz konnte sich nun ganz seinen geistlichen Neigungen hingeben. 1481 lehnte er die erwünschte Ehe mit der Tochter des deutschen Kaisers Friedrich III. ab, da er Keuschheit gelobt habe. Er war ein großer Verehrer der Maria, Friedensliebe, Askese und soziales Engagement zeichneten ihn aus.

Als sich sein Vater für einige Jahre in Litauen aufhalten musste, um sein Reich gegen russische Infiltration zu schützen, übernahm Kazimierz 1479 als Statthalter die Reichsverwaltung und erwarb sich schnell Anerkennung und Achtung beim Volk als Bruder und Beschützer der Armen wegen seiner Gerechtigkeit und Sittenstrenge, aber auch weil es ihm gelang, Ordnung gegen das Räuberunwesen wieder herzustellen. Als sein Vater ihn zur Unterstützung nach Litauen holte, erkrankte er dort an einer plötzlich auftretenden Schwindsucht und starb am Hof in Grodno (Hrodna).

Kazimierz' Grab war in der Anfang des 17. Jahrhunderts von Jesuiten für ihn erbauten Kasimir-Kirche in Vilnius, die in den Napoleonischen Kriegen profaniert wurde. Nach der Übergabe der Kirche an die Orthodoxen 1832 kamen seine Gebeine in die Kathedrale. Nach dem 2. Weltkrieg, als die Kathedrale von der Sowjetmacht geschlossen wurde, brachte man die Reliquien in die St.-Peter-und-Pauls-Kirche, jetzt sind sie wieder in der Kathedrale. Die frühbarocke Kasimir-Kapelle ist eine der schönsten Kapellen in der Kathedrale, besonders reich an Fresken und Skulpturen.

Kanonisation: Die von Papst Leo X. schon ausgestellte Kanonisationsbulle für Kazimierz ging 1521 wegen der Plünderung Roms verloren. 1602 stellte Papst Clemens VIII. eine zweite Urkunde zur Heiligsprechung aus. 1636 wurde Kazimierz von Papst Urban VIII. zum Schutzheiligen des Großreiches Polen-Litauen erklärt
Attribute: Lilie
Patron von Polen und Litauen, der Jugend; gegen Pest, Religions- und Vaterlandsfeinde

Stadlers Vollständiges Heiligenlexikon

Catholic Encyclopedia

Biographisch- Bibliographisches Kirchenlexikon





Quellen:
• Vera Schauber, Hanns Michael Schindler: Heilige und Patrone im Jahreslauf. Pattloch, München 2001
• Charlotte Bretscher-Gisinger, Thomas Meier (Hg.): Lexikon des Mittelalters. CD-ROM-Ausgabe J.B. Metzler, Stuttgart/Weimar 2000
• Chronik-Kalender 2009, Harenberg, Dortmund 2008



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