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Carlo Domenico Cristofori trat mit 17 Jahren in den Kapuzinerorden ein und nahm den Odensnamen Marco an, mit 23 Jahren wurde er zum Priester geweiht. Um 1665 wirkte er als Priester in Venetien, von den Menschen als Wundertäter verehrt, nachdem er 1676 eine wundersame Heilung vollbracht hatte. Heilungen und dadurch erfolgte Bekehrungen seien so zahlreich gewesen, dass er als einer der fruchtbarsten Seelsorger seines Jahrhunderts gilt.
Marco war befreundet mit Kaiser Leopold I. von Österreich und übte großen Einfluss auf dessen Politik aus. Als päpstlicher Gesandter im Entsatzheer bei der Belagerung Wiens durch die Türken halfen 1683 seine begeisternden Predigten mit, dass die widerstrebenden Feldherren sich einigten, den Kampf gegen die Türken nach langem Zögern aufnahmen und die Stadt so gerettet wurde; in der Folge konnte danach in fünf Feldzügen auch Budapest und Belgrad zurückerobert werden. Auch bei der zweiten Belagerung Wiens 1697 unter Prinz Eugen half Marcos Einsatz wesentlich. 1699 versuchte er, den Kaiser mit dem Papst auszusöhnen, aber er starb unterdessen an völliger Auszehrung in Anwesenheit des Kaiserpaares.
Bei Marcos Bestattung war die Menschenmenge so groß, dass Militär eingesetzt werden musste, um die Ordnung aufrechtzuerhalten. Sein Leichnam liegt in der Kapuzinerkirche in Wien, dort wurde 1935 auch ein Denkmal zu seinen Ehren aufgestellt.
Kanonisation:
Der Seligsprechungsprozess wurde 1912 eingeleitet. 250 Jahre nach dem Entsatz
von Wien
im Jahr 1933 wurde Marco von der herrschenden politischen Strömung
wiederentdeckt
. Man war um ein Denkmal bemüht, die Seligsprechung sollte
vorangetrieben und Marco zum Schutzpatron Österreichs ernannt werden. Aber erst
am weißen Sonntag 2003 erfolgte die Seligsprechung durch Papst Johannes
Paul II..
Bild aus der ständestaatlichen Propagandazeitung Die Bilder-Woche
, Nr. 23 von
1935: Das Kreuz, das Marco 1683 dem Entsatzheer vorangetragen haben soll, wird
in einer Prozession vom Kahlenberg nach Wien
getragen ![]()
Eine
sehr informative und schöne Internetpräsentation
zu Markus von Aviano hat die Stadtbibliothek Wien zusammengestellt.
Biographisch- Bibliographisches Kirchenlexikon
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