Gedenktag katholisch: 30. März
nicht gebotener Gedenktag im Bistum Wien: 29. Oktober
Name bedeutet: H: die Leuchtende (griech.)
R: die Wiederhergestellte (latein.)
Helene Kafka wurde als Tochter eines Schusters und einer Blumenmacherin
geboren. Als sie zwei Jahre alt war, zogen ihre Eltern nach Wien.
In ihrer Jugend war sie geplagt von Stottern, was durch langes Schweigen geheilt
werden konnte. Sie war dann als Köchin, schließlich als Hilfspflegerin im von
Franziskanerinnen versorgten Krankenhaus
im Wiener Stadtteil Lainz tätig. Im Alter von 19 Jahren wurde sie selbst
Hartmannschwester
- Franziskanerin von der christlichen Liebe
- mit dem
Ordensnamen Maria Restituta und war dann als Operationsschwester im Krankenhaus
in Mödling
bei Wien tätig, wo sie besonders durch ihre Freundlichkeit beliebt wurde. Sie
gab die Liebe, die sie von Gott her gespürt hat, an die Menschen weiter; dabei
war es ihr egal, ob jemand Christ oder Jude war oder welche politische
Auffassung er hatte.
Maria Restituta in Häftlingskleidung, aufgenommen im November 1942, drei Wochen
nach Verkündigung des Todesurteils 
Nach der Machtübernahme durch die Nationalsozialisten 1938 ließ Schwester
Maria Restituta sich weiterhin nicht den Mund verbieten und handelte, wie es ihr
recht erschien: So führte sie heimlich ein Kind zur Taufe, widersetzte sich den
Anweisungen der Nazis zur Abnahme der Kruzifixe im Krankenhaus. Als sie eine
Sekretärin bat, ein Gedicht und ein Flugblatt der Widerstandsgruppe Weiße Rose
abzutippen, in dem sie unter anderem lästerte: Sie befreiten uns und eh' man's
glaubt, hatten sie uns ausgeraubt
, wurde sie durch den SS-Arzt Lambert Stumfohl
denunziert. Am Aschermittwoch
1942 wurde sie wegen Vorbereitung zum Hochverrat
in ihrem Krankenhaus abgeholt
und in Haft genommen. Der Volksgerichtshof Wien
verurteilte sie am 29. Oktober 1942 als die - neben Edith
Stein - einzige Ordensfrau im sogenannten Großdeutschen Reich zum Tod; die
zahlreichen anderen Ordensfrauen, die den Nazis - vor allem in Polen - zum Opfer
fielen, waren keine Bürgerinnen des Dritten Reiches
. In der Nacht vom 29. auf
den 30. März wurde Maria Restituta enthauptet.
Kanonisation:
1998 wurde Maria Restituta Kafka während des Österreich-Besuchs von Papst
Johannes Paul II. selig
gesprochen.
Alfred Hrdlicka: Büste von Maria Restituta, 2009, im Stefansdom in Wien Sockels: Darauf stehen die Namen von sechs kommunistischen Widerstandskämpfern, die gemeinsam mit Restituta am 30. März 1943 hingerichtet wurden.
Der
Verein zur Förderung des Einsatzes für Menschenwürde und Menschenrechte im Sinn
der seligen Krankenschwester Maria Restituta - Helene Kafka
stellt auf seiner
Homepage eindrücklich das Wirken
von Maria Restituta und ihr Martyrium dar.
Biographisch-Bibliographisches Kirchenlexikon
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