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Ökumenisches Heiligenlexikon

Valentin von Terni

Gedenktag katholisch: 14. Februar
nicht gebotener Gedenktag im Bistum Fulda und Mainz
nicht gebotener Gedenktag im Bistum Limburg: 15. Februar

Gedenktag orthodox: 30. Juli

Name bedeutet: der Kräftige (latein.)

Bischof von Terni (?), Märtyrer
* um 175 in Interamna, heute Terni in Italien
† um 268 in Rom

Kartenskizze


Valentin wurde der Legende zufolge schon in jungen Jahren Bischof in Interamna an der der Via Flaminia - dem heutigen Terni, wo er demzufolge mit großem pastoralem Eifer und auch durch aufsehenerregende Wunder wirkte. Deshalb wurde er nach Rom gerufen, um Cheremon, den verkrüppelten Sohn des Rhetors Craton zu heilen. Weil er das tat und deshalb viele Leute zum Glauben kamen, wurde er in der Verfolgung unter Kaiser Aurelian auf Anordnung des Präfekten verhaftet, eingekerkert gegeißelt und schließlich am 63. Meilenstein der nach Rom führenden Via Flaminia enthauptet, nachdem er vor dem Kaiser das Götteropfer verweigert hatte; dies geschah des Nachts, um einen Aufruhr des Volkes in Terni zu vermeiden, das seinen Bischof schätzte und verehrte. Drei von ihm Bekehrte - ihre Namen werden überliefert als Proculus, Ephebus (Ephibius) und Apollonius - brachten seinen Leichnam bei Nacht nach Interamna zurück und wurden deshalb ebenfalls gemartert, dann in Valentins Nähe bestattet. Auch Abundius, der Sohn des heidnischen Präfekten, der ein Verehrer von Valentin war, wurde danach hingerichtet.

Im 4. Jahrhundert gab es am 63. Meilenstein der Via Flaminia nahe der heutigen Stadt Terni eine Begräbnisstätte, bei der ab dem 8. Jahrhundert eine Kirche stand, die einem Märtyrer Valentin geweiht war. Dieser Märtyrer ist auch im Martyrologium des Hieronymus belegt und dem 14. Februar zugewiesen. Von diesem Valentin gibt es die im 5./6. Jahrhundert entstandene Märtyrerlegende.

Schwierig zu entscheiden ist die Frage, ob Valentin eigentlich Valentin von Rom ist, dessen Verehrung der Via Flaminia entlang nach Terni gelangte - oder auch umgekehrt -, oder ob es tatsächlich zwei verschiedene Märtyrer Valentin gab, wobei die Identifizierung der Reliquien unklar bleibt.

Im 12. Jahrhundert wurde angeblich Valentins Kopf geraubt und nach Jumièges gebracht. 1605 wurde unter dem alten Hochaltar in der Kirche über Valentins Grab der Schrein aus Marmorplatten und der darin enthaltene Schrein aus Blei geöffnet und die darin gefundenen Reliquien wurden in die alte Stadtkirche von Terni, die Kirche S. Cristoforo, überführt. 1618 wurden sie in die neu gebaute Basilika am Todesort zurückübertragen und in einen Glas-Sarkophag gelegt, der seinen Platz fand unter dem Hochaltar; 1630 stiftete Erzherzog Leopold V. von Österreich-Tirol aus Dankbarkeit für eine Gnade, die ihm auf die Fürsprache des hl. Valentin zuteil geworden war einen neuen Hochaltar. In dem Glassarg ruht die Bischofsgestalt; Gesicht und Hände sind aus Silber nachgebildet, am rechten Arm enthält ein Beutel die wenigen Stücke von Valentins Gebeinen, die an der ursprünglichen Grabstätte noch vorhanden sind.

Reliquien wurden in viele Kirchen in Italien, Frankreich, Belgien, Deutschland und Österreich übertragen. In Kiedrich am Rhein wird ein Stück vom Schädel verehrt, andere Gebeine sind in der Liebfrauenkirche in Worms, der Christophskirche - der heutigen Karmeliterkirche - in Mainz, in der Kirche auf dem Helenenberg in Welschbillig bei Bitburg, in Würzburg. Angebliche Gebeine liegen auch in der Michaelskirche in Krumbach in Schwaben; diese sind nach einer auf 1734 datierten Urkunde tatsächlich die eines Valentin, der im Gräberfeld San Calepodius nahe der Via Aurelia in Rom - dort, wo heute die Kirche S. Callisto steht, - exhumiert wurden, also die eines klassischen Katakombenheiligen. Auch Herzog Leopold V. habe eine Reliquie in seiner Residenz Innsbruck verwahrt, diese ist verschollen. Aus Kiedrich kamen kleine Reliquien in die Filialkirche nach Heuchelheim, einem Ortsteil von Elbtal in Hessen und in die Valentinus-Kapelle im Stadtteil Ronnewinkel in Olpe.

Weitere Reliquien werden Rouffach im Elsass, in Jumièges bei Rouen, in Glasgow, Dublin und in Wrocław verehrt.

In Österreich sind 27 Orte nach Valentin benannt. In Ernen im Wallis in der Schweiz wird jeweils am Valentinstag eine Statue gezeigt, die zum Teil aus den Gebeinen des Heiligen gefertigt ist.

1644 wurde Valentin von Papst Urban VIII. zum Patron von Terni ernannt. Bis ins 19. Jahrhundert war Valentin vor allem als Schutzpatron der Pestkranken und vor allem der Epileptiker bekannt, was sich auch in zahlreichen Votivgaben an heiligen Stätten dokumentiert; dieses Patronat ist auf den deutschsprachigen Raum begrenzt, begründet wohl durch den Gleichklang Valentin - fall net hin! In Jumièges ist Valentin Patron gegen Mäuseplage Zunehmend wurde dann Valentin als Patron der Liebenden in den Mittelpunkt gerückt; zu diesem Brauchtum => Valentin von Rom

Attribute: verkrüppelter Knabe, Schwert
Patron von Terni; der Jugend, Reisenden und Imker; für Bewahrung jungfräulicher Unschuld, gute Verlobung und Heirat; gegen Mäuseplage; gegen Ohnmachtsanfälle, Wahnsinn, Epilepsie, Gicht, Pest und Gebärmutterkrankheiten

Stadlers Vollständiges Heiligenlexikon

Catholic Encyclopedia

Biographisch-Bibliographisches Kirchenlexikon




Autor: Joachim Schäfer - zuletzt aktualisiert am 00.00.2014
korrekt zitieren:
Joachim Schäfer: Artikel

Quellen:
• http://www.augsburger-allgemeine.de/Home/Nachrichten/Bayern/sptnid,7_puid,1_regid,2_arid,890910.html
• Lexikon für Theologie und Kirche, begr. von Michael Buchberger. Hrsg. von Walter Kasper, 3., völlig neu bearb. Aufl., Bd. 10. Herder, Freiburg im Breisgau 2001
• http://penelope.uchicago.edu/Thayer/I/Gazetteer/Places/Europe/Italy/Lazio/Roma/Rome/churches/_Texts/Armellini/ARMCHI*/3/3.html
• http://www.rz-online.ch/artikelanzeigen.php?articleid=5-4-ag
• Dr. Alfred Mann: St. Valentinuskirche in Kiedrich 1493 - 1993, hg. vom Kath. Pfarramt St. Valentin, Kiedrich 1993