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Ökumenisches Heiligenlexikon

Valentin von Terni

Gedenktag katholisch: 14. Februar
nicht gebotener Gedenktag im Bistum Fulda, Limburg und Mainz

Gedenktag orthodox: 30. Juli

Name bedeutet: der Kräftige (latein.)

Bischof von Terni (?), Märtyrer
* in Interamna, heute Terni in Italien
† um 268 in Rom

Kartenskizze

Valentin war der Legende zufolge Bischof in Interamna an der der Via Flaminia - dem heutigen Terni. Er wurde demzufolge nach Rom gerufen, um den verkrüppelten Sohn des Rhetors Kraton zu heilen. Weil er das tat und deshalb viele Leute zum Glauben kamen, wurde er angeklagt und als Märtyrer enthauptet, nachdem er vor dem Kaiser das Götteropfer verweigerte. Drei von ihm Bekehrte - ihre Namen werden überliefert als Proculus, Ephebus (Ephibius) und Apollonius - brachten seinen Leichnam bei Nacht nach Interamna zurück und wurden deshalb ebenfalls gemartert, dann in Valentins Nähe bestattet.

Im 4. Jahrhundert gab es am 63. Meilenstein der Via Flaminia nahe der heutigen Stadt Terni eine Begräbnisstätte, bei der ab dem 8. Jahrhundert eine Kirche stand, die einem Märtyrer Valentin geweiht war. Dieser Märtyrer ist auch im Martyrologium des Hieronymus belegt und dem 14. Februar zugewiesen. Von diesem Valentin gibt es die im 5./6. Jahrhundert entstandene Märtyrerlegende.

Schwierig zu entscheiden ist die Frage, ob Valentin eigentlich Valentin von Rom ist, dessen Verehrung der Via Flaminia entlang nach Terni gelangte - oder auch umgekehrt -, oder ob es tatsächlich zwei verschiedene Märtyrer Valentin gab, wobei die Identifizierung der Reliquien unklar bleibt.

Im 12. Jahrhundert wurde angeblich Valentins Kopf geraubt und nach Jumièges gebracht. 1605 wurden Reliquien in die Kirche von Terni überführt. Gebeine von Valentin liegen angeblich auch in der Michaelskirche in Krumbach in Schwaben, weitere Reliquien werden in Kiedrich am Rhein und in der Liebfrauenkirche in Worms verehrt. Reliquien sollen auch in Glasgow, Dublin und in Wrocław liegen. Die Krumbacher Gebeine sind nach einer auf 1734 datierten Urkunde tatsächlich die eines Valentin, der im Gräberfeld San Calepodius nahe der Via Aurelia in Rom - dort, wo heute die Kirche S. Callisto steht, - exhumiert wurde, also die eines klassischen Katakombenheiligen.

In Österreich wird Valentin an 27 Orten verehrt. In Ernen im Wallis in der Schweiz wird jeweils am Valentinstag eine Statue gezeigt, die zum Teil aus den Gebeinen des Heiligen gefertigt ist.

Bis ins 19. Jahrhundert war Valentin vor allem als Schutzpatron der Pestkranken und vor allem der Epileptiker bekannt, was sich auch in zahlreichen Votivgaben an heiligen Stätten dokumentiert. Zunehmend wurde dann Valentin als Patron der Liebenden in den Mittelpunkt gerückt; zu diesem Brauchtum => Valentin von Rom

Attribute: verkrüppelter Knabe, Schwert
Patron der Jugend, Reisenden und Imker; für Bewahrung jungfräulicher Unschuld, gute Verlobung und Heirat; gegen Ohnmachtsanfälle, Wahnsinn, Epilepsie, Gicht, Pest und Gebärmutterkrankheiten

Stadlers Vollständiges Heiligenlexikon

Catholic Encyclopedia

Biographisch-Bibliographisches Kirchenlexikon





Quellen:
• http://www.augsburger-allgemeine.de/Home/Nachrichten/Bayern/sptnid,7_puid,1_regid,2_arid,890910.html
• Lexikon für Theologie und Kirche, begr. von Michael Buchberger. Hrsg. von Walter Kasper, 3., völlig neu bearb. Aufl., Bd. 10. Herder, Freiburg im Breisgau 2001
• http://penelope.uchicago.edu/Thayer/I/Gazetteer/Places/Europe/Italy/Lazio/Roma/Rome/churches/_Texts/Armellini/ARMCHI*/3/3.html
• http://www.rz-online.ch/artikelanzeigen.php?articleid=5-4-ag