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Ökumenisches Heiligenlexikon

Alois Henhöfer

eigentlich: Aloys

Gedenktag evangelisch: 5. Dezember

Name bedeutet: der ganz Weise (althochdt.)

Pfarrer
* 17. Juli 1789 in Völkersbach bei Ettlingen in Baden-Württemberg
5. Dezember 1862 in Spöck bei Bruchsal in Baden-Württemberg


Alois Henhöfers Elternhaus in Völkersbach, 1788 erbaut
Alois Henhöfers Elternhaus in Völkersbach, 1788 erbaut

Alois Henhöfer stammte aus einer katholischen Bauernfamilie. Nach dem Besuch des Kollegs der Piaristen - dem heutigen Ludwig-Wilhelm-Gymnasiums - in Rastatt ab 1802 begann er 1811 das Studium an der Universität in Freiburg und wurde 1815 zum katholischen Priester geweiht. Er wirkte dann als Hauslehrer beim Grafen im Wasserschloss Steinegg in Mühlhausen an der Würm - heute ein Ortsteil von Tiefenbronn im Schwarzwald - und ab 1818 auch als Pfarrer an der Kirche der Gemeinde. Als Prediger des reinen Evangeliums wurde er über die Konfessionsgrenzen hinweg bekannt und zog auch evangelische Christen an.

Zudem kämpfte Henhöfer gegen das verbreitete Schmugglerwesen, gegen Jagdfrevel und die Verwahrlosung von Jugendlichen. 1819 nahm er Kontakte zur pietistischen Brüdergemeinde in Korntal bei Stuttgart auf, deshalb musste er vor dem Generalvikariat im ehemals Fürstbischöflichen Schloss in Bruchsal rechtfertigen. 1822 wurde er vom Pfarramt suspendiert, in Bruchsal festgesetzt, mit 80 Anklagepunkten konfrontiert und noch im selben Jahr aus der katholischen Kirche ausgeschlossen. Er trat zur protestantischen Kirche über, 44 Familien mit insgesamt 220 Personen aus seiner früheren Gemeinde in Mühlhausen, darunter auch der Freiherr von Gemmingen-Steinegg, folgten ihm. Letzterer ließ 1830 in Mühlhausen eine evangelische Kirche und eine evangelische Schule bauen.

evangelische Kirche in Spöck
evangelische Kirche in Spöck

Henhöfer wurde evangelische Pfarrer an der Kirche in Graben - dem heutigen Graben-Neudorf bei Karlsruhe - und ab 1827 in Spöck - dem heutigen Ortsteil von Stutensee bei Bruchsal. Ab 1830 kämpfte er in der unierten badischen Kirche für die lutherische Augsburgische Konfession und gegen die Einführung eines rationalistischen Katechismus. 1844 wurde er Vorstand des Vereins für Äußere Mission. Das Revolutionsjahr 1848 veranlasste Henhöfer und seine Freunde zur Errichtung von Waisen- und Rettungshäusern, auch zwei Diakonissenhäuser enstanden unter seiner Mitwirkung, das eine in Karlsruhe, das andere in Nonnenweier.

1856 verlieh die Universität in Heidelberg Henhöfer die Ehrendoktorwürde, gewürdigt wurde er als der mutige Bekenner und Prediger des lauteren Evangeliums.

Henhöfer starb an den Folgen einer Lungenentzündung und wurde in Spöck bestattet, wo sein Grab neben der Kirche erhalten ist.

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Autor: Joachim Schäfer - zuletzt aktualisiert am 06.09.2018

Quellen:
• Joachim Januschek - http://www.glaubenszeugen.de/kalender/h/kalh027.htm

korrekt zitieren: Joachim Schäfer: Artikel
Die Deutsche Nationalbibliothek verzeichnet das Ökumenische Heiligenlexikon in der Deutschen Nationalbibliografie; detaillierte bibliografische Daten sind im Internet über http://d-nb.info/969828497 abrufbar.