Ökumenisches Heiligenlexikon

Daniel von Murano

italienischer Name: Daniele

1 Gedenktag katholisch: 31. März

Name bedeutet: mein Richter ist Gott (hebr.)

Einsiedler
* um 1344 in der Burg in Cormòns bei Gorizia in Italien
31. März 1411 in Venedig in Italien


Daniel, ältester Sohn des äußerst wohlhabenden Nicolussio von Ungrispach und der Maddalena Savio von Gemona bei Udine, lebte als Kind mit seinen Eltern in Udine. 1360 zog die Familie nach Pordenone, wo Daniel um 1364 Ursina Ricchieri, die Tochter der mächtigsten Familie der Stadt, heiratete, mit der er die Tochter Lucia bekam und im Palazzo Ricchieri - dem heutigen Stadtmuseum - lebte. Möglicherweise infolge des Krieges wurde Daniel zwischen 1365 und 1368 in Verona gefangen gehalten. Er handelte erfolgreich mit Seiden- und Wollstoffen sowie Eichhörnchenfellen und lernte auf einer Reise nach Venedig dort Mönche des 1243 gegründeten Klosters der Kamaldulenser an der ehemaligen Kirche San Matteo auf Murano kennen. 1384 wurde er vom Herzog von Österreich, unter dessen Jurisdiktion Pordenone stand, zum Podestà - dem obersten Beamten - von Pordenone ernannt. Neunzehn Jahre lang besuchte er neben seinen familiären, gesellschaftlichen und beruflichen Verpflichtungen regelmäßig das Kloster an San Matteo n Venedig, las die Bibel und Schriften der Kirchenvater, zudem unterstützte er großzügig die Armen und das Kloster. 1392 verließ Daniel im gegenseitigen Einvernehmen seine Frau, trat als Oblate dem Orden bei und bezog als Einsiedler eine eigene kleine Zelle.

Daniel kehrte immer wieder nach Pordenone zurück, war 1404/05 erneut Stadtrat und Podestà, übte weiterhin seinen Kaufmannsberuf aus und erledigte mehrere diplomatische Aufgaben. 1406 vermittelte er in einem schweren Streit zwischen Pordenone und dem Patriarchen von Aquileia. Eines Nachts drangen Verbrecher in Daniels Zelle in Venedig ein und erdrosselten ihn mit der Absicht, ihn auszurauben.

Daniel wurde in der Kirche San Matteo in Venedig bestattet; 1435 wurde dort sein Leichnam unverwest aufgefunden. Er wurde auf einen Altar gelegt und zum Ziel von Pilgern. Das Kloster wurde 1810 aufgelöst und teilweise abgerissen, erhalten sind Fassadenelemente und der Campanile. 1850 bis 1995 betrieb der Dorotheerinnen-Orden dort eine Schule und bewahrte die Reliquien. Heute ruht Daniels Leichnam unversehrt und in ein goldenes Gewand gehüllt in der Kirche Santi Maria e Donato auf Murano.





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Autor: Joachim Schäfer - zuletzt aktualisiert am 14.01.2026

Quellen:
• Vollständiges Heiligen-Lexikon …, 1. Band: A-D. Herausgegeben von Johann Evangelist Stadler und Franz Joseph Heim, B. Schmid'sche Verlagsbuchhandlung, Augsburg, 1858
• https://it.wikipedia.org/wiki/Monastero_di_San_Mattia - abgerufen am 14.01.2026
• https://www.santiebeati.it/dettaglio/93527 - abgerufen am 14.01.2026
• https://www.katolsk.no/biografier/historisk/dmurano - abgerufen am 14.01.2026

korrekt zitieren: Joachim Schäfer: Artikel
Die Deutsche Nationalbibliothek verzeichnet das Ökumenische Heiligenlexikon in der Deutschen Nationalbibliografie; detaillierte bibliografische Daten sind im Internet über https://d-nb.info/1175439177 und https://d-nb.info/969828497 abrufbar.