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Ökumenisches Heiligenlexikon

Galla von Rom


Giuseppe Passeri: Papst Johannes I. erhält das Marienbild, um 1700, in der Kirche Santa Maria in Portico in Campitelli  in Rom
Giuseppe Passeri: Papst Johannes I. erhält das Marienbild, um 1700, in der Kirche Santa Maria in Portico in Campitelli in Rom

Galla war die Tochter des Patriziers und Senators, Philosophen und Geschichtsschreibers Quintus Aurelius Memmius Symmachus, eines Urenkels des berühmten Stadtpräfekten Symmachus, der im 4. Jahrhundert in Auseinandersetzung zwischen Christen und Heiden die Interessen des heidnischen Senats vertreten hatte; seine Nachfahren waren dann aber zum christlichen Glauben konvertiert. Gallas Vater wurde 525 von Gotenkönig Theoderich des Verrats beschuldigt und hingerichtet, Galla selbst wurde schon ein Jahr nach der Eheschließung, wohl im Alter von noch unter zwanzig Jahren, Witwe. Sie verzichtete auf neuerliche Heirat und begann dann, sich Werken der Nächstenliebe zu widmen und Arme zu unterstützen. Als Mann verkleidet und mit einem Bart habe sich die schöne junge Frau vor Nachstellungen der Männer geschützt. Als 524 eine schwere Seuche Rom heimsuchte, erschien Galla der Überlieferung zufolge Maria; davon berichtete sie Papst Johannes I., der sofort zu ihrem Haus eilte, wo sich ob der Wundererscheinung bereits viele Menschen versammelt hatten; dort übergaben ihm zwei Engel ein Marienbild, mit dem er die Menge segnete und so die Seuche beendete.

Galla lebte dann zusammen mit dem wundertätigen Marienbild in einer Zelle nahe der Peterskirche - wohl zum damaligen Benediktinerkloster S. Stefano gehörig - und genoss hohe Verehrung ob ihrer außergewöhnlichen Nächstenliebe, ihres Gebetseifers und ihrer Fastenübungen. Als sie an Brustkrebs erkrankte und dann bettlägerig war, erschien ihr im Kerzenlicht, um sie zu sich zu rufen; Galla bat ihn, dass die ihr besonders vertraute Mitschwester Benedikta mit ihr gehen dürfe, Petrus aber bestimmte eine andere Schwester als Begleitung und sagte, dass Benedikta 30 Tage später folgen werde.

ehemalige Kirche Santa Galla in Rom
ehemalige Kirche Santa Galla in Rom

Die Nachrichten von Galla stammen aus den Dialogen von Papst Gregor „dem Großen” und von Fulgentius von Ruspe, der sie in einem Brief tröstete und ihr Lehren über das Leben als Witwe übermittelte. Erst sehr viel später wurde sie ins Martyrologium Romanum aufgenommen. Dem Marienbild aus ihrer Zelle wurden später Kräfte zur Abwehr der Pest zugeschrieben. Dieses wurde verehrt in der über ihrem Elternhaus errichteten Kirche Santa Maria in Portico; nachdem das Bild 1656 eine Rom heimsuchende Pestepidemie gestoppt hatte, wurde es in die an der Stelle einer früheren Kirche neu erbaute Kirche Santa Maria in Portico in Campitelli übertragen und die seitherige Kirche als Santa Galla ihr geweiht; die beiden von Gian Lorenzo Bernini gestalteten Engelsskulpturen wurden damals in den Petersdom gebracht. Die Kirche Santa Galla wurde 1928 unter Diktator Mussolini abgerissen und an ihrer Stelle ein Verwaltungsgebäude errichtet.

Attribut: Bart
Patronin der Witwen

Catholic Encyclopedia

Die Kirche Santa Maria in Portico in Campitelli in Rom ist täglich von 7 Uhr bis 19 Uhr geöffnet. (2017)
Der Petersdom - die Basilika Sancti Petri in Vaticano - in Rom ist täglich von 7 Uhr bis 19 Uhr, mittwochs erst ab 13 Uhr geöffnet, der Eintritt ist wie in alle Kirchen Roms frei. Die Vatikanischen Grotten unter der Peterskirche mit dem Petrusgrab sind vom linken vorderen Vierungspfeiler des Petersdoms aus zugänglich und können von 8 Uhr bis 18 Uhr kostenfrei besucht werden. Der Besuch der darunter liegenden Nekropole ist nur nach Anmeldung unter scavi@fsp.va und mit Führung möglich, diese kostet 13 €. Der Besuch des Museums in der Sakristei ist von 8.30 Uhr bis 18.30 Uhr möglich, der Eintritt beträgt 5 €; der Besuch des Daches des Petersdoms, von dem man auch die Kuppel besteigen kann, kostet 6 €, bei der Fahrt mit dem Aufzug 8 €. (2017)





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Autor: Joachim Schäfer - zuletzt aktualisiert am 24.06.2017

Quellen:
• Ekkart Sauser. In: Friedrich-Wilhelm Bautz †, Traugott Bautz (Hg.): Biographisch-Bibliographisches Kirchenlexikon, Bd. XVII, Herzberg 2000
• Lexikon für Theologie und Kirche, begr. von Michael Buchberger. Hrsg. von Walter Kasper, 3., völlig neu bearb. Aufl. Bd. 4. Herder, Freiburg im Breisgau 1995
• http://www.die-tagespost.de/kirche-aktuell/Tagesheilige-6-April-Die-heilige-Galla-von-Rom;art312,177597
• https://it.wikipedia.org/wiki/Chiesa_scomparsa_di_Santa_Galla
• https://it.wikipedia.org/wiki/Chiesa_di_Santa_Maria_in_Portico_in_Campitelli

korrekt zitieren: Joachim Schäfer: Artikel
Die Deutsche Nationalbibliothek verzeichnet das Ökumenische Heiligenlexikon in der Deutschen Nationalbibliografie; detaillierte bibliografische Daten sind im Internet über http://d-nb.info/969828497 abrufbar.