Ökumenisches Heiligenlexikon

Gemma Galgani

Gedenktag katholisch: 11. April
gebotener Gedenktag im Passionistenorden: 16. Mai

Name bedeutet: der Edelstein (latein.)

Mystikerin
* 12. März 1878 in Camigliano, Ortsteil von Capannori bei Lucca in Italien
11. April 1903 in Lucca in Italien


Schon in jungen Jahren erlebte Gemma, wie erst die Mutter, dann ihr Bruder, schließlich nach geschäftlichen Misserfolgen ihr Vater starb. Sie selbst war oft krank und empfing 21-jährig die letzte Ölung durch ihren Beichtvater, den Passionistenpater Germanus vom heiligen Stanislaus. Doch nach plötzlicher Heilung konnte sie als Dienstmädchen arbeiten. Am Vorabend des Herz-Jesu-Festes 1899 fiel sie in Ekstase, ihrem Körper wurden die Wundmale Christi zugefügt. Vier Jahre lang bis zu ihrem Tod erlebte Gemma dies unter Schmerzen jeden Donnerstag aufs Neue, dazu noch die Geißelung, die Krönung mit Dornen und den Blutschweiß. Christus lebt in mir, kommentierte sie ihre Schmerzen. Eines Tages krümmten sich auch drei Rippen vor ihrem Herzen im rechten Winkel nach außen. Sie starb am Karsamstag 1903.

Kanonisation: Gemma wurde am 14. Mai 1933 durch Papst Pius XI. selig- und am 2. Mai 1940 durch Papst Pius XII. heiliggesprochen.

Worte der Heiligen

In inneren Ansprachen sprach Jesus zu Gemma:

Jesus versicherte mir, dass ich nicht Liebe, sondern Hass und Verachtung zu erwarten habe. Um das Maß zu vollenden, würde sogar Er selbst mich verlassen. Das sei dann aber noch nicht das Ende von allem. Vielmehr stünden mir dann noch weitere Kreuze bevor, die ich mutig tragen soll. So sprach Jesus zu mir: Meine Tochter, weißt du, warum ich gerade jenen Seelen, die mir besonders lieb sind, viele Kreuze schicke? - Ich möchte ihr Herz besitzen. Aber ich will es ganz und ungeteilt haben. Darum werden jene von Kreuzen gleichsam umgeben. Ich schließe sie in Bedrängnisse ein und hindere sie so daran, meinen Händen zu entkommen. Ich bestreue ihren Weg mit Dornen, damit sie ohne jede menschliche Stütze, allein in MIR ihren ganzen Trost findet. Mein Kind, würdest du das Kreuz nicht fühlen, dann könnte doch wirklich nicht von einem Kreuz die Rede sein! Sei jedoch gewiss, unter dem Kreuz kannst du dich niemals verirren. Satan hat keinerlei Macht über jene, die es tragen um meiner Liebe willen. Meine Tochter, wie viele Menschen hätten mich längst verlassen, wenn ich sie nicht gekreuzigt hätte! Deswegen ist mein Kreuz wirklich eine kostbare Gabe, es ist die Schule vieler Tugenden.

Betrübe dich doch nicht, wenn ich so tue, als würde ich dich verlassen! Denke noch nicht, das sei eine Züchtigung! Vielmehr ist es eine Erfindung meines Herzens, um dich vollständig von allen Kreaturen loszureißen und dich mir zu vereinen. Hast du den Eindruck, ich weise dich ab, das Gegenteil ist der Fall: Mit um so größerer Macht ziehe ich dich an mich. Glaubst du, ich sei fern, dann bin ich dir am nächsten! Fasse Mut; denn der Friede kommt nach dem Kampf! Meine Tochter, du brauchst Liebe und Treue. Übe dich darum jetzt in Geduld, wenn ich dich allein lasse!
Leide, ergib dich, tröste dich …! Vereinige deine Schmerzen mit den meinen! Betrachte das Fehlen dessen, was ich dir entzog, als große Wohltat! Freudig umarme dieses Kreuz, wenn du mir angenehm sein willst! Jetzt, meine Tochter, ist der Augenblick, Tugenden zu üben!

Quelle: Jean-François Villepelée: Die Torheit des Kreuzes - Die heilige Gemma Galgani, Bd. III.: Überströmende Liebe. Parvis-Verlag, Hautville 1994, S. 11, 29f

Zitate von Gemma Galgani:

Gemma allein vermag nichts. Aber Gemma mit Jesus vermag alles.
Lasst uns zu Jesus gehen. Er ist allein und niemand denkt an Ihn.
Wie irren sich jene, die meinen, zu leiden sei ein Unglück!
Weshalb hast Du für mich gelitten, mein Jesus? Aus Liebe! Die Nägel … die Krone … das Kreuz … alles aus Liebe zu mir!
Du willst mich vollkommen haben? So verhilf mir dazu!
Du hast so viel für mich getan, Jesus, doch ich habe nichts für Dich getan!
Zwischen der Furcht und der Hoffnung überlasse ich mich Gott.

Quelle: https://www.gemmagalgani.net/autobiographie/zitate; abgerufen am 2. November 2019)

zusammengestellt von Abt em. Dr. Emmeram Kränkl OSB,
Benediktinerabtei Schäftlarn,
für die Katholische SonntagsZeitung

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Autor: Joachim Schäfer - zuletzt aktualisiert am 03.11.2019

Quellen:
• Vera Schauber, Hanns Michael Schindler: Heilige und Patrone im Jahreslauf. Pattloch, München 2001
• Lexikon für Theologie und Kirche, begr. von Michael Buchberger. Hrsg. von Walter Kasper, 3., völlig neu bearb. Aufl. Bd. 4. Herder, Freiburg im Breisgau 1995

korrekt zitieren: Joachim Schäfer: Artikel
Die Deutsche Nationalbibliothek verzeichnet das Ökumenische Heiligenlexikon in der Deutschen Nationalbibliografie; detaillierte bibliografische Daten sind im Internet über http://d-nb.info/1175439177 und http://d-nb.info/969828497 abrufbar.








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