Ökumenisches Heiligenlexikon

Grimbald von Winchester

auch: Grimald
französischer Name: Grimbaud
auch: von St-Bertin

1 Gedenktag katholisch: 8. Juli
Übertragung der Gebeine 8. September
mit anderen aus St-Bertin: 26. Oktober

Name bedeutet: der entschlossen Waltende (althochdt.)

Priester, erster Abt in Winchester
* um 825 in Thérouanne bei Saint-Omer in Frankreich
8. Juli 901 (?) in Winchester in England


Grimbald kam um 834 zur Erziehung ins Kloster Sithiu im heutigen Saint-Omer bei Calais. Er wurde dann dort Mönch und vor 873 zum Priester geweiht. 886 stand er im Dienst des Erzbischofs Fulko in Reims. 887 rief König Alfred „der Große” den in Philosophie, Bibelkunde und in der Musik hoch gelehrten und durch seine Tugenden ausgezeichneten Grimbald, den er 885 bei einem Besuch der Abtei St-Bertin kennen gelernt hatte, an die Schule nach Oxford. Auf einer SynodeSynode (altgriech. für Zusammenkunft) bezeichnet eine Versammlung in kirchlichen Angelegenheiten. In der alten Kirche wurden "Konzil" und "Synode" synonym gebraucht. In der römisch-katholischen Kirche sind Synoden Bischofsversammlungen zu bestimmten Themen, aber mit geringerem Rang als Konzile. In evangelischen Kirchen werden nur die altkirchlichen Versammlungen als Konzile, die neuzeitlichen Versammlungen als Synode bezeichnet. in London hielt Grimbald 886 eine viel beachtete Predigt. In Oxford beförderte er den Bau der Kirche St Peter-le-Bailey, dann zog er sich zurück nach Winchester ins damalige Kloster am Old Minster - auf dem Platz neben der heutigen Kathedrale. Grimbald lehnte König Alfreds Angebot zur Ernennung zum Bischof von Canterbury ab und ließ dann mit Unterstützung durch den neuen König Eduard neben dem Old Minster in Winchester an der Stelle der heutigen Kathedrale ein weiteres Kloster - das New Minster - errichten, das er ab 901 als erster Abt leitete. Dort half er bei der Übersetzung der Anweisungen für Priester des Papstes Gregor „dem Großen”.

Ælphege II. von Canterbury, damals noch Bischof von Winchester, ließ nach 984 Grimalds Gebeine erheben.

Im 11. Jahrhundert wurde das Kloster Sithiu nach Abt Bertin in Saint-Bertin umbenannt. Im 12. Jahrhundert wurde es dem Verband der Benediktinerklöster von Cluny angegliedert und reformiertDie Reformen von Cluny gingen im 10. Jahrhundert aus vom Benediktinerkloster Cluny in Burgund. Ziel war die strenge Beachtung der Benediktinerregel und Vertiefung der Frömmigkeit des einzelnen Mönches sowie eine neue Gewissenhaftigkeit bei der Feier des täglichen Gottesdienstes. Die Klosterwirtschaft sollte selbständig zum Erhalt des Klosters dienen können und die Klöster aus dem Herrschaftsanspruch der weltlichen Herren aber auch der Bischöfe herausgenommen und direkt dem Schutz des Papstes unterstellt werden.. Im Mittelalter stand es in hoher Blüte, seine Kirche war ein herausragendes Bauwerk der Gotik des 14. Jahrhunderts. 1791 wurde das Kloster in der Französischen Revolution aufgelöst und verfiel, die Steine wurden zum Bau des Rathauses verwendet. Heute sind Mauerreste erhalten und der Grundriss der Klosterkirche ist im Boden markiert.



Autor: Joachim Schäfer - zuletzt aktualisiert am 06.06.2026

Quellen:
• Lexikon für Theologie und Kirche, begr. von Michael Buchberger. Hrsg. von Walter Kasper, 3., völlig neu bearb. Aufl., Bd. 4. Herder, Freiburg im Breisgau 1995
• Vollständiges Heiligen-Lexikon …, 2. Band: E-H. Herausgegeben von Johann Evangelist Stadler, B. Schmid'sche Verlagsbuchhandlung (A. Manz), Augsburg, 1861
• https://en.wikipedia.org/wiki/Grimbald - abgerufen am 15.12.2022

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