Ökumenisches Heiligenlexikon

Kostbares Gewand Jesu

Gedenktag orthodox: 10. Juli
Niederlegung des Gewandes in Moskau
in Georgien: 1. Oktober (Erscheinung der Säule mit dem Kleid des Herrn in Mtskheta)


Das Evangelium des Johannes berichtet, wie die Soldaten unter dem Kreuz sich Jesu Kleidung aneigneten: Nachdem nun die Soldaten Jesus gekreuzigt hatten, nahmen sie seine Kleider und machten vier Teile daraus, für jeden Soldaten einen Teil, dazu das Untergewand. Das Untergewand aber war ohne Naht, von oben an am Stück gewoben. Da sagten sie zueinander: Wir wollen es nicht zerreißen, sondern darum losen, wem es gehören soll. So sollte die Schrift in Erfüllung gehen, die sagt: Sie haben meine Kleider unter sich verteilt, und über mein Gewand haben sie das Los geworfen. (Psalm 22, 19)

Nach der Tradition der Georgisch-orthodoxen Kirche kam schon die Kunde von der Geburt des Herrn und dann die von seinem Wirken zur jüdischen Gemeinde nach Mtskheta, die dann den Rabbi Elioz von Mtskheta und Longinus im Jahr 30 nach Jerusalem sandte, um mehr darüber zu erfahren. Die beiden erlebten die Kreuzigung Jesu und kauften den Soldaten die Kleider ab und brachten sie in ihre Heimat. Elioz gab diese seiner Schwester Sidonia, die die Kleider umarmte und sogleich selig verschied. Weil niemand wagte, die wunderkräftige Reliquie aus Sidonias Armen zu entwinden, wurden beide zusammen begraben. Auf dem Grab wuchs eine Zypresse. Als im 4. Jahrhundert Nina Georgien missionierte, fragte sie nach dem Verbleib des Kleides. Nach der Taufe des Königs wurde schließlich durch Elioz Nachfahre, den früheren Rabbi und nun getauften Priester Abiatar bestätigt, dass das Kleid im Grab von Sidonia liege, über dem inzwischen statt der Zypresse eine Säule stand. Über dem Grab wurde die Svetitskhoveli-Kathedrale gebaut, das Kleid ist bis heute in ihren Fundamenten aufbewahrt. Keiner der muslimischen Eindringlinge habe es je gewagt, sich daran zu vergreifen.

Nach anderer Überlieferung wurde das einteilige Unterkleid von Helena bei ihrer Pilgerfahrt nach Jerusalem gefunden und ihn Bischof Agritius von Trier zum Geschenk gemacht. Sicher bezeugt ist die Geschichte des Heiligen Rocks in Trier seit dem 12. Jahrhundert, als er in den Altar des Domes eingeschlossen wurde.

Auch die vier Teile des Oberkleides kamen nach Georgien und wurden bis zum 17. Jahrhundert in der Schatzkammer der Svetitskhoveli-Kathedrale in Mtskheta verwahrt. Der persische Schah Abbas I. schlug 1615 einen Aufstand in Georgien nieder und nahm zusammen mit anderen Schätzen auch die Robe Jesu mit; 1625 schenkte er sie dem russischen Zaren Michael Feodorovich und Patriarch Filaret in Moskau. Die Echtheit der Robe wurde durch Erzbischof Nectarius von Vologda, Patriarch Theophanes von Jerusalem - der extra dazu aus Byzanz - dem heutigen Ístanbul gekommen war -, durch Johannicius den Griechen und durch die von der Reliquie bewirkten Wunder bezeugt. Die Niederlegung dieser Reliquie in Moskau feiert die Russisch-orthodoxe Kirche am 10. Juli.

Ikone: Niederlegung des Gewandes Jesu in Moskau
Ikone: Niederlegung des Gewandes Jesu in Moskau

Der eine Teil des Oberkleides liegt bis heute in der Dormition-Kathedrale in Moskau, er wird jedes Jahr am 10. Juli während des Gottesdienstes auf einem Ständer zur Verehrung ausgestellt. Später kamen zwei Teile der Robe nach St. Petersburg: einer in die Kathedrale im Winterpalast des Zaren, der andere in die St.-Peter-und-Paul-Kathedrale. Kleine Stücke werden auch in der Sophia-Kathedrale bei Kiew, im Ipatiev-Kloster bei Kostroma und in anderen alten Kirchen bewahrt.

Der Besitz des Heiligen Rocks Jesu, gewebt von der Gottesmutter selbst, wird auch von der Kirche in Argenteuil in Anspruch genommen. Seine Blutspuren Stimmen mit denen auf dem Grabtuch von Turin überein. Er stammt der Überlieferung zufolge aus dem 1. oder 2. Jahrhundert und wurde dem Kloster der Stadt von Karl dem Großen geschenkt, dessen Äbtissin seine Tochter Theodrada war. Das Kloster in Argenteuil wurde deshalb ab dem 15. Jahrhundert zu einem bedeutenden Wallfahrtsort; 1544 genehmigte König Franz I. den Bau einer Stadtbefestigung, um die Reliquie zu schützen. 1567 wurde das Kloster von den Hugenotten verwüstet, der Rock liegt seitdem in der Basilika Notre-Dame in Argenteuil.





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Autor: Joachim Schäfer - zuletzt aktualisiert am 00.00.2014

Quellen:
• http://full-of-grace-and-truth.blogspot.de/2009/07/precious-robes-of-christ-and-orthodox.html

korrekt zitieren: Joachim Schäfer: Artikel
Die Deutsche Nationalbibliothek verzeichnet das Ökumenische Heiligenlexikon in der Deutschen Nationalbibliografie; detaillierte bibliografische Daten sind im Internet über http://d-nb.info/1175439177 und http://d-nb.info/969828497 abrufbar.








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