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Ökumenisches Heiligenlexikon

Karl Lwanga und Gefährten

(Märtyrer von Uganda)
latinisiert: Karoli, englisch: Charles

Gedenktag katholisch: 3. Juni
gebotener Gedenktag
gebotener Gedenktag im Bistum Asidonia-Jerez und bei den Barmherzigen Brüdern: 4. Juni
nicht gebotener Gedenktag in Irland: 4. Juni

Gedenktag evangelisch: 3. Juni (ELCA)

Gedenktag anglikanisch: 3. Juni
Die Märtyrer von Uganda

Name bedeutet: der Tüchtige (althochdt.)

Märtyrer
* 1865 in Bulimu in Uganda
† 3. Juni 1886 in Namugongo bei Kampala in Uganda


Moderne afrikanische Darstellung: Karl Lwanga (Mitte) und seine 21 Gefährten
Albert Wider: Moderne afrikanische Darstellung: Karl Lwanga (Mitte) und seine 21 Gefährten, 1962

1879 waren die ersten christlichen Missionare von Europa nach Uganda gekommen und konnten dort bald Erfolge aufweisen. Als König Mutes, der die Missionare unterstützt hatte, starb, wurde der junge König Mwanga sein Nachfolger. Er war dem christlichen Glauben anfangs zugetan, seine Beamten und Ratgeber aber lehnten das Christentum als eine Fremdreligion ab und hielten die europäischen Missionare für Spione. König Mwanga hörte auf sie; das erste katholische Opfer wurde am 15. November 1885 der 15 Jahre alte Page Yosefu Mukasa Balikuddembe, der den 18-jährigen König ob seines ausschweifenden Lebensstils, seiner Avancen gegenüber den männlichen Pagen und des Märtyrertodes des anglikanischen Bischofs James Hannington kritisierte.

Den Zorn des Königs erregte dann der 17-jährige Page Dionysius (Denis) Ssebuggwawo. Auf einer Jagd fragte ihn der König, ob es stimme, dass er anderen Jugendlichen Religionsunterricht erteile. Als Dionysius dies eingestand, bohrte der König ihm eine Lanze durch den Hals. Der Junge lag dann die ganze Nacht hindurch in seinem Blut, bis er am nächsten Morgen, dem 26. Mai 1886, enthauptet wurde. Mit ihm starben die christlichen Pagen Anderea Kaggwa und Ponsiano Ngondwee.

Am Abend dieses Tages erklärte König Mwanga öffentlich, er wolle alle töten lassen, die beten. Als Karl Lwanga, der Aufseher der königlichen Pagen, vom Entschluss seines Königs hörte, versammelte er seine Kameraden zu einem langen Nachtgebet, um sie auf die bevorstehenden Prüfungen vorzubereiten. Vier Jungen, die noch im Glauben unterwiesen wurden, empfingen in aller Eile die Taufe. Am nächsten Morgen berief der König eine Gerichtssitzung ein. Der König erklärte: Diejenigen von Euch, die nicht beten, sollen an meiner Seite bleiben; die anderen sollen sich gegenüber an der Schilfwand aufstellen. Karl Lwanga schritt als erster zur Wand, 15 andere folgten ihm nach. Sie bekannten sich zu ihrem Glauben und wurden ins Gefängnis abgeführt. Zwei der Pagen wurden in den folgenden Tagen den einheimischen Göttern geopfert:Athanasios (Antanansio) Bazzekuketta wurde am 27. Mai in Nakivubo in Stücke geschnitten, ebenso erging es an diesem Tag Matthias Kalemba (Mulumba, Fortis) in Alt-Kampala; mit ihnen starben zwei Anglikaner.

Basilika für Karl Lwanga und seine Gefährten in Namugongo, erbaut nach dem Papst-Besuch von 1969, geweiht 1975
Basilika für Karl Lwanga und seine Gefährten in Namugongo, erbaut nach dem Papst-Besuch von 1969, geweiht 1975

Die übrig Gebliebenen brachte man nach Namugongo, das 60 km von Kampala entfernt liegt. Dort wurden sie am 3. Juni in große Strohbündel eingebunden, auf einen hohen Scheiterhaufen gelegt und verbrannt. So starben mit Karl Lwanga Achileo Kiwanuka, Mukasa Adolofu Ludigo, Ambrosio Kibuuka, Anatoli Kiriggwajjo, Bruno Sserunkuuma, Gyaviira, Jakob (Yakobo) Buuzabalyawo, Kizito - mit 13 Jahren der jüngste, Lukka Baanabakintu, Mbaga Tuzinde, Mugagga und Mukasa Kiriwawanvu, dazu dreizehn anglikanische Angehörige des Königshofes.

Karl Lwanga war im November 1885 zusammen mit den anderen Pagen am Hof getauft worden, er wurde Katechet und Betreuer der jungen Christen am Hof.

Papst Paul VI. sagte in seiner Homilie bei der Heiligsprechung der Ugnadischen Märtyrer:

Die afrikanischen Märtyrer fügen dem Martyrologium, dem Verzeichnis der Märtyrer, eine neue Seite hinzu, auf der Geschehnisse voll Schrecklichkeit und zugleich voll Großartigkeit dargestellt sind. Es ist eine wahrhaft kostbare Seite, die den Berichten aus dem alten Afrika hinzugefügt wird. …
Nach ihnen muß sich das neue Volk Afrikas formen, damit eine neue geistige Tradition entsteht und auf die Nachkommen vererbt wird. Diese soll den Übergang ausdrücken und ihn fördern: Er führt von einer einfachen und rauhen Lebensweise, in der es zwar nicht an edlen menschlichen Gütern fehlte, die aber dennoch befleckt und krank war und gefangen unter dem Joch der Sklaverei, zu einer Kultur, die höhere Äusserungen des menschlichen Geistes und höhere Formen des gesellschaftlichen Lebens fordert.

Zu den Ugandischen Märtyrern gehören auch Gonzaga Gonza, der am 27. Mai 1886 in Lubowa enthauptet wurde, Nowa Mawaggali, der am 31. Mai in Mityana wilden Hunden vorgeworfen wurde, sowie Johannes Maria Muzeyi, der am 27. Januar 1887 in Mengo enthauptet wurde.

Reliquien von Karl Lwanga und Gefährten werden in der Basilika in St-Maurice aufbewahrt. Weitere Reliqien befanden sich in der Kirche Hl. Blut in Dinslaken, nach deren Abriss wurden sie in die dortige Kirche St. Vincentius überführt.

Kanonisation: Mit seinen 21 katholischen Gefährten wurde Karl Lwanga 1920 von Papst Benedikt XV. seliggesprochen, ihre Heiligsprechung erfolgte am 18. Oktober 1964 durch Papst Paul VI. Karl Lwanga wurde 1934 zum Patron der katholischen Aktion und der Jugend Afrikas erklärt.
Patron der Katholischen Aktion der Jugend Afrikas

komplette Übersicht über die ugandischen Märtyrer

Martyrologium Romanum Flori-Legium





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Autor: Joachim Schäfer - zuletzt aktualisiert am 10.09.2015
korrekt zitieren:
Joachim Schäfer: Artikel
Die Deutsche Nationalbibliothek verzeichnet das Ökumenische Heiligenlexikon in der Deutschen Nationalbibliografie; detaillierte bibliografische Daten sind im Internet über http://d-nb.info/969828497 abrufbar.

Quellen:
• Vera Schauber, Hanns Michael Schindler: Heilige und Patrone im Jahreslauf. Pattloch, München 2001
• http://de.wikipedia.org/wiki/Bild:Karoli_Lwanga_and_his_followers.jpg
• Lexikon für Theologie und Kirche, begr. von Michael Buchberger. Hrsg. von Walter Kasper, 3., völlig neu bearb. Aufl. Bd. 5. Herder, Freiburg im Breisgau 1996
• Ekkart Sauser. In: Friedrich-Wilhelm Bautz †, Traugott Bautz (Hg.): Biographisch-Bibliographisches Kirchenlexikon, Bd. XII, Herzberg 1997
• Thomas Baumann, E-Mail vom 24. Oktober 2014