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Ökumenisches Heiligenlexikon

Liberius der Pilger

oder: Oliverius

Gedenktag katholisch: 27. Mai

Name bedeutet: der Freie (latein.)

Einsiedler (?)
* in Armenien (?)
† um 420 (?) in Ancona in Italien


Nach alter Überlieferung führte Liberius ein Leben als Einsiedler in einer Höhle nahe Ancona. Er wurde dann in einer ihm geweihten Kirche begraben und war Ziel vieler Wallfahrer; diese Kirche vor der Stadt wurde aber oft von Piraten überfallen - oder von Vandalenkönig Geiserich nach seiner Plünderung von Rom im Jahr 455 -, deshalb wurde sein Leichnam in die Laurentius geweihte Kirche am höchsten Punkt der Stadt - die heutige Kathedrale von Ancona - übertragen.

Marmorurne mit Liberius' Reliquien, um 1756, in der Krypta der Kathedrale von Ancona
Marmorurne mit Liberius' Reliquien, um 1756, in der Krypta der Kathedrale in Ancona

Die Legende aus dem 13. Jahrhundert nennt Liberius einen Sohn des armenischen Königs Johannes, der eine Wallfahrt nach Rom unternahm und unterwegs in Ancona starb. Als sein Vater davon erfuhr, beauftragte er die Vier Gekrönten Symphorianus, Claudius, Castorius und Nicostratus mit der Herstellung eines geschmückten Sarges. Papst Gregor „der Große” verhinderte jedoch dessen Überführung nach Armenien und ließ ihn nach Peneclaria - das heutige Falconara Alta - bei Ancona bringen und dort begraben. Daraufhin ließ König Johannes in der Umgebung mehrere Kirchen bauen. Hunnenkönig Attila verwüstete dann diese und auch Liberius' Grab. Nun erschien Liberius einer frommen Frau und trug ihr auf, Bischof Thraso zu bitten, seinen Leichnam unter dem Feigenbaum zu erheben, wohin ihn Attila geworfen hatte. Der Bischof erfüllte die Bitte, ein von zwei Stieren gezogener Wagen brachte den Sarg bis zu einem Berg, auf dem eine Kapelle zu Ehren von Laurentius stand, die der vornehmen Dame Maxilla gehörte. Diese ließ die Kapelle zu einer Liberius geweihten Kathedrale ausbauen. Als man dort Liberius wieder bestatten wollte, kam auch der prächtige Sarg auf dem Meer wieder angeschwommen, so dass Liberius ein würdiges Begräbnis erhielt.

Die Legende ist weithin unbrauchbar, ihre handelnden Personen lebten zu ganz verschieden Zeiten. Immerhin gab es in Armenien zur Zeit von Papst Gregor X. einen König namens Johannes Haytho, der später Franziskanermönch wurde und 1272 starb; möglicherweise pilgerte einer seiner Söhne ins Abendland und starb in Ancona.

In einem Dokument aus dem Jahr 1051 wird die ehedem Laurentius geweihte Kirche in Ancona - an der Stelle der heutigen Kathedrale - als Kirche zu Ehren von Liberius genannt. Dort ist seine Figur neben der von anderen Heiligen in einer Steinplatte aus dem 11./12. Jahrhundert eingraviert. Liberius' Reliquien wurden 1756 unter Bischof Mancinforte für echt befunden und anschließend zur öffentlichen Verehrung in einer Marmor-Urne in der Krypta der Kathedrale ausgestellt.

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Autor: Joachim Schäfer - zuletzt aktualisiert am 20.12.2018

Quellen:
• http://www.santiebeati.it/dettaglio/54800
• Vollständiges Heiligen-Lexikon …, 3. Band: [I]K-L. Herausgegeben von Johann Evangelist Stadler, B. Schmid'sche Verlagsbuchhandlung (A. Manz), Augsburg, 1869
• Inschrift am Grab in Ancona

korrekt zitieren: Joachim Schäfer: Artikel
Die Deutsche Nationalbibliothek verzeichnet das Ökumenische Heiligenlexikon in der Deutschen Nationalbibliografie; detaillierte bibliografische Daten sind im Internet über http://d-nb.info/969828497 abrufbar.