Ökumenisches Heiligenlexikon

Maria de Mattias

Gedenktag katholisch: 20. August
Hochfest bei den Anbeterinnen vom kostbaren Blut: 4. Februar
gebotener Gedenktag bei den Missionaren vom kostbaren Blut: 4. Februar

Name bedeutet: die Beleibte / die Schöne / die Bittere / die von Gott Geliebte (aramäisch)

Ordensgründerin
* 4. Februar 1805 in Vallecorsa bei Frosinone in Italien
20. August 1866 in Rom


Andachtsbild
Andachtsbild

Maria Mathilde, Tochter von Giovanni und Ottavia de Angelis, wurde religiös erzogen. 1822 lernte sie Kaspar del Bufalo kennen. Zusammen mit ihm gründete sie 1834 in Acuto die Kongregation der Anbeterinnen des kostbaren Blutes, die die Erziehung und Ausbildung von Mädchen, Verbesserung der Lage der Frauen und Humanisierung der Gesellschaft zur Aufgabe hat. Zur weiteren Ausbreitung ihrer Gemeinschaft begab sie sich nach Rom.

Rund 2500 Briefe von Maria de Mattias sind erhalten. Sie wurde zunächst im berühmten Friedhof Il Verano in Rom bestattet, dann wurden ihre Gebeine in die Kirche Il Preziosissimo Sangue di Nostro Signore Gesù Cristo neben der GeneralkurieAls römische Kurie (von lateinisch curare = „pflegen, sich kümmern”) werden seit dem 11. Jahrhundert die Leitungs- und Verwaltungsorgane der katholischen Weltkirche in Rom genannt. Die Kurie ist für die Gesamtkirche zuständig, nicht für die Regierung des Staates Vatikan. ihres Ordens übertragen. Der Orden ist heute auf allen fünf Kontinenten tätig.

Bild in der Kirche Santa Maria in Trivio in Rom
Bild in der Kirche Santa Maria in Trivio in Rom

Kanonisation: Maria de Mattias wurde am 1. Oktober 1950 von Papst Pius XII. selig- und am 18. Mai 2003 von Papst Johannes Paul II. heiliggesprochen.


Worte der Heiligen

In einem Brief vom 25. Juli 1838 schreibt Maria de Mattias an ihren geistlichen Begleiter Johannes Merlini:
Sie baten mich, Ihnen zu schreiben, wie Gott mich zum ersten Mal gerufen hat. Das war so: Etwa drei Monate vor der Mission unseres Vaters (gemeint ist Kaspar del Bufalo) plagten mich heftige Gewissensbisse, weil ich den Eitelkeiten der Welt nachlief. Ich fühlte mich nicht wohl bei allem, was ich genoss, und wünschte sehnlichst, aus dieser Enge auszubrechen, nur wusste ich nicht wie. Ich sehnte mich nach jemandem, der mir dabei mit starker Hand helfen könnte. … Der Herr verjagte aus meiner Seele alle Unwissenheit, indem er mir zeigte, dass ich in ihm allein Trost finden könne. …
Das Geschenk dieser Erfahrung wurde mir durch die Gottesmutter zuteil, die ich bat, mir Licht zu geben. Der Blick auf den Gekreuzigten verwundete mein Herz. … Ich fühlte mich dann sehr heftig aufgefordert, Jesus zu lieben … und hatte große Angst, ihn zu verlieren. … Weinend sagte ich ihm, dass ich in ihn verliebt sei und ihn immer bei mir haben wolle. … Im Geiste schaute ich etwas Wunderschönes, das mein Herz mit tiefem Frieden erfüllte und zu mir sagte: Fürchte dich nicht, ich werde dich nie verlassen. Diese Schau und diese Worte, die ich in meinem Herzen vernahm, blieben in meinem Gedächtnis haften und stärkten mich in meinen Ängsten.
Eine Stimme sagte mir auch, dass die erhaltenen Gnaden nicht für mich allein bestimmt seien, sondern auch zur Hilfe für andere. … Ich war etwa 16 oder 17 Jahre alt. … Als ich einen alten Missionar fragte, was ich tun soll, prüfte er mich und sagte, ich solle nach Hause gehen und sofort einige Eitelkeiten, die ich trug, weglegen. … Ich ging, tat, was er mir gesagt hatte, und empfand großen Trost in meinem Herzen.


In folgendem Brief aus der Zeit nach 1850 wählte Maria dazu die 3. Person aus Vorsicht, falls jemand anderer den Brief in die Hände bekäme:
Sie konnte weder lesen noch schreiben und kannte nur die wenigen Buchstaben vom heiligen Kreuz (INRI?). Eines Tages nahm sie ein Buch zur Hand. … Ein Gebet zur hl. Jungfrau kam ihr unter die Augen. Sie schrie: Ich kann dieses Gebet lesen! Von da an fand sie Gefallen am Lesen guter Bücher. … Sie betete: Heilige Maria, hilf mir! Lass mich entbrennen in Liebe zu Jesus und zu dir. Sag mir, was ich tun soll, um deinem Sohn zu gefallen! - Maria zeigte ihr Kalvaria und das Kreuz und lud sie ein, dort hinauf zu steigen. Zitternd antwortete sie: O Gott, ich bin zu schwach, ich kann nicht. … Am meisten fürchtete sie, vor den Augen der Welt als sonderbar zu erscheinen. … Die gute Mutter tröstete sie, indem sie sagte: Hab keine Angst, ich werde dir helfen. … Tief im Herzen fühlte sie einen Frieden, den sie nicht mit Worten beschreiben kann. Damals, so erinnert sie sich, opferte sie sich ganz Gott auf durch die vollkommene Hingabe an den Willen Gottes. … Sie fühlte sich völlig verändert und voll Mut. … In dieser Zeit eignete sie sich einen gewissen Ernst an und trug auf dem Grund ihres Herzens eine Kraft, die sie nicht erklären kann. Die heftigen Kämpfe (die Angst aufzufallen, ausgelacht zu werden) verließen sie nie. Sie kannte noch keine geistliche Führung. … Sie wurde krank, weil sie fürchtete, alles falsch zu machen und Gott zu beleidigen. … Sie fühlte in ihrem Herzen eine tiefe Sorge um die vielen verlorenen Seelen; sie hätte für diese am liebsten ihr Blut und Leben gegeben.

Quelle: Provinzialat der Missionare vom Kostbaren Blut (Hg.): Heilige Maria De Mattias (1805 - 1866). Salzburg / Traunstein o. J.

Zitat von Maria de Mattias:

Als der Bischof von Anagni Lais sie zur Gründung einer Schule im Bergdorf Acuto einlud, schrieb sie ihm am 12. Oktober 1833:
Ich bin sehr froh, Gott zu dienen, wo Sie wollen. … Nachdem Sie gebetet haben und es für richtig halten, gehe ich gerne. … Nun möchte ich Ihnen aufrichtig meine Wünsche unterbreiten: … Das religiöse Institut soll den Titel Vom Kostbaren Blut tragen. Die Regel sollte zusätzlich festhalten, dass wir die kleineren Mädchen in der christlichen Lehre unterweisen und bei den Großen das betrachtende Gebet fördern wollen. Außerdem möchte ich ein Internat führen, damit die Mädchen, die das wollen, auch bei Nacht in der Schule bleiben können. So könnte man ihnen eine gründlichere bürgerliche und moralische Erziehung vermitteln. … Während zehn Tagen könnten sich auch Frauen bei uns aufhalten, die sich mit geistlichen Dingen befassen möchten. … Vielleicht scheint Ihnen dieses Unterfangen zu kompliziert. Wir werden tun, was wir können. Mit der Zeit mehren sich die Mittel und die Zahl der Lehrerinnen. … Ich vertraue fest auf Gott. Wenn es sein Wille ist, dass ich dieses Werk so beginne, wird er mir auch die nötigen Mittel geben.

Quelle: Provinzialat der Missionare vom Kostbaren Blut (Hg.): Heilige Maria De Mattias (1805 - 1866). Salzburg / Traunstein o. J.

zusammengestellt von Abt em. Dr. Emmeram Kränkl OSB,
Benediktinerabtei Schäftlarn,
für die Katholische SonntagsZeitung

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Autor: Joachim Schäfer - zuletzt aktualisiert am 03.08.2021

Quellen:
• http://it.wikipedia.org/wiki/Maria_De_Mattias
• http://it.wikipedia.org/wiki/Chiesa_del_Preziosissimo_Sangue_di_Nostro_Signore_Ges%C3%B9_Cristo
• http://www.adoratrici-asc.org/
• Lexikon für Theologie und Kirche, begr. von Michael Buchberger. Hrsg. von Walter Kasper, 3., völlig neu bearb. Aufl., Bd. 6., Herder, Freiburg im Breisgau 1997

korrekt zitieren: Joachim Schäfer: Artikel
Die Deutsche Nationalbibliothek verzeichnet das Ökumenische Heiligenlexikon in der Deutschen Nationalbibliografie; detaillierte bibliografische Daten sind im Internet über http://d-nb.info/1175439177 und http://d-nb.info/969828497 abrufbar.


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