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Ökumenisches Heiligenlexikon

Micha

auch: Michäas

Gedenktag katholisch: 21. Dezember
15. Januar

Gedenktag orthodox: 5. Januar, 14. August

Gedenktag armenisch: 14. August
liturgische Feier am 3. Dienstag nach dem Verklärungssonntag

Gedenktag koptisch: 20. März, 15. August

Gedenktag syrisch-orthodox: 10. August, 11. August
Todestag: 14. August

Name bedeutet: Wer ist wie Gott? (hebr.)

Prophet
* in Moreschet, wohl bei Gat, heute Kirjat Gat in Israel
wirkte um 725 bis 712 v. Chr.


Micha, von Beruf ursprünglich Bauer, war als Prophet in Jerusalem und wohl auch an seinem Heimatort Moreschet tätig. In seinen Worten finden sich scheltende und drohende Worte gegen die Zustände im Nord- wie im Südreich ebenso wie großartige Verheißungen, so die bekannte des kommenden Friedensreiches (Micha 4, 1 - 5, ähnlich bei Jesaja 2, 2 - 5) mit dem Hoffnungszeichen, dass Schwerter zu Pflugscharen umgeschmiedet werden.

In den traditionellen Auffassungen wird der Prophet mit Micha, dem Sohn des Jimla, zusammengesehen, der zur Zeit Jehoschafats 800 v. Chr. lebte. Auf die Geburt Jesu in Betlehem wurde schon bei Matthäus das Prophetenwort aus Micha 5, 1. 3 bezogen: Und du, Betlehem … Aus dir wird ein Fürst hervorgehen, der mein Volk Israel weiden wird.

Der alte Gedenktag 15. Januar ist der Überlieferung zufolge der Tag der Auffindung der Gebeine, die um 400 zusammen mit jenen des Propheten Habakkuk unter den Kaisern Arcadius - oder Theodosius II., dem eine Vision zugeschrieben wird, die zur Auffindung führte - und Honorius erfolgte.

Worte von Micha

Die Situation, die Micha beschreibt, ist auch der heutigen Welt nicht fremd: rücksichtsloses Gewinnstreben, Korruption, Ausbeutung der Armen, Rechtsbeugung zugunsten der Besitzenden und Machthabenden. Doch wer so auf Kosten der Armen und Kleinen lebt und handelt, zieht sich selbst das Gericht zu. Beim Propheten heißt es:

Weh mir! Es geht mir wie nach der Obsternte, wie bei der Nachlese im Weinberg: Keine Traube ist mehr da zum Essen, keine von den Frühfeigen, die mein Herz begehrt. Verschwunden sind die Treuen im Land, kein Redlicher ist mehr unter den Menschen. Alle lauern auf Blut, einer macht Jagd auf den andern. Sie trachten nach bösem Gewinn und lassen sich’s gut gehen: Die hohen Beamten fordern Geschenke, die Richter sind für Geld zu haben, und die Großen entscheiden nach ihrer Habgier, so verdrehen sie das Recht. Noch der Beste unter ihnen ist wie eine Distel, der Redlichste ist schlimmer als Dornengestrüpp. Doch der Tag deiner Bestrafung kommt; dann werden alle bestürzt sein.

Der Prophet bittet für sein Volk und ist zuversichtlich, dass Gottes Erbarmen das Unheil wieder zum Guten wenden wird, denn wer ist ein Gott wie du, der du Schuld verzeihst und dem Rest deines Erbvolkes das Unrecht vergibst? Gott hält nicht für immer fest an seinem Zorn; denn er liebt es, gnädig zu sein. Er wird wieder Erbarmen haben mit uns und unsere Schuld zertreten. Ja, du wirfst all unsere Sünden in die Tiefe des Meeres hinab.

Für die Endzeit entwirft der Prophet eine Vision des Friedens, die in modernen Friedensbewegungen immer wieder zitiert wird: Am Ende der Tage wird es geschehen: Der Berg mit dem Haus des Herrn steht fest gegründet als höchster der Berge; er überragt alle Hügel. Zu ihm strömen die Völker. Viele Nationen machen sich auf den Weg. Sie sagen: Kommt, wir ziehen hinauf zum Berg des Herrn und zum Haus des Gottes Jakobs. Er zeige uns seine Wege, auf seinen Pfaden wollen wir gehen. Denn von Zion kommt die Weisung, aus Jerusalem kommt das Wort des Herrn. Er spricht Recht im Streit vieler Völker, er weist mächtige Nationen zurecht. Dann schmieden sie Pflugscharen aus ihren Schwertern und Winzermesser aus ihren Lanzen. Man zieht nicht mehr das Schwert, Volk gegen Volk, und übt nicht mehr für den Krieg. Jeder sitzt unter seinem Weinstock und unter seinem Feigenbaum und niemand schreckt ihn auf. Ja, der Mund des Herrn der Heere hat gesprochen. Denn alle Völker gehen ihren Weg, jedes ruft den Namen seines Gottes an; wir aber gehen unseren Weg im Namen Jahwes, unseres Gottes, für immer und ewig.

Die Bibel. Altes und Neues Testament; Einheitsübersetzung, Freiburg / Basel / Wien 1980

Zitat:

Nach Matthäusevangelium 2, 6 antworten die Schriftgelehrten auf die Frage des Herodes, wo denn der Messiaskönig geboren werden solle, mit Verweis auf den Propheten Micha:
Aber du, Betlehem-Efrata, so klein unter den Gauen Judas, aus dir wird mir einer hervorgehen, der über Israel herrschen soll. Sein Ursprung liegt in ferner Vorzeit, in längst vergangenen Tagen. Darum gibt der Herr sie preis, bis die Gebärende einen Sohn geboren hat. Dann wird der Rest seiner Brüder heimkehren zu den Söhnen Israels. Er wird auftreten und ihr Hirt sein in der Kraft des Herrn, im hohen Namen Jahwes, seines Gottes. Sie werden in Sicherheit leben; denn nun reicht seine Macht bis an die Grenzen der Erde. Und er wird der Friede sein.

Die Bibel. Altes und Neues Testament; Einheitsübersetzung, Freiburg / Basel / Wien 1980

zusammengestellt von Abt em. Dr. Emmeram Kränkl OSB,
Benediktinerabtei Schäftlarn,
für die Katholische SonntagsZeitung

  Das wissenschaftliche Bibellexikon im Internet bietet in seinem Artikel über Micha und das Michabuch ausführliche und fundierte Informationen.

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Autor: Joachim Schäfer - zuletzt aktualisiert am 18.09.2019

Quellen:

korrekt zitieren: Joachim Schäfer: Artikel
Die Deutsche Nationalbibliothek verzeichnet das Ökumenische Heiligenlexikon in der Deutschen Nationalbibliografie; detaillierte bibliografische Daten sind im Internet über http://d-nb.info/1175439177 und http://d-nb.info/969828497 abrufbar.