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Ökumenisches Heiligenlexikon

Myron von Kreta

italienischer Name: Mύρον

Gedenktag katholisch: 8. August

Gedenktag orthodox: 8. August

Name bedeutet: der Myrrhe Spendende (griech.)

Wundertäter, Bischof von Knossos (?)
* 250 in Raucus, heute Agios Mironas bei Heraklion auf Kreta in Griechenland
350


Die Myron geweihte Kirche in Agios Mironas
Die Myron geweihte Kirche in Agios Mironas

Myron, Sohn vornehmer Eltern, war verheiratet und Bauer, betrieb Ackerbau und gab den Armen reichliche Almosen - daher sein Name. Als er eines Tags Wein unter die Armen austeilte, floss dieser aus dem Gefäß so wohlriechend und reichlich, dass sich alle darüber wunderten. Ein anderes Mal sei Gold aus dem Gefäß geflossen und von ihm unter die Menschen verteilt worden. Als einst Diebe seinen Erbsenacker betraten, wuchsen plötzlich Dornensträuche, die ihnen in den Leib drangen. Bei einer andern Gelegenheit konnten Diebe die bereits gefüllten Säcke nicht wegtragen; Myron half ihnen dann, die Säcke auf ihre Schultern zu heben und beschämte die Verbrecher durch seine Großzügigkeit so sehr, dass sie in Zukunft ein ehrenvolles Leben führten.

Ob seiner Wundertätigkeit berühmt geworden, drängten ihn die Bewohner seines Heimatortes, der heute nach ihm benannt ist, sich zum Priester weihen zu lassen, bald darauf wurde er zum Bischof von KnossosKnossos - oder von Gortyna - gewählt 1, daraufhin vermehrten sich die Wunder noch. Bei einer Überschwemmung des Flusses Triton stoppte der Heilige den Fluss des Wasser und schickte dann einen Mann mit seinem Bischofsstab zum Fluss zurück, um diesem zu befehlen, wieder zu fließen.

Die Höhle, in der Myron zeitweise lebte
Die Höhle, in der Myron zeitweise lebte

Myron starb im Alter von 100 Jahren und wurde in seinem Heimatort bestattet, über seinem Grab wurde eine ihm geweihte Kirche erbaut; unterhalb der Kirche ist die Höhle, in der er zeitweise als Einsiedler lebte und deren Tropfwasser als heilkräftig gilt.

Attribute: mit Drachen und Halseisen daneben

1 Im kleinen Dorf Knossos ist heute die Dorfkirche erhalten, geprägt ist der Ort sonst von den Ausgrabungen des minoischen Palastes. In frühchrstlich- römischer Zeit war Gortyna die Hauptstadt; inzwischen kann als gesichert gelten, dass die heute dort teilweise unter der Straße verborgene große Basilika die ursprüngliche Bischofskirche war. Der Bischof von Kreta residierte also in Gortyna, gleichwohl ist für die frühchristliche Zeit auch Knossos als Bischofssitz belegt.





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Autor: Joachim Schäfer - zuletzt aktualisiert am 15.04.2019

Quellen:
• Vollständiges Heiligen-Lexikon …, 4. Band: M-P. Herausgegeben von Johann Evangelist Stadler, Fortgesetzt von J. N. Ginal, B. Schmid'sche Verlagsbuchhandlung (A. Manz), Augsburg, 1875
• https://oca.org/saints/lives/2018/08/08/102233-st-myron-the-wonderworker-and-bishop-of-crete
• https://el.wikipedia.org/wiki/Άγιος_Μύρων_Ηρακλείου

korrekt zitieren: Joachim Schäfer: Artikel
Die Deutsche Nationalbibliothek verzeichnet das Ökumenische Heiligenlexikon in der Deutschen Nationalbibliografie; detaillierte bibliografische Daten sind im Internet über http://d-nb.info/1175439177 und http://d-nb.info/969828497 abrufbar.