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Ökumenisches Heiligenlexikon

Nikolaus Studites

auch: der Bekenner

Gedenktag katholisch: 4. Februar

Gedenktag orthodox: 4. Februar

Name bedeutet: der Sieger über das / aus dem Volk (griech.)

Priester, Abt des Klosters Studion in Konstantinopel
* 793 in Chania auf Kreta in Griechenland
† 4. Februar 868 in Konstantinopel, heute Ístanbul in der Türkei


griechische Ikone
griechische Ikone

Nikolaus wurde im Alter von zehn Jahren zu seinem Verwandten Theodor, dem Abt des Klosters Studion in Konstantinopel geschickt und wurde dann dort Mönch und später zum Priester geweiht. Als 815 eine neue Verfolgung der Verehrer von Ikonen durch Kaiser Leo V. den Armenier begann, wurde auch die Gemeinschaft des Klosters Studion zerstreut. Nikolaus folgte seinem Abt in die einjährige Verbannung auf die Festung Metopa, die am heutigen Uluabat Gölü bei Bursa lag; er kümmerte sich um ihn und schreib seine Lehren auf, die den verstreuten Anhängern heimlich gesandt wurden; als dies bemerkt wurde, wurden sie in die abgelegene Festung Bonita verbannt, wo die Wachen sie grausam behandelten und sie, als wieder einer der Briefe Theodors abgefangen wurde, auspeitschten; hier verbrachten sie drei Jahre und wurden anschließend eineinhalb Jahre in Smyrna - dem heutigen Ízmir - inhaftiert. Nachdem 820 Kaiser Leo ermordet worden war, ließ dessen Nachfolger Michael II. - obwohl auch er ein Gegner der Ikonenverehrung war - sie frei. Sie wollten in ihr Kloster nach Konstantinopel zurückkehren, doch ihnen wurde der Zutritt in die Stadt verweigert, deshalb gingen sie zusammen mit Patriarch Nikephoros I. nach Chalkedon - heute der Stadtteil Kadıköy in Ístanbul. Als ein Gespräch mit dem Kaiser über die Frage der Ikonenverehrung erfolglos endete, reisten sie ab, um ihre orthodoxe Praxis in Akritas - dem heutigen Tuzla bei Istanbul - in der Tryphon-Kirche auszuüben. Nach Theodors Tod 826 blieb Nikolaus einige Zeit an dessen Grab auf der Prinzeninsel Prinkipo - der heutigen Büyük Ada.

Kirche Agios Nikolaos in Chaniá, 1320 als Dominikanerkloster errichtet und Petrus geweiht, unter Osmanischer Herrschaft die Zentralmoschee der Stadt, seit 1918 wieder Kirche und Nikolaus geweiht - wobei offen bleibt, welcher Nikolaus gemeint ist. Einträchtig stehen der Kirchturm links und das Minarett aus der Zeit der Nutzung als Moschee unter Osmanischer Herrschaft rechts nebeneinander.
Kirche Agios Nikolaos in Chaniá, 1320 als Dominikanerkloster errichtet und Petrus geweiht, unter Osmanischer Herrschaft die Zentralmoschee der Stadt, seit 1918 wieder Kirche und Nikolaus geweiht - wobei offen bleibt, welcher Nikolaus gemeint ist. Einträchtig stehen der Kirchturm links und das Minarett aus der Zeit der Nutzung als Moschee unter Osmanischer Herrschaft rechts nebeneinander.

Unter dem ab 829 regierenden Kaiser Theophilos wurde die Verfolgung gegen die Bilderverehrer noch brutaler. Nikolaus fand Zuflucht in einem europäischen Vorort von Konstantinopel namens Firmopolis auf dem Anwesen einer frommen Ikonenverehrerin und etablierte dort eine Filiale des Klosters Studion. Nachdem Kaiser Theophilos 842 starb, wurde sein Frau Theodora Kaiserin; sie stellte die Orthodoxie wieder her und Nikolaus konnte ins Kloster Studion zurückkehren, das jetzt unter der Leitung von Abt Naukratios stand und schnell wieder zu seinem früheren Glanz zurückgebracht wurde. 849 übernahm dann Nikolaus das Amt des Abtes. In den Auseinandersetzungen um die Wahl von Photios I., dem Großen, 858 gehörte Nikolaus zu den Gegnern der Wahl, weil er den Laien Photius nicht für geeignet hielt. Deshalb zog Nikolaus sich nach Prenetos zurück, einem Tochterkloster im Golf von Nikomedia - dem heutigen Ízmit -, und ernannte Evarestos zu seinem Nachfolger. Nach weiteren Auseinandersetzungen um die Wahl von Patriarch Photios floh Nikolaus auf die Insel Lesbos und dann nach Chersones - den heutigen Ruinen bei Sewastopol - auf der Halbinsel Krim. 865 wurde er dort von Kaiser Michael III. festgenommen und war dann zwei Jahre in Konstantinopel inhaftiert. Nachdem Basileios I. seine Vorgänger ermordet hatte und 867 Kaiser wurde, kam Nikolaus frei und wurde in den Palast geführt; der ikonenfreundliche Basileios ermutigte Niklaus, sein Amt als Abt im Kloster Stoudion wieder aufzunehmen, was Nikolaus wegen seines fortgeschrittenen Alters ablehnte; aber er kehrte als Ratgeber ins Kloster zurück.

Nikolaus wurde auch als Wundertäter bekannt, so heilte er Eudokia Ingerina, die Frau von Kaiser Basileios I., von lebensbedrohender Krankheit, ebenso Helena, die Frau des Patriziers Manuel. Auf dem Totenbett versprach er seinen Mönchen, dass die Hungersnot, unter der sie litten, drei Tage nach seinem Tod ein Ende finde; tatsächlich legte drei Tage nach Nikolaus' Ableben ein von Kaiser Basileios gesandtes Schiff mit Getreide im Hafen des Klosters an.

Auch am Grab von Nikolaus fanden weiterhin Wunder statt.

An der Stelle der heutigen Kirche Agios Nikolaos in Chaniá hatten zur Zeit der venezianischen Herrschaft über Kreta um 1320 die Dominikaner ein Kloster errichtet; zur Zeit der Türkenherrschaft wurde die Kirche eine Moschee, deren Minarett nach dem Neubau der orthodoxen Kirche erhalten blieb.

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Autor: Joachim Schäfer - zuletzt aktualisiert am 20.03.2019

Quellen:
• Vera Schauber, Hanns Michael Schindler: Heilige und Patrone im Jahreslauf. Pattloch, München 2001
• http://ocafs.oca.org/FeastSaintsViewer.asp?FSID=100429
• https://www.johnsanidopoulos.com/2016/02/saint-nicholas-studite-and-confessor-868.html
• https://www.west-crete.com/chania-splantzia.htm

korrekt zitieren: Joachim Schäfer: Artikel
Die Deutsche Nationalbibliothek verzeichnet das Ökumenische Heiligenlexikon in der Deutschen Nationalbibliografie; detaillierte bibliografische Daten sind im Internet über http://d-nb.info/1175439177 und http://d-nb.info/969828497 abrufbar.