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Ökumenisches Heiligenlexikon

Peter Maria Ramírez Ramos

spanischer Name: Pedro María

Gedenktag katholisch: 10. April

Name bedeutet: P: der Fels (latein.)
M: nach Maria

Priester, Märtyrer
* 23. Oktober 1899 in La Plata bei Neiva in Kolumbien
† 10. April 1948 bei Armero bei Ibagué in Kolumbien


Peter Maria Ramírez Ramos besuchte das Gymnasium am kleinen Seminar in Elias bei Neiva und ab 1915 das Priesterseminar in Garzón bei Neiva. 1920 bekam er Zweifel an seiner Berufung, verließ das Seminar auch wegen der häufigen Kopfschmerzen, die ihn plagten, und arbeitete dann als Chorleiter an verschiedenen Orten; 1928 nahm er seine theologischen Studien wieder auf im Seminar in Ibagué, wo er 1930 zum Priester geweiht wurde. Nach anderen Pfarreien wurde er 1948 Pfarrer in Armero.

Am 9. April 1948 besuchte er Ramírez einen Patienten im örtlichen Krankenhaus, als sich die Nachricht von der Ermordung des Präsidentschaftskandidaten der kolumbianischen Liberalen Partei, Jorge Eliécer Gaitán, verbreitete. Dieser vertrat eine anti-oligarchische Politik mit nationalistischen, aber auch sozialistischen Elementen und setzte sich besonders für eine gerechtere Landverteilung ein, was Widerstände der Konservativen und der korrupten Machtelite in seiner Partei hervorrief; nachdem Gaitán sich gegen letztere durchgesetzt hatte, galt er als aussichtsreichster Kandidat für die folgende Präsidentschaft. Pfarrer Ramírez wurde nach dem Attentet nun von Anhängern Gaitáns bedroht, weil er zu dessen Ermordung aufgerufen hatte; dennoch lehnte er eine angebotene Flucht ab. Am nächsten Tag brach eine große Menschenmenge in seine Kirche ein und beschuldigte ihn, Waffen für die Konservativen zu verstecken; sie schleppten ihn auf den Zentralplatz, hängten ihn auf und schlugen ihn mit einer Machete tot.

Ramírez' Leichnam wurde nach einigen Stunden auf den örtlichen Friedhof gebracht und in einen Graben geworfen; erst einen Monat später konnte seine Familie ihn in La Plata ordentlich bestatten.

Die Ermordung von Jorge Eliécer Gaitán war der Beginn des zehn Jahre wähenden Bürgerkrieges in Kolumbien, der Violencia zwischen der liberalen und der konservativen Partei; insgesamt verloren dabei 200.000 Menschen ihr Leben. Als der Vatikan erstmals die Einleitung des Kanonisierungsverfahrens für Peter Maria Ramírez Ramos angekündigte, gab es in Kolumbien heftige Proteste dagegen; in einem Brief an Papst Franziskus hinterfragte die Tochter des Ermordeten, Gloria Gaitán, das Verfahren und zitierte, wie Ramírez den Tod ihres Vaters öffentlich gefordert und von der Kanzel erklärt hatte, dass er selbst dies nicht tun könne. Die gleichwohl durch Papst Franziskus 2017 erfolgte Seligsprechung sollte ein Zeichen der Versöhnung zwischen konservativen und fortschrittlichen Kräften in Kolumbien sein, nachdem es Dank der Vermittlung des Papstes endlich gelungen war, den seit den 1970-er Jahren währenden Bürgerkrieg zwischen den FARC-Rebellen und der Regierung zu beenden.

Kanonisation: Papst Franziskus sprach Peter Maria Ramírez Ramos zusammen mit Jesus Emil Jaramillo Monsalve am 8. September 2017 in Villavicencio selig.





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Autor: Joachim Schäfer - zuletzt aktualisiert am 10.09.2017

Quellen:
• https://en.wikipedia.org/wiki/Pedro_Mar%C3%ADa_Ram%C3%ADrez_Ramos
• http://de.radiovaticana.va/news/2017/09/08/papst_spricht_m%C3%A4rtyrer_selig_%E2%80%9Ehass_der_f%C3%BCrsten_der_welt%E2%80%9C/1334898

korrekt zitieren: Joachim Schäfer: Artikel
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