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Ökumenisches Heiligenlexikon

Peter Moghila

auch: Peter Movila, Peter Mohyla

Gedenktag orthodox: 1. Januar

Name bedeutet: der Fels (latein.)

Archimandrit in Kiwe, Metropolit von Kiew
* 21. Dezember 1596 in Suceava in Rumänien
† 1. Januar 1647 in Kiew in der Ukraine


Peter war der Sohn von Simeon Moghila, des Fürsten der Walachei und von Moldawien, und der Fürstin Margaret. Nach Machtkämpfen starb 1607 sein Vater, 1612 musste seine Mutter mit ihrem Sohn in die Ukraine fliehen und kam bei verwandten Fürsten unter. Peter erhielt eine Ausbildung in L'viv und auf europäischen Universitäten. Danach diente er als Soldat der polnischen Armee. 1625 trat Moghila als Mönch in das Höhlenkloster in Kiew ein, wo er 1627 ArchimandritEin Archimandrit (aus griech.„αρχή, Anfang” und „μάνδρα, Unterkunft”) ist in den östlichen und orthodoxen Kirchen der vorgeordnete Vorsteher eines oder mehrer Klöster, entsprechend etwa dem westlichen Erzabt. Er steht hierarchisch über dem Hegumen. Der Begriff wird auch als besonderer Ehrentitel für orthodoxe Priestermönche verwendet. wurde. Er förderte die Disziplin, renovierte die Höhlen, errichtete auf seine Kosten ein Heim für Arme und gründete das Kloster Holosijiwska in Kiew. Wichtig war ihm der Ausbau der Druckerei des Klosters, die auch von ihm selbst verfasste Bücher publizierte, darunter 1629 das liturgische Werk Liturgiarion, das für zweihundert Jahre maßgeblich werden sollte.

Nach der Kirchenunion von Bjeraszje/Brest aus dem Jahr 1596 anerkannte die Mehrheit der orthodoxen Bischöfe die Oberhoheit des Papstes in Rom, die orthodoxe Kirche war nun ungesetzlich, aber die Mehrheit des Volkes und der Klöster anerkannten die Union nicht und hatten deshalb unter Entrechtung und Verfolgung zu leiden, viele orthodoxe Kirchen wurden geschlossen. Peter wollte die mit Rom Unierten und die Orthodoxen miteinander versöhnen, stieß aber auf viele Widerstände. Als 1931 auch sein einstiger Lehrer Iow Borezkyj starb, wurden die Versöhnungsbemühungen noch schwieriger; gemäß dessen Testament trat Peter in die Bruderschaft von Kiew ein und wurde deren Ältester, Betreuer des Klosters und der Schule und Leiter der Kathedrale des Metropoliten, auch wenn ein anderer das Amt innehatte. 1631 eröffnete er die erste Schule am Kiewer Höhlenkloster. Die Schulsprache war Lateinisch und Polnisch, orientierte sich am Vorbild der polnischen Kollegien und entsprach europäischem Standard; fähige junge Leute schickte er auf seine Kosten zum Studium ins Ausland. 1632 erfolgte die Verenigung mit der alten Bruderschaftsschule, so entstand die erste Hochschule in Osteuropa, deren Leiter Peter wurde. 1634 wurde eine Filiale des Kollegs in Winnyzja, 1636 eine in Kremenez eröffnet; bald übertrafen die Schulen die unierten und katholischen Kollegs.

Briefmarke der ukrainischen Post, 1996
Briefmarke der ukrainischen Post, 1996

Nach dem Tod des polnischen Königs Sigismund III. 1632 wurde der Sejm, die Volksversammlung, nach Warschau einberufen und Peter Moghila wurde Delegierter als Vertreter der gesamten orthodoxen Geistlichkeit. Er erreichte, dass die Metropolitie Kiew mit allen Grundstücken und Klöstern den Orthodoxen zurückgegeben wurde, das Bistum L'viv wieder errichtet werden konnte und die Orthodoxen wieder volle Freiheit bekamen. Nachdem der alte Kiewer Metropolit alt und kränklich war, wurde Peter im Zuge dieser Versammlung in zum Metropoliten von Kiew gewählt und 1633 in L'viv geweiht. Der alte Metropolit aber erklärte Peters Wahl als ungesetzlich und wehrte sich bis zu seinem Tod gegen den neuen Amtsinhaber. Peter erneuerte das Leben seiner Kirche, eröffnete weitere Bildungsstätten, renovierte die Gebäude, führte die verpflichtende gesellschaftliche und theologische Ausbildung der Geistlichen ein, sorgte für die Einhaltung der kanonischen Regeln und setzte den Schwerpunkt der Arbeit auf die missionarische Verkündigung und Fürsorge für die Menschen.

1634 begann Peter Moghila mit der Erneuerung der Sophienkathedrale in Kiew. An der alten Desjatynnaja-Kirche ließ er Ausgrabungen vornehmen, dabei fand man die Gebeine des Großfürsten Wladimir von Kiew. Auf eigene Kosten ließ Peter die Christerlöserkirche in Brest renovieren, die Kirchen des Wydubyzkyj-Klosters in Kiew wurden ebenfalls erneuert. 1640 berief er in Kiew eine SynodeSynode (altgriech. für Zusammenkunft) bezeichnet eine Versammlung in kirchlichen Angelegenheiten. In der alten Kirche wurden "Konzil" und "Synode" synonym gebraucht. In der römisch-katholischen Kirche sind Synoden Bischofsversammlungen zu bestimmten Themen, aber mit geringerem Rang als Konzile. In evangelischen Kirchen werden nur die altkirchlichen Versammlungen als Konzile, die neuzeitlichen Versammlungen als Synode bezeichnet. ein, die eine neue Ausgabe des Trebnik, der Liturgie und zugleich der Anweisungen für den Dienst der Geistlichen darstellt, erarbeitete; er diente lange Zeit auch den Geistlichen in ganz Russland. 1629 und 1639 überarbeite Peter den Sluzhebnik, den Vorschriftenkodex für den Kirchendienst; der erste orthodoxe Katechismus geht ebenfalls auf Peter Moghila zurück; da dessen Bestätigung durch die SynodeSynode (altgriech. für Zusammenkunft) bezeichnet eine Versammlung in kirchlichen Angelegenheiten. In der alten Kirche wurden "Konzil" und "Synode" synonym gebraucht. In der römisch-katholischen Kirche sind Synoden Bischofsversammlungen zu bestimmten Themen, aber mit geringerem Rang als Konzile. In evangelischen Kirchen werden nur die altkirchlichen Versammlungen als Konzile, die neuzeitlichen Versammlungen als Synode bezeichnet. sich hinzog, druckte er zunächst eine gekürzte Fassung, die vollständige wurde erst nach seinem Tod veröffentlicht, 1696 auch in Russland; lange Zeit hinweg war dieser Katechismus die vollständigste Auslegung des orthodoxen Glaubens. Peter Moghila hinterließ mehr als zwanzig weitere Werke kirchlich-theologischen, polemischen, lehrenden, philosophischen und moralisierenden Charakters.

Wenige Wochen nach Peters Tod wurden seine Gebeine gemäß seinem Wunsch in die große Kirche des Kiewer Höhlenklosters übertragen und dort beigesetzt. Sein großes Vermögen und seine Bücher - eine der reichsten Bibliotheken Osteuropas, darunter viele lateinische Klassiker sowie polnische und russische Chroniken - vererbte er dem Kiewer Bruderschaftskollegium. 1991 wurde am Kiewer Bruderschaftskollegiums eine nach ihm benannte Akademie eröffnet, die inzwischen staatliche Universität ist.

Kanonisation: 1996 wurde Peter Moghila der erste Heiligen, den Ukrainisch-Orthodoxe Kirchen aller Konfessionen kanonisierten.

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Autor: Joachim Schäfer - zuletzt aktualisiert am 12.09.2015

Quellen:
• http://de.wikipedia.org/wiki/Petro_Mohyla

korrekt zitieren: Joachim Schäfer: Artikel
Die Deutsche Nationalbibliothek verzeichnet das Ökumenische Heiligenlexikon in der Deutschen Nationalbibliografie; detaillierte bibliografische Daten sind im Internet über http://d-nb.info/969828497 abrufbar.