Richarius von Centula
französischer Name: Riquier
Gedenktag katholisch: 26. April
Empfang der Gebeine im Kloster St-Riquier: 3. Juni
Übertragung der Gebeine: 9. Oktober
Name bedeutet: der starke Mächtige (althochdt.)
Richarius wurde der Überlieferung nach von den irischen Missionaren Caidocus und Frechorius zum Christentum bekehrt und zum Priester geweiht. Er wirkte dann als Priester in seiner Heimat, bis er von König Dagobert beschenkt wurde und nach England reiste, um Gefangene zu befreien. Um 640 zog er sich zurück und lebte als Einsiedler im Wald Crézy an der Stelle, an der später ein Maria geweihtes Kloster errichtet wurde und der dann danach benannte Ort Forest-Montiers wuchs.
Nach legenarischer Überlieferung gründete Richarius 625 in seinem Heimatort Centula das Kloster, das dann ihm geweiht wurde; tatsächlich liegt die Gründung dieses Klosters im Dinkeln. Jedenfalls wurde Richarius' Leichnam in das Kloster überführt. 950 übertrug Graf Arnulf I. die Gebeine nach Montreuil - dem heutigen Montreuil-sur-Mer - ins damalige Kloster an der Guengalaenus geweihten Kirche Saint-Guénolé, die später als Kirche Saint-Saulve Salvius von Amiens geweiht wurde. Kurz danach kamen sie ins damalige Kloster Sithiu im heutigen aint-Omer 980 führte Herzog Hugo Capet sie nach Saint-Riquier zurück. Über dem Grab von Riquier entstand dort eine Abtei, die später ebenso wie die Stadt nach ihm benannt wurde.
Richarius' Lebensgeschichte wurde wohl Ende des 7. Jahrhunderts verfasst. Kurz nach 800 wurde sie auf Bitten von Abt Angilibert durch Alkuin überarbeitet, der sein Werk Karl dem Großen widmete.
Das Kloster der Benediktiner in Forest-Montiers wurde in der Französischen Revolution aufgelöst, die Gebäude wurden 1793 verkauft und teilweise abgerissen; heute steht an seiner Stelle ein Bauernhof. Das Kloster in Saint-Riquier wurde in der Französischen Revolution 1789 geschlossen, die Gebäude wurden verkauft, die Kirche wurde Pfarrkirche. 1828 richtete das Bistum Amiens in den Klostergebäuden sein Knabenseminar ein, das bis 1905 Bestand hatte. Heute ist dort ein Kulturzentrum.
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Autor: Joachim Schäfer
- zuletzt aktualisiert am 09.06.2026
Quellen:
• Vera Schauber, Hanns Michael Schindler: Heilige und Patrone im Jahreslauf. Pattloch, München 2001
• http://www.fa.org/community/webcreator/webadmin/p_slidetemplate2.cfm?slideid=3070&slideshowid=323&the_start=2&start_th=1
nicht mehr erreichbar
• Lexikon für Theologie und Kirche, begr. von Michael Buchberger. Hrsg. von Walter Kasper, 3., völlig neu bearb. Aufl.,
Bd. 8. Herder, Freiburg im Breisgau 1999
• https://fr.wikipedia.org/wiki/Abbaye_de_Forest-Montiers - abgerufen am 08.06.2026
• https://fr.wikipedia.org/wiki/Abbaye_de_Saint-Riquier - abgerufen am 09.06.2026
korrekt zitieren: Joachim Schäfer: Artikel
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https://d-nb.info/1175439177 und https://d-nb.info/969828497 abrufbar.