Ökumenisches Heiligenlexikon

Sabina von Rom


Antonio Sbardella: Sabinas Martyrium, 2018, in der Kathedrale Santa Maria delle Grazie in Pescina
Antonio Sbardella: Sabinas Martyrium, 2018, in der Kathedrale Santa Maria delle Grazie in Pescina

Sabina war der Legende nach eine vornehme Römerin, die den Senator Valentinus heiratete. Von ihrer Sklavin Serapia wurde sie zum Christentum bekehrt. Nach Valentinus* Tod nahm Sabina an Gottesdiensten in den Katakomben von Rom teil und wurde dort dann getauft. Nach der Festnahme und dem Märtyrertod von Serapia ließ Sabina ließ sie im Mausoleum ihrer Familie bestatten und bekannte sich dadurch öffentlich als Christin. Deshalb wurde auch Sabina unter dem Präfecten Elpidius verhaftet und enthauptet.

Sabinas legendarische Leidensgeschichte entstand im 6. Jahrhundert. Unter Papst Cölestin I. wurde um 425 die ihr geweihte Kirche Santa Sabina auf dem Aventin in Rom gebaut - angeblich an der Stelle ihres Elternhauses. 499 wurde diese Basilika in Dokumenten einer römischen SynodeSynode (altgriech. für „Zusammenkunft”) bezeichnet eine Versammlung in kirchlichen Angelegenheiten. In der alten Kirche wurden „Konzil” und „Synode” synonym gebraucht. In der römisch-katholischen Kirche sind Synoden Bischofsversammlungen zu bestimmten Themen, aber mit geringerem Rang als Konzile. In evangelischen Kirchen werden nur die altkirchlichen Versammlungen als Konzile, die neuzeitlichen Versammlungen als Synode bezeichnet. erwähnt, woraus zu schließen ist, dass Sabina mit ihrem Vermögen zum Bau der Kirche beigetragen hatte. Ihre Verehrung begann im 6. Jahrhundert. Auf dem Mosaik der Prozession von 22 Jungfrauenmärtyrerinnen in der Kirche Sant'Apollinare in Ravenna-Classe ist auch Sabina dargestellt.

Am aus Zypressenholz geschnitzten Portal der Kirche Santa Sabina findet sich die älteste bekannte Darstellung der Kreuzigung Jesu. In dieser Kirche teilt der Papst immer am Aschermittwoch das Aschenkreuz aus. Der Konvent des Dominikanerordens an Santa Sabina ist Sitz des Generalats, weil schon Dominikus hier 1219 viele Nächte im Gebet verbrachte; der angeblich von ihm dort gepflanzte Orangenbaum trägt bis heute Früchte.

Antonio Zanchji: Die Überführung der Reliquien von Pankratius und Sabina von der alten in die neue Kirche, 1684, in der Kirche San Zaccaria in Venedig
Antonio Zanchi: Die Überführung der Reliquien von Pankratius und Sabina von der alten in die neue Kirche, 1684, in der Kirche San Zaccaria in Venedig

Reliquien kamen in die Kirche San Zaccaria in Venedig

Patronin von Rom; der Hausfrauen und Kinder; gegen Regen und Blutfluss

Catholic Encyclopedia

Biographisch-Bibliographisches Kirchenlexikon

Die Kirche Santa Sabina in Rom ist täglich von 6.30 Uhr bis 12.45 Uhr und von 15 Uhr bis 20 Uhr geöffnet. (2017)
Die Kirche San Zaccaria in Venedig ist täglich von 10 Uhr bis 13 Uhr und von 14.30 Uhr bis 18 Uhr geöffnet, der Eintritt ist frei. (2020)



Autor: Joachim Schäfer - zuletzt aktualisiert am 03.09.2026

Quellen:
• Vera Schauber, Hanns Michael Schindler: Heilige und Patrone im Jahreslauf. Pattloch, München 2001
• Lexikon für Theologie und Kirche, begr. von Michael Buchberger. Hrsg. von Walter Kasper, 3., völlig neu bearb. Aufl., Bd. 8. Herder, Freiburg im Breisgau 1999
• https://www.die-tagespost.de/kirche/heilige/die-heilige-sabina-von-rom-art-278129 - abgerufen am 03.09.2026

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