Ökumenisches Heiligenlexikon

Stanislaus Papczyński

polnischer Name: Stanisław
Taufname: Jan

Gedenktag katholisch: 17. September

Name bedeutet: der im Lager Berühmte (slawisch)

Priester, Ordensgründer
* 18. Mai 1631 in Podegrodzie bei Nowy Sącz in Polen
17. September 1701 in Góra Kalwaria bei Warschau in Polen


Stanislaus Papczyński
Stanislaus Papczyński

Jan Papczyński besuchte ein von Jesuiten geleitetes Kolleg, dann ein solches der Piaristen. 1654 trat er mit dem Ordensnamen Stanislaus als erster Pole in diesen Orden ein. 1661 wurde er zum Priester geweiht und wirkte dann als gesuchter Prediger und Beichtvater, auch als der von Antonio Pignatelli, dem späteren Papst Innozenz XII. Weil nach seiner Meinung die Ordenszucht zu wenig streng gehandhabt wurde, verließ er 1670 den Orden und gründete 1673 selber den neuen Orden der Marianer, den ersten in Polen gegründeten Männerorden. Diese Gemeinschaft wurde 1679 vom Ortsbischof und 1699 von Papst Innozenz XII. anerkannt.

Kanonisation: Ein Seligsprechungsverfahren für Stanislaus Papczyński wurde 1767 eingeleitet, aber schon 1775 unterbrochen und erst 1953 wieder aufgenommen. Die Seligsprechung erfolgte dann am 16. September 2007 durch Kardinal Tarcisio Bertone im Auftrag von Papst Benedikt in der Basilika der Muttergottes in Licheń Stary. Am 5. Juni 2016 sprach Papst Franziskus Stanislaus Papczyński auf dem Petersplatz in Rom heilig.


Worte des Heiligen

Die von Stanislaus Papczyński verfasste Ordensregel nannte er Norma vitae, wörtlich: Lebensregel; Basis der Lebens der Brüder soll die Liebe sein:
1. Der hl. Paulus, der Lehrer der Heiden, hat einen Diener Gottes, der nicht glüht vor echter Liebe, verglichen mit einer gellenden Glocke und einer klirrenden Zimbel. Denn die Erlangung des ewigen Lebens - und der Wert der verdienstvollen Werke - wurzelt in der Liebe. Deshalb sollte ein jeder von euch versuchen, für sich selbst diese Liebe zu erlangen, diese äußerst wertvolle Perle, diesen im Acker verborgenen Schatz. Obwohl Liebe eine Gabe Gotte ist, wird sie erlangt und erhalten durch beständiges Gebet und Abtötung. Lasst deshalb alles, was ihr tut, in Liebe getan sein!
2. Die Gebote Gottes und evangelische Räte, die Gesetze der römisch-katholischen Kirche, ihre Vorschriften, Dekrete, Riten, Gewohnheiten, Dogmas, auch diese gegenwärtige Regel (und sollten zu gewisser Zeit weitere Vorschriften erlassen werden) lasst uns sie alle aus Liebe zu Gott einhalten! Das ist es, was (Jesus Christus] der himmlische Gesetzgeber sagte: Jeder, der mich liebt, wird meinem Wort die Treue halten (Johannesevangelium 14, 23) …
3. Aus Liebe zu Gott wirst du jedes gute Werk vollbringen und jedem Übel entrinnen; du wirst jede mögliche Tugend üben und jedes Laster und jede Sünde verabscheuen. Aus Liebe zu Gott wirst du willig und tapfer Demütigungen, Kummer, Tadel, Ungerechtigkeiten, Schmähungen, Leiden, Schmerzen, Mangel, Kargheit und andere Situationen wie diese ertragen. Aus Liebe zu Gott wirst du in höchst vollkommener Weise deine Übungen, Pflichten, Aufgaben, die dir aufgetragen sind, und was immer deinen Stand und deine Berufung betrifft, erledigen. Du wirst der göttlichen Liebe dein ganzes Leben, die täglichen Verrichtungen und Leiden, und jeden Augenblick, alle Besonderheiten, Umstände und Änderungen weihen. Alles Handeln und Leiden, die aus der Unterordnung entspringen, alle Zuversicht und Frömmigkeit sollen für alle Ewigkeit auf dem Altar der Liebe geweiht werden durch ein reines Herz, das verbunden ist mit den Verdiensten Christi, unseres Herrn, seiner Unbefleckten Mutter, von allen Heiligen und der ganzen Kirche. Du sollst den Herrn deinen Gott lieben mit ganzem Herzen und mit ganzer Seele und mit all deiner Kraft (Lukasevangelium 10, 27). Das, was die Göttliche Weisheit in beiden (dem Alten und Neuen) Testamenten nahegelegt hat, sollte eure gemeinsame Regel und der sicherste Weg zum Himmel sein.
4. Was die wechselseitige Liebe betrifft: wisse, wer sich in der gegenseitigen Liebe auszeichnet, der ist der Göttlichen Majestät lieber. … Und so wird er diese ansteckende Krankheit vermeiden, die der Liebe entgegengesetzt ist: Missgunst, Hass, Groll, Rivalität, Argwohn, Verleumdung, eine andere ausschließende Zuneigung, Antipathie, Eifersucht, geheime Anschuldigung, Verhöhnung, Getuschel, Beschimpfung, Ärgernis, Ehrgeiz, Verachtung anderer, Aufruhr, Hetzerei, Klagen, Streit. Da er die Ruhe des eigenen Geistes wahren wird, wird der eifrige Hüter der Liebe auch große Sorge darauf verwenden, die Ruhe der anderen und des ganzen Hauses zu wahren. … Gedenke der Liebe der frühen Kirche, über die der Verfasser der Apostelgeschichte sagt: Die Gemeinde der Gläubigen war eine Herz und eine Seele.(Apostelgeschichte 4, 32)
5. Du solltest immer bedacht sein auf die Werkle der Gnade, die, wenn sie den Gliedern erwiesen werden, Christus dem Haupt erwiesen werden. Bei allen Gelegenheiten sollst du es nicht vernachlässigen, auch den Außenstehenden jede nur mögliche Liebe zu erweisen. Du sollst nicht nur diejenigen, die dir gegenüber wohlwollen sind, mit ergebener Liebe begegnen, sondern ebenso den Gegnern und Feinden, die zu lieben der Herr uns geboten hat. Nur diese Werke werden beim Endgericht triumphieren.

Quelle: Stanislaus Papczynski: The rule of life. Documents of Marian History an Spirituality. Stockbridge, Massachusetts 1980, S. 12f; eigene Übersetzung

Zitate von Stanislaus Papczyński:

Dein fortwährendes inneres Schweigen wird in Folgendem bestehen: darin, dass du den gegenwärtigen Gott anerkennst, verehrst und preist, und so wirst du unter seinen Augen bescheiden, gläubig und fromm wandeln, ein Verhalten, wie es sich für Diener ziemt in der Gegenwart ihres Meisters. Bemühe dich, Gott zu betrachten in allen Geschöpfen und nicht nur in euch selbst, da wir in ihm leben, uns bewegen und sind (vgl. Apostelgeschichte 17, 28). So wird er niemals aus deinem Bewusstsein schwinden.
In einer Kirche, oder sooft du dich in einer Kapelle befindest, stell dir vor, du wärest im Himmel.
Sei dir immer der Göttlichen Gegenwart bewusst und dass der Engel über dich wacht! Sei nie untätig, sondern immer beschäftigt, sei es mit Lesen oder Schreiben oder Beten oder mit sonst einem nützlichen Werk!

Quelle: Stanislaus Papczynski: The rule of life. Documents of Marian History an Spirituality. Stockbridge, Massachusetts 1980, S. 18 - 20; eigene Übersetzung

zusammengestellt von Abt em. Dr. Emmeram Kränkl OSB,
Benediktinerabtei Schäftlarn,
für die Katholische SonntagsZeitung





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Autor: Joachim Schäfer - zuletzt aktualisiert am 29.09.2020

Quellen:
• https://de.wikipedia.org/wiki/Stanislaus_Papczy%C5%84ski

korrekt zitieren: Joachim Schäfer: Artikel
Die Deutsche Nationalbibliothek verzeichnet das Ökumenische Heiligenlexikon in der Deutschen Nationalbibliografie; detaillierte bibliografische Daten sind im Internet über http://d-nb.info/1175439177 und http://d-nb.info/969828497 abrufbar.








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