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Ökumenisches Heiligenlexikon

Viktrizius Weiß

Gedenktag katholisch: 8. Oktober

Name bedeutet: der Siegende (latein.)

Priester, Ordensprovinzial
* 18. Dezember 1842 in Eggenfelden in Bayern
† 8. Oktober 1924 in Vilsbiburg in Bayern


Anton Nikolaus Weiß wurde 1866 zum Priester geweiht, 1875 trat er dem Kapuzinerorden bei und nahm den Ordensnamen Viktrizius an. Aufgabe des promovierten Theologen war zunächst die Erziehung der Ordensjugend. Er wirkte dann 15 Jahre als Ordensprovinzial und bewirkte ein Aufblühen des Ordens und die Gründung neuer Klöster in Bayern. Dann ging er zur Missionsarbeit nach Chile. Nach seiner Rückkehr förderte er die kirchliche Presse und arbeitete als Exerzitienmeister, in allem immer ein Vorbild im Ordensleben. Trotz Krankheiten wirkte er ab 1908 bis zu seinem Tod als Seelsorger in Vilsbiburg.

Kanonisation: Der Seligsprechungsprozess ist schon weit fortgeschritten.

Worte von Viktrizius Weiß

Weiß führte ein geistliches Tagebuch. Darin schrieb er unter dem 12. Oktober 1872:

Du musst alle Menschen lieben wegen Gott, auch deine Eltern und Geschwister, insofern sie dir von Gott empfohlen sind. Das muss der Grund, das Maß der Liebe sein. Wenn jemand eine hohe Stelle hat oder sonst Vorzüge besitzt, natürliche Liebenswürdigkeit usw., so musst du dich dadurch nicht zur Liebe bestimmen lassen, denn das wäre eine sinnliche oder eigennützige Liebe des Nächsten. Darum musst du ebenso freundlich, ja noch freundlicher diejenigen behandeln, welche diese Vorzüge nicht besitzen, und dich ja überwinden, wenn etwa natürlicher Ekel oder Abneigung dich anfällt oder Ungeduld. … Bedenke, dass auf diese Leute ein freundliches Wort denselben günstigen Einfluss macht und sie zum Guten ermuntert wie auf dich.

Einen Tag später schrieb er:
Ein Hindernis der Liebe Gottes bilden die Menschen, insofern ich ihre Liebe suche und wünsche. Nur eine Liebe, die übernatürlich um Gottes willen ist, darf ich verlangen. Das ist aber keine sinnliche und sentimentale, sondern der Wille, mein wahrhaft Bestes zu fördern oder nicht zu hindern. Diese Liebe wirst du stets in deiner Umgebung finden. Eine Unaufmerksamkeit, ja selbst eine Zurücksetzung würde nicht den Mangel jener Liebe konstatieren, eher das Gegenteil, da ja auch Gott diejenigen züchtigt, die er liebt. Sei daher nicht so empfindlich! Bei den Untergebenen kannst du wohl Liebe anstreben, insofern du auf diese Weise eher gehört wirst und deine Wirksamkeit erleichtert wird. Es muss das aber nur ein Mittel sein für den Dienst Gottes, nicht etwa eine Befriedigung deiner Eigenliebe und Sentimentalität. Bedenke, dass du besonders dazu geneigt bist, weil du selbst nichts hast, worauf deine Eigenliebe sich stützen kann, so dass sie wohl in diesem Wohlwollen gegen dich ruhen möchte. Du musst deshalb erstens nicht traurig werden, wenn dein Bemühen oder freundliches Entgegenkommen nicht gewürdigt wird, sondern auf Kälte stößt. Zweitens nie etwas Unerlaubtes tun, um die Liebe nicht zu verlieren, also keine Unwahrheit und Ummäntelung der Wahrheit, wenn auch Schonung. Bedenke immer, dass es viel besser für dich ist, wenn dich Gott liebt, als wenn du bei den Menschen in Gunst stehst und bei Gott nur geringe oder gar keine Verdienste hast.

Und wieder einen Tag später hielt er fest:
Das Lob ist eigentlich das feinste Gut, das uns die Welt zu bieten vermag. Darum lassen sich auch von ihm viele berücken, die dem Geld oder der Sinnlichkeit tapfer widerstanden haben. … Wie schnell geht das Lob vorbei. Beim Tod ist aller Genuss davon für dich verloren. Christus, der Herr, hat kein Lob der Welt und keine Hochachtung derselben genossen. Das Haschen nach Lob bringt oft unvermerkt zum Verleugnen der Gesinnung. Denke an Petrus, denke an dich selbst! Es verdirbt alles Gute. Daraus folgt: Rede nie etwas, um Lob zu erhalten! Wenn du solches erhalten, bleibe gleichgültig! Gestehe, wenn tunlich, deine Schwäche ein! Bedenke auch, welch einfältige Figur du spielst, wenn irgendein Lob dich zu selbstbefriedigendem Lächeln treibt!

Quelle: P. Edilbert Lindner: P. Viktrizius Weiß. Doktor der Theologie und langjähriger Provinzial der bayerischen Kapuziner. Altötting 1974, S. 54 - 57

Zitate von Viktrizius Weiß:

Quod vixi, tege! Quod vivam, rege! – Was ich gelebt habe, decke zu! Was ich noch leben soll, das lenke du!
Du musst nach Heiligkeit trachten. Mittelmäßigkeit ist nicht dein Beruf.
Ist die Sache von Gott, dann wird sie bestehen, ist sie aber nicht von Gott, dann wird sie nicht bestehen.
O Herr, gib mir etwas von deiner Barmherzigkeit! Wahrlich, ein Tropfen dieses liebevollen Erbarmens ist mehr wert als ein Topf voller Gelehrsamkeit.
Ist die Sache von Gott, dann wird sie bestehen, ist sie aber nicht von Gott, dann wird sie nicht bestehen.
O Herr, gib mir etwas von deiner Barmherzigkeit! Wahrlich, ein Tropfen dieses liebevollen Erbarmens ist mehr wert als ein Topf voller Gelehrsamkeit.

Von Pater Viktrizius im Alter oft gebetet:
O Gott, der du uns zum Sterben verurteilt hast, aber die Stunde und den Augenblick des Todes uns verborgen hast; verleihe, dass ich in Gerechtigkeit und Heiligkeit alle Tage meines Lebens zubringe und dadurch verdienen möge, in deiner heiligen Liebe aus dieser Welt zu scheiden. Durch die Verdienste unseres Herrn Jesus Christus, der mit dir lebt und regiert in Einigkeit des Heiligen Geistes. Amen.

Quelle: P. Edilbert Lindner: P. Viktrizius Weiß. Doktor der Theologie und langjähriger Provinzial der bayerischen Kapuziner. Altötting 1974, S. 57f, 67, 187, 196

zusammengestellt von Abt em. Dr. Emmeram Kränkl OSB,
Benediktinerabtei Schäftlarn,
für die Katholische SonntagsZeitung

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Autor: Joachim Schäfer - zuletzt aktualisiert am 11.10.2019

Quellen:
• Vera Schauber, Hanns Michael Schindler: Heilige und Patrone im Jahreslauf. Pattloch, München 2001

korrekt zitieren: Joachim Schäfer: Artikel
Die Deutsche Nationalbibliothek verzeichnet das Ökumenische Heiligenlexikon in der Deutschen Nationalbibliografie; detaillierte bibliografische Daten sind im Internet über http://d-nb.info/1175439177 und http://d-nb.info/969828497 abrufbar.