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Ökumenisches Heiligenlexikon

Wilhelm von Champeaux

französischer Name: Guillaume
latinisiert: Guillelmus de Campellis / Campellensis
Beiname: Venerabilis

Gedenktag katholisch: 25. Januar

Name bedeutet: Wille und Schutz (althochdt.)

Klostergründer in Paris, Bischof von Châlons-sur-Marne
* um 1070 in Champeaux bei Melun in Frankreich
† 18. (?) Januar 1121 in Châlons-sur-Marne, heute Châlons-en-Champagne in Frankreich


Nach dem Studium lehrte Wilhelm ab 1098 selbst Rhetorik, Dialektik und Theologie an der Schule der Kathedrale Notre Dame in Paris; 1103 wurde er dort Kanoniker. Unter seinen Studenten war Petrus Abaelardus. 1107 nahm Wilhelm am KonzilSynode (altgriech. für Zusammenkunft) bezeichnet eine Versammlung in kirchlichen Angelegenheiten. In der alten Kirche wurden "Konzil" und "Synode" synonym gebraucht. In der römisch-katholischen Kirche sind Synoden Bischofsversammlungen zu bestimmten Themen, aber mit geringerem Rang als Konzile. In evangelischen Kirchen werden nur die altkirchlichen Versammlungen als Konzile, die neuzeitlichen Versammlungen als Synode bezeichnet. in Troyes teil. Neben seiner normalen Lehrtätigkeit zog Wilhelm sich noch im selben Jahr mit einigen seiner Schüler in eine alte, verlassene ehemalige Klosterzelle nahe der Kapelle St-Victor zurück; daraus wuchs das Kloster St-Victor. 1113 wurde er mit Unterstützung seines Förderers, König Ludwig VI., Bischof von Châlons-sur-Marne.

1115 bestätigte er Bernhard als Abt des in Clairvaux - im heutigen Longchamp-sur-Aujon - gegründeten neuen Klosters und weihte ihn zum Priester, Nach anfänglichen Sympathien für den neu entstehenden Zisterzienserorden kritisierte Wilhelm zunehmend deren Eifer und Strenge und bevorzugte nun die Reformen von ClunyDie Reformen von Cluny gingen im 10. Jahrhundert aus vom Benediktinerkloster Cluny in Burgund. Ziel war die strenge Beachtung der Benediktinerregel und Vertiefung der Frömmigkeit des einzelnen Mönches sowie eine neue Gewissenhaftigkeit bei der Feier des täglichen Gottesdienstes. Die Klosterwirtschaft sollte selbständig zum Erhalt des Klosters dienen können und die Klöster aus dem Herrschaftsanspruch der weltlichen Herren aber auch der Bischöfe herausgenommen und direkt dem Schutz des Papstes unterstellt werden.. Als Bischof erließ Wilhelm die Champagner-Charta; in diesem Erlass bestätigte er den Besitz von Landwirtschaft und Weinbergen der Abtei Saint-Pierre-aux-Monts in Châlons an verschiedenen Orten der Champagne, daraufhin wuchsen und gediehen die Weinberge in der Champagne, der Erlass wird als Gründungsakt der Weinberge in der Champagne und somit des Champagners angesehen.

Im Investiturstreit stellte Wilhelm sich auf die Seite von Papst Calistus II. und vertrat ihn mehrmals als Legat, so 1119 auf der SynodeSynode (altgriech. für Zusammenkunft) bezeichnet eine Versammlung in kirchlichen Angelegenheiten. In der alten Kirche wurden "Konzil" und "Synode" synonym gebraucht. In der römisch-katholischen Kirche sind Synoden Bischofsversammlungen zu bestimmten Themen, aber mit geringerem Rang als Konzile. In evangelischen Kirchen werden nur die altkirchlichen Versammlungen als Konzile, die neuzeitlichen Versammlungen als Synode bezeichnet. in Mouzon in den Ardennen, wo er eine wichtige Rolle spielte als Vermittler zwischen dem Papst und Kaiser Heinrich V. Wilhelm wurde in der Kathedrale in Châlons-sur-Marne bestattet.

Erhalten von Wilhelms Werken sind nur ein Fragment über die EucharistieDie Eucharistie - von griechisch „ευχαριστειν, Dank sagen” - vergegenwärtigt das heilvolle Sterben Jesu Christi. Die Römisch-Katholische, die Orthodoxe und die Anglikanische Kirche nennen diese Mahlfeier im Anschluss an 1. Korintherbrief 11, 24 Eucharistie, die Evangelischen Kirchen sprechen von „Abendmahl” im Anschluss an Markusevangelium 14, 17 und 1. Korintherbrief 11, 23., die Moralia a brevi, kurzgefasste Morallehre, und De Origine Animae, Über den Ursprung der Seele. Hierin vertritt er, dass ungetauft gestorbene Kinder notwendigerweise verdammt werden, weil ihre Seele durch die Rohheit des Körpers verunreinigt ist. Entdeckt wurden auch Fragmente der Schriften De Essentia Dei, Vom Wesen Gottes und De Substantia Dei, Vom Sein Gottes; zugeschrieben wird ihm ein Liber Sententiarum, eine Sammlung von Lehrsätzen über Ethik und Bibelexegese. Wilhelm gilt als Begründer des radikalen Realismus, wonach die Dinge unabhängig vom menschlichen Geist oder ihrem konkreten Vorhandensein existieren, also die Ideen wirklich und entscheidend sind; dieses Denken ist dem Realismus Platons nahe. Wilhelms Gegenspieler in dieser Frage, dem Universalienstreit, war sein Schüler Petrus Abaelardus, der die These vertrat, nur die Einzeldinge seien wirklich, sie werden dann mit Begriffen verallgemeinert und festgehalten. Wilhelm selbst relativierte später seine Position; fraglos setzt sich Abaelard mit seiner Betonung der Bedeutung des Individiums durch.

Die Abtei St-Victor in Paris wurde in der Französischen Revolution 1790 geschlossen und 1811 zerstört, heute steht dort das Institut der Erdphysik und der Campus Jussieu.





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Autor: Joachim Schäfer - zuletzt aktualisiert am 03.02.2017

Quellen:
• https://fr.wikipedia.org/wiki/Guillaume_de_Champeaux

korrekt zitieren: Joachim Schäfer: Artikel
Die Deutsche Nationalbibliothek verzeichnet das Ökumenische Heiligenlexikon in der Deutschen Nationalbibliografie; detaillierte bibliografische Daten sind im Internet über http://d-nb.info/969828497 abrufbar.