Ökumenisches Heiligenlexikon

Anastasius Hartmann

Taufname: Joseph Alois

1 Gedenktag katholisch: 24. April

Name bedeutet: der Auferstandene (latein.)

Ordensmann, Apostolischer Vikar von Patna und von Bombay
* 24. Februar 1803 in Altwis, Ortsteil von Hitzkirch bei Luzern in der Schweiz
24. April 1866 in Patna in Bihar in Indien


Joseph Alois, ein Sohn der Bauersleute Joseph Hartmann und seiner Frau Barbara geb. Nietlisbach, trat 1821 im Kloster in Baden im Aargau mit dem Ordensnamen Anastasius dem Kapuzinerorden bei und wurde 1825 zum Priester geweiht. Er wirkte als Seelsorger, dann als Novizenmeister und Lehrer der Theologie im Kloster in Fribourg im Üechtland. 1829 hielt er bei der wegen Kindstötung durch das Schwert auf dem damaligen Hinrichtungsplatz in Luzern enthaupteten Elisabetha Müller die Standrede - die Predigt zur Erbauung und Ermahnung des Publikums. Seinem Wunsch, in die Mission im Ausland zu gehen, wurde schließlich stattgegeben und er kam 1843 nach Indien.

1845 ernannte Papst Gregor XVI. Anastasius Hartmann zum Apostolischen Vikar von Patna und Titularbischof von Derbe, die Bischofsweihe erfolgte 1846 in Agra im Bundesstaat Uttar Pradesh. 1849 wurde er zusätzlich Administrator des bedeutenden Vikariats Bombay mit Sitz in der Fort Chapel in der Meadows Street - der heutigen Nagindas Master Road - im heutigen Mumbai. Die indische Westküste war damals in einen Streit zwischen den historisch zuständigen portugiesischen Bischöfen und den später von Rom eingesetzten Apostolischen Vikaren verwickelt, der schließlich in einem Schisma gipfelte. Hartmann arbeitete daran, die von Rom unterstützte katholische Kirche in der wichtigen Stadt zu etablieren und errichtete neue Pfarreien und Schulen. 1850 gründete er den Bombay Examiner, die älteste, noch heute existierende katholische Zeitung Indiens. 1856 trat Hartmann aus gesundheitlichen Gründen von seinem Ämtern zurück und gin nach Europa, um dort für die Anliegen der indischen Kirche zu werben. Nachdem 1860 sein Nachfolger als Apostolischer Vikar von Patna aus gesundheitlichen Gründen zurücktrat, übernahm Hartmann trotz seiner krankheitsbedingten Einschränkungen dieses Amt wieder und amtierte bis zu seinem Tod in seinem Amtssitz im damaligen Waisenhaus im Stadtteil Kurji in Patna.

Ein 1906 einleiteter Seligsprechungsprozess für Anastasius Hartmann führte 1998 zur Anerkennung seines heroischen Tugendgrades und Verliehung des Titels Ehrwürdiger Diener Gottes durch Papst Johannes Paul II.





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Autor: Joachim Schäfer - zuletzt aktualisiert am 03.09.2026

Quellen:
• https://www.heiligen-3s.nl/heiligen/04/24/04-24-1866-anastasius.php - abgerufen am 03.09.2026
• https://de.wikipedia.org/wiki/Anastasius_Hartmann - abgerufen am 03.09.2026
• https://staatsarchiv.lu.ch/schaufenster/karten_stadtansichten/stadtansicht_schumacher - abgerufen am 03.09.2026

korrekt zitieren: Joachim Schäfer: Artikel
Die Deutsche Nationalbibliothek verzeichnet das Ökumenische Heiligenlexikon in der Deutschen Nationalbibliografie; detaillierte bibliografische Daten sind im Internet über https://d-nb.info/1175439177 und https://d-nb.info/969828497 abrufbar.