Gerhard I. von Fontenelle
französische Namen: Gérard, Giraud auch: Girald, Girald, Girard
Gedenktag katholisch: 29. November
Name bedeutet: der Speerstarke (althochdt.)
Gerhard war ein Schüler von Gerbert von Aurillac, der später als Silvester II. Papst wurde und dessen Schule an der Kathedrale in Reims damals eine der berühmtesten war. Er setzte seine Studien nach 990 fort bei Fulbert in Chartres, der auch eine sehr berühmte Schule gegründet hatte. Dann wurde Gerhard Benediktinermönch im damaligen Kloster in Lagny - dem heutigen Lagny-sur-Marne - bei Meaux und dann Prior im damaligen Priorat in Crépy - dem heutigen Crépy-en-Valois - an der Oise, das 1008 als Kloster Saint-Arnoul zur Abtei erhoben wurde. 1006 wurde Gerhard durch Richard II., dem Herzog der Normandie, als Abt ins Kloster Saint-Wandrille berufen.
Gerhard ließ die Kirche im Kloster Saint-Wandrille neu errichten, aber kurz nach der Fertigstellung wurde sie 1012 durch Blitzschlag zerstört; den Wiederaufbau leitete Gerhard umgehend ein, die Fertigstellung 1033 erlebte er aber nicht mehr. In seiner Zeit wurden die Gebeine von Wolfram (Oufran) aufgefunden und in einen silbernen Schrein gelegt. Gerhards Reformwille und Strenge stießen auf Widerstände, bis einer der Mönche ihn in der Nacht auf den ersten Adventssonntag im Schlaf ermordete.
Gerhard wurde am Eingang des von ihm errichteten Kapitelsaales im Kloster Saint-Wandrille ehrenvoll begraben. 1672 wurden seine Gebeine wiedergefunden nebst einer dabei befindlichen Inschrift, auf der seine Würde und seine Todesart verzeichnet stand.
Das Kloster in Lagny-sur-Marne wurde in der Französischen Revolution aufgelöst, die Gebäude wurden 1796 verkauft, die Kirche wurde Pfarrkirche. Auch das Kloster Saint-Arnoul in Crépy wurde in der Französischen Revolution aufgelöst, die Kirche liegt in Ruinen.
Das Kloster Fontenelle, das dann nach seinem Gründer und ersten Abt Wandregisil Saint-Wandrille genannt wurde, wurde 862 von den Wikinger zerstört, die Mönche flohen. Ab 960 wurde die Abtei wieder aufgebaut. 1562 wurde sie von Hugenotten geschändet und 1566 teilweise zerstört, dann verkauft, aber bald schon von Mönchen aus dem damaligen Kloster Jumièges wieder belebt. In der Französischen Revolution wurde die Abtei 1790 aufgelöst, die Mönche wurden vertrieben, die Gebäude verkauft. 1893 sorgte der Bischof von Rouen für den Erwerb des Geländes und der verbliebenen Gebäude, die 1894 wieder von Benediktinern bezogen wurden. 1969 wurde eine historische Zehntscheune auf das Klostergelände verlegt und zur neuen Abteikirche als Ersatz für die in Ruinen liegende historische Kirche.
Die Ruinen und die heutige Abteikirche im
Kloster Saint-Wandrille in Saint-Wandrille-Rançon
sind täglich von 5.15 Uhr bis 13 Uhr und von 14 Uhr bis 21 Uhr geöffnet, der Eintritt ist frei. Die Abteigebäude können nur im
Rahmen einer Führung besucht werden diese findet vom 21 März bis Ende Juni und im September täglich um 15.30 Uhr, im Juli und
August um 11.30 Uhr, 15 Uhr und 16 Uhr statt, die Gebühr beträgt 5 €. (2026)
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Autor: Joachim Schäfer
- zuletzt aktualisiert am 06.07.2026
Quellen:
• Vollständiges Heiligen-Lexikon …, 2. Band: E-H. Herausgegeben von Johann Evangelist Stadler, B. Schmid'sche
Verlagsbuchhandlung (A. Manz), Augsburg, 1861
• https://nominis.cef.fr/contenus/saints/9804/Saint-Giraud.html - abgerufen am 18.07.2023
• https://fr.wikipedia.org/wiki/Abbaye_Saint-Pierre_de_Lagny - abgerufen am 17.04.2026
• https://nominis.cef.fr/contenus/saints/9804/Saint-Giraud.html - abgerufen am 23.04.2026
• https://fr.wikipedia.org/wiki/Abbaye_Saint-Wandrille_de_Fontenelle - abgerufen am 18.06.2026
korrekt zitieren: Joachim Schäfer: Artikel
Die Deutsche Nationalbibliothek verzeichnet das Ökumenische Heiligenlexikon in der
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https://d-nb.info/1175439177 und https://d-nb.info/969828497 abrufbar.