Ökumenisches Heiligenlexikon

Goswin von Anchin

auch: Godvin

1 Gedenktag katholisch: 9. Oktober

Name bedeutet: der Freund des Goten (althochdt.)

Abt in Pecquencourt
* 1090Ende des 11. Jahrhunderts in Douai in Frankreich
9. Oktober 1165 im Kloster Anchin in Pecquencourt bei Douai in Frankreich


Goswin studierte an der Schule der damaligen Kathedrale Saint-Étienne in Paris und wurde dann Lehrer und Kanoniker in Douai. Um 1113 trat er im damaligen Kloster Anchin in den Benediktinerorden ein. Er war ein Verfechter der Reformen von ClunyDie Reformen von Cluny gingen im 10. Jahrhundert aus vom Benediktinerkloster Cluny in Burgund. Ziel war die strenge Beachtung der Benediktinerregel und Vertiefung der Frömmigkeit des einzelnen Mönches sowie eine neue Gewissenhaftigkeit bei der Feier des täglichen Gottesdienstes. Die Klosterwirtschaft sollte selbständig zum Erhalt des Klosters dienen können und die Klöster aus dem Herrschaftsanspruch der weltlichen Herren aber auch der Bischöfe herausgenommen und direkt dem Schutz des Papstes unterstellt werden., die er auch um 1120 im damaligen Kloster in Crespin bei Valenciennes, als Prior im Kloster Saint-Médard in Soissons und im Kloster an der Kirche Saint-Remi in Reims durchsetzte. 1030/31 wurde er Abt im Kloster Anchin, wo er das Kloster durch Erneuerung des evangeliumsgemäßen apostolischen Lebens reformierte.

Erhalten sind zwei Lebensgeschichten von Goswin.

Das Kloster Saint-Pierre in Crespin wurde 1802 unter Napoleon aufgelöst, übrig ist ein Tor und das Haus des Abtes, in dem heute Mietwohnungen sind. Die Abtei Anchin wurde während der Französischen Revolution unterdrückt und 1792 abgerissen, heute ist dort eine Schule mit Internat.

Ausführliche Informationen über Goswin gibt Werner Robl auf seiner Internetseite.

Die Krypta des ehemaligen Klosters Saint-Médard in Soissons kann im Sommer im Rahmen von Führungen besichtigt werden nach Voranmeldung unter Tel. 03 23 93 30 56, die Gebühr beträgt 5 €. (2022)
Die Kirche Saint-Remi in Reims ist täglich von 8.30 Uhr bis 19 Uhr - von November bis Februar nur bis 17 Uhr - geöffnet. (2026)



Autor: Joachim Schäfer - zuletzt aktualisiert am 19.05.2026

Quellen:

• Lexikon für Theologie und Kirche, begr. von Michael Buchberger. Hrsg. von Walter Kasper, 3., völlig neu bearb. Aufl., Bd. 4. Herder, Freiburg im Breisgau 1995
• https://fr.wikipedia.org/wiki/Abbaye_de_Crespin - abgerufen am 19.05.2026
• Infotafel am ehemaligen Kloster in Crespin

korrekt zitieren: Joachim Schäfer: Artikel
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