Ökumenisches Heiligenlexikon

Gundisalvus von Balboa

spanischer Name: Gonzalo,
auch: von Spanien, von Vallebona

1 Gedenktag katholisch: 13. April

Name bedeutet: der unverletzte Kämpfer (althochdt. - latein.)

Generalminister
* um 1255 in Balboa bei Ponferrada in Spanien
13. April (?) 1313 in Paris in Frankreich


Gundisalvus wurde Franziskaner-Minorit und zum Studium nach Paris an die Universität Sorbonne geschickt, wo er um 1297 den Magistergrad in Theologie erlangte und dann an der theologischen Fakultät lehrte, wobei er auch bedeutende Lehrer wie Thomas von Aquin oft kritisch hinterfragte. 1302/03 lieferte er sich eine heute berühmte Debatte mit dem Dominikaner „Meister” Eckart über das Verhältnis von Verstand und Willen und verteidigte den Vorrang des Willens und der Liebe vor dem Verstand. Gundisalvus betreute auch die ersten Studien von Johannes Duns Skotus, den er dann 1304 zu seinem Nachfolger ernannte.

1303 musste Gundisalvus - wie auch Johannes Duns Skotus - Frankreich verlassen, weil er den Aufruf von König Philipp IV. dem Schönen zu einem KonzilSynode (altgriech. für Zusammenkunft) bezeichnet eine Versammlung in kirchlichen Angelegenheiten. In der alten Kirche wurden "Konzil" und "Synode" synonym gebraucht. In der römisch-katholischen Kirche sind Synoden Bischofsversammlungen zu bestimmten Themen, aber mit geringerem Rang als Konzile. In evangelischen Kirchen werden nur die altkirchlichen Versammlungen als Konzile, die neuzeitlichen Versammlungen als Synode bezeichnet. gegen Papst Bonifatius VIII. missbilligt hatte. Er wurde Provinzial von Kastilien und 1304 Generalminister der Franziskaner-Minoriten; nun konnte er ins damalige Kloster des Cordeliers nach Paris zurückkehren. Als Generalministerforderte er eine strengere Einhaltung der Ordensregel, ging aber gegen die Spiritualen - ein Ordenszweig, der auch kollektiven Besitz, feste Gebäude, Geldbesitz und sogar theologische Buchbestände ablehnte - vor. Gundisalvus versuchte 1311/1312 auf dem Konzil von Vienne einen Kompromiss zu finden. Aber nachdem Papst Johannes XXII. 1317 die Positionen der Spiritualen zur Irrlehre erklärte, wurden die Spiritualen von der Inquisition verfolgt, 1318 wurden vier Spirituale auf dem Scheiterhaufen verbrannt. Reste der Bewegung überlebten bis 1328 im Untergrund als Fraticelli, Brüderzellen.





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Autor: Joachim Schäfer - zuletzt aktualisiert am 21.07.2026

Quellen:
• Vollständiges Heiligen-Lexikon …, 2. Band: E-H. Herausgegeben von Johann Evangelist Stadler, B. Schmid'sche Verlagsbuchhandlung (A. Manz), Augsburg, 1861
• https://fr.wikipedia.org/wiki/Gonzalve_d%27Espagne - abgerufen am 21.07.2026

korrekt zitieren: Joachim Schäfer: Artikel
Die Deutsche Nationalbibliothek verzeichnet das Ökumenische Heiligenlexikon in der Deutschen Nationalbibliografie; detaillierte bibliografische Daten sind im Internet über https://d-nb.info/1175439177 und https://d-nb.info/969828497 abrufbar.