Hunfried von Thérouanne
französisch: Humfroi, Unfroi, Omfroy
auch: Hunfrid, Humfrid, Huntfridus
Gedenktag katholisch: 8. März
mit anderen aus St-Bertin: 26. Oktober
Übertragung der Gebeine: 13. April
Auffindung der Gebeine: 16. August
Name bedeutet: der friedlich Kämpfende (althochdt.)
Hunfried war Mönch, möglicherweise auch Abt im damaligen
Kloster der
Benediktiner in Prüm in der Eifel, wohl 856 wurde er Bischof von
Thérouanne. Nach den Normanneneinfällen und der
Zerstörung von Thérouanne wollte er 861 sein Bistum aufgeben, was ihm Papst
Nikolaus I. aber verbot, er solle sich ins damalige
Kloster Sithiu im heutigen Saint-Omer zurückziehen.
Ab 864 war Hunfried dann zugleich Abt dieses Klosters bei Calais; 866 musste er dieses Amt aufgeben, weil König Karl der
Kahle
einen seiner engen Vertrauten in dieses Amt einsetzte.
1108 ließ Bischof Johannes I. von Warneton Hunfrieds Gebeine erheben und unter den Altar der damaligen Kathedrale von Thérouanne übertragen.
Das um 639 gegründete Bistum Thérouanne verschwand 1553, als Kaiser Karl V. die Stadt vernichtete; die offizielle Aufhebung erfolgte 1567. Von der Kathedrale und dem Bischofskomplex zeugen heute nur noch - sehr spärliche - Ausgrabungen. Seit 2009 gibt es wieder ein Titularbistum Thérouanne.
Im 11. Jahrhundert wurde das Kloster Sithiu nach Abt Bertin in Saint-Bertin umbenannt. Im 12. Jahrhundert wurde es dem Verband der Benediktinerklöster von Cluny angegliedert und reformiertDie Reformen von Cluny gingen im 10. Jahrhundert aus vom Benediktinerkloster Cluny in Burgund. Ziel war die strenge Beachtung der Benediktinerregel und Vertiefung der Frömmigkeit des einzelnen Mönches sowie eine neue Gewissenhaftigkeit bei der Feier des täglichen Gottesdienstes. Die Klosterwirtschaft sollte selbständig zum Erhalt des Klosters dienen können und die Klöster aus dem Herrschaftsanspruch der weltlichen Herren aber auch der Bischöfe herausgenommen und direkt dem Schutz des Papstes unterstellt werden.. Im Mittelalter stand es in hoher Blüte, seine Kirche war ein herausragendes Bauwerk der Gotik des 14. Jahrhunderts. 1791 wurde das Kloster in der Französischen Revolution aufgelöst und verfiel, die Steine wurden zum Bau des Rathauses verwendet. Heute sind Mauerreste erhalten und der Grundriss der Klosterkirche ist im Boden markiert.
Die spärlichen Ausgrabungen von
Kathedrale und Bischofskomplex in Thérouanne sind
verschlossen, sie können nach Voranmeldung beim Tourismusbüro in Thérouanne im Rahmen einer Führung besucht werden. (2026)
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Autor: Joachim Schäfer
- zuletzt aktualisiert am 06.06.2026
Quellen:
• Lexikon für Theologie und Kirche, begr. von Michael Buchberger. Hrsg. von Walter Kasper, 3., völlig neu bearb. Aufl.,
Bd. 5. Herder, Freiburg im Breisgau 1996
• https://fr.wikipedia.org/wiki/Humphroy_de_Th%C3%A9rouanne - abgerufen am 06.06.2026
• https://fr.wikipedia.org/wiki/Liste_des_%C3%A9v%C3%AAques_de_Th%C3%A9rouanne - abgerufen am 06.06.2026
• https://pop.culture.gouv.fr/notice/merimee/PA00132967 - abgerufen am 06.06.2026
korrekt zitieren: Joachim Schäfer: Artikel
Die Deutsche Nationalbibliothek verzeichnet das Ökumenische Heiligenlexikon in der
Deutschen Nationalbibliografie; detaillierte bibliografische Daten sind im Internet über
https://d-nb.info/1175439177 und https://d-nb.info/969828497 abrufbar.