Johannes der Bekenner
Gedenktag katholisch: 27. April
Gedenktag orthodox: 27. April
Name bedeutet: Gott ist gnädig (hebr.)
Johannes, Sohn von Theodorus und Gregoria, wurde im Alter von neun Jahren zur Erziehung ins Kloster gegeben. Sein
Lehrer schloss ihn ins Herz und nahm ihn 787 mit zum 2. Konzil von
Nicäa und später auch nach Konstantinopel, wo er ArchimandritEin Archimandrit (aus griech.„αρχή, Anfang” und „μάνδρα, Unterkunft”) ist in den östlichen und orthodoxen Kirchen der vorgeordnete Vorsteher eines oder mehrer Klöster, entsprechend etwa dem westlichen Erzabt. Er steht hierarchisch über dem Hegumen. Der Begriff wird auch als besonderer Ehrentitel für orthodoxe Priestermönche verwendet.
im damaligen Dalmatos-Kloster wurde, in dem
Johannes dann die Priesterweihe empfing. Kaiser Nikephorus I. entsandte Johannes dann 805 als Abt ins Kloster der
Katharoi
, das auf dem bithynischen Olymp - dem heutigen Berg
Uludağ - bei Bursa stand.
Nachdem der 813 zum Kaiser erhobene Leo V. der Armenier
mit der Bekämpfung der Verehrung der
Ikonen begonnen hatte, wurde das Kloster der Katharoi
im April oder Mai 815 von
Soldaten überfallen; die Mönche wurden zerstreut, das Kloster geplündert und Johannes wurde als Gefangener nach Konstantinopel
gebracht und im damaligen Großen Palast vor den
Kaiser geführt. Johannes verteidigte standhaft die Bilderverehrung, deshalb ließ Kaiser Leo ihn auspeitschen und drei Monate
lang ins Gefängnis werfen, wo Johannes drei Monate einsaß. Schließlich wurde er verbannt und in der Festung Pentadactylos
auf dem Berg Beşparmak Dağı nahe Baklan bei
Denizli 1 in Ketten gefangen gehalten. Dort schloss er sich
- zusammen mit anderen die Ikonen verehrenden Mönchen - den Appellen an, die
Theodor Studites 816 und 817 an den Papst
richtete. Im April 817 musste Johannes erneut vor dem Kaiser und dem 815 ins Amt gekommenen, ebenfalls bilderfeindlichen
Patriarchen Theodotos I. Kassiteras
von
Konstantinopel erscheinen; er leistete erneut
Widerstand gegen die Bilderfeinde und wurde deshalb im Juni 819 erneut verbannt in die Festung Kritarotero im
Pentadaktylos-Gebirge - nahe dem heutigen Sivrihisar
bei Eskişehir. Nachdem 820 Michael II. der Stotterer
Kaiser geworden war, konnte Johannes immerhin bis nach
Chalkedon - dem heutigen Stadtteil Kadıköy in
Ístanbul - zurückkehren, durfte aber die Stadt nicht betreten. Als Michaels Sohn Theophilos 829 Kaiser wurde und eine neue
Offensive gegen die Bilderverehrung startete, versuchte Johannes wieder, ikonenfreundlichen Mönche um sich zu scharen. Er wurde
daher von Patriarch Johannes VII. Grammatikos, der den ikonenfeindlichen Kaiser unterstützte, erneut verbannt, diesmal auf
die Insel Aphousia, wo er starb.
1 ▲ Die Festung Pentadactylos stand nicht nahe Apamea in Bithynien - dem heutigen Mudanya -, wie meist fälschlich zu lesen, sondern in der Gegend von Apameia Kibotos in Phrygien.
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Autor: Joachim Schäfer
- zuletzt aktualisiert am 03.11.2026
Quellen:
• Vollständiges Heiligen-Lexikon …, 3. Band: [I]K-L. Herausgegeben von Johann Evangelist Stadler, B. Schmid'sche
Verlagsbuchhandlung (A. Manz), Augsburg, 1869
• https://www.santiebeati.it/dettaglio/51040 - abgerufen am 03.11.2026
• https://anastpaul.com/2023/04/27/saint-of-the-day-27-april-saint-john-of-kathara-c770-c835-priest-abbot - abgerufen am 03.11.2026
• https://dergipark.org.tr/en/download/article-file/5646631 - abgerufen am 03.11.2026
• https://www.cambridge.org/core/books/abs/literary-circles-in-byzantine-iconoclasm/bibliography/9E1D4FCED56C9E6197023B3ADB1003BE
- abgerufen am 03.11.2026
korrekt zitieren: Joachim Schäfer: Artikel
Die Deutsche Nationalbibliothek verzeichnet das Ökumenische Heiligenlexikon in der
Deutschen Nationalbibliografie; detaillierte bibliografische Daten sind im Internet über
https://d-nb.info/1175439177 und https://d-nb.info/969828497 abrufbar.