Wilhelm von Champeaux
französischer Name: Guillaume
latinisiert: Guillelmus de Campellis / Campellensis
Beiname: Venerabilis
Gedenktag katholisch: 25. Januar
Name bedeutet: der willensstarke Schützer (althochdt.)
Wilhelm wurde in seiner Jugend wohl beeinflusst von den Nonnen, die in dem von Fara gegründeten damaligen Kloster - an der Stelle der Kollegiatskirche, denn das Kloster wurde zu Beginn des 12. Jahrhunderts in eines für Kanoniker umgewandelt. Nach dem Studium wurde er zum Priester geweiht und lehrte ab 1098 selbst Rhetorik, Dialektik und Theologie in der Schule an der damaligen Kathedrale Saint-Étienne in Paris; 1103 wurde er dort Kanoniker. Unter seinen Studenten war Petrus Abaelardus. 1107 nahm Wilhelm am KonzilSynode (altgriech. für Zusammenkunft) bezeichnet eine Versammlung in kirchlichen Angelegenheiten. In der alten Kirche wurden "Konzil" und "Synode" synonym gebraucht. In der römisch-katholischen Kirche sind Synoden Bischofsversammlungen zu bestimmten Themen, aber mit geringerem Rang als Konzile. In evangelischen Kirchen werden nur die altkirchlichen Versammlungen als Konzile, die neuzeitlichen Versammlungen als Synode bezeichnet. in Troyes teil. Neben seiner normalen Lehrtätigkeit zog Wilhelm sich 1108 mit einigen seiner Schüler in eine alte, verlassene ehemalige Klosterzelle nahe der damaligen Kapelle Saint-Victor zurück; daraus wuchs das ehemalige Kloster Saint-Victor - an der Stelle des heutigen Instituts für Geophysik der Sorbonne und der Place Jussieu. 1113 wurde er mit Unterstützung seines Förderers König Ludwig VI. Bischof von Châlons-sur-Marne.
1115 bestätigte Wilhelm Bernhard als Abt des in Clairvaux - dem
heutigen Ortsteil von Ville-sous-la-Ferté bei Troyes - gegründeten neuen
Klosters und weihte ihn zum Priester. Nach
anfänglichen Sympathien für den neu entstehenden Zisterzienserorden kritisierte
Wilhelm zunehmend deren Eifer und Strenge und bevorzugte nun die Reformen von ClunyDie Reformen von Cluny gingen im 10. Jahrhundert aus vom Benediktinerkloster Cluny in Burgund. Ziel war die strenge Beachtung der Benediktinerregel und Vertiefung der Frömmigkeit des einzelnen Mönches sowie eine neue Gewissenhaftigkeit bei der Feier des täglichen Gottesdienstes. Die Klosterwirtschaft sollte selbständig zum Erhalt des Klosters dienen können und die Klöster aus dem Herrschaftsanspruch der weltlichen Herren aber auch der Bischöfe herausgenommen und direkt dem Schutz des Papstes unterstellt werden..
Als Bischof erließ Wilhelm die Champagner-Charta
; in diesem Erlass bestätigte er den Besitz von Landwirtschaft und
Weinbergen der damaligen Abtei Saint-Pierre-aux-Monts
in Châlons an verschiedenen Orten der Champagne, daraufhin wuchsen und gediehen die Weinberge in der
Champagne, der Erlass wird als Gründungsakt der Weinberge in der
Champagne und somit des Champagners angesehen.
Im Investiturstreit stellte Wilhelm sich auf die Seite von Papst Calistus II. und vertrat ihn mehrmals als Legat, so 1119 auf der SynodeSynode (altgriech. für Zusammenkunft) bezeichnet eine Versammlung in kirchlichen Angelegenheiten. In der alten Kirche wurden "Konzil" und "Synode" synonym gebraucht. In der römisch-katholischen Kirche sind Synoden Bischofsversammlungen zu bestimmten Themen, aber mit geringerem Rang als Konzile. In evangelischen Kirchen werden nur die altkirchlichen Versammlungen als Konzile, die neuzeitlichen Versammlungen als Synode bezeichnet. in Mouzon in den Ardennen, wo er eine wichtige Rolle spielte als Vermittler zwischen dem Papst und Kaiser Heinrich V.
Wilhelm wurde in der Kathedrale in Châlons-sur-Marne bestattet.
Erhalten von Wilhelms Werken sind nur ein Fragment über die EucharistieDie Eucharistie - von griechisch „ευχαριστειν, Dank sagen” - vergegenwärtigt das heilvolle Sterben Jesu Christi.
Die Römisch-Katholische, die Orthodoxe und die Anglikanische Kirche nennen diese Mahlfeier im Anschluss an 1. Korintherbrief 11, 24 Eucharistie, die Evangelischen Kirchen sprechen von „Abendmahl” im Anschluss an Markusevangelium 14, 17 und 1. Korintherbrief 11, 23.,
die Moralia a brevi
, kurzgefasste Morallehre
, und De Origine Animae
, Über den Ursprung der Seele
.
Hierin vertritt er, dass ungetauft gestorbene Kinder notwendigerweise verdammt werden, weil ihre Seele durch die Rohheit des
Körpers verunreinigt ist. Entdeckt wurden auch Fragmente der Schriften De Essentia Dei
, Vom Wesen Gottes
und
De Substantia Dei
, Vom Sein Gottes
; zugeschrieben wird ihm ein Liber Sententiarum
, eine Sammlung von
Lehrsätzen über Ethik und Bibelexegese. Wilhelm gilt als Begründer des radikalen Realismus
, wonach die Dinge
unabhängig vom menschlichen Geist oder ihrem konkreten Vorhandensein existieren, also die Ideen wirklich und entscheidend
sind; dieses Denken ist dem Realismus Platons nahe. Wilhelms Gegenspieler in dieser Frage, dem Universalienstreit
,
war sein Schüler Petrus Abaelardus, der die These vertrat, nur die Einzeldinge seien wirklich, sie werden dann mit Begriffen
verallgemeinert und festgehalten. Wilhelm selbst relativierte später seine Position; fraglos setzt sich Abaelard mit seiner
Betonung der Bedeutung des Individiums durch.
Das Kapitel an der Kollegiatskirche in Champeaux wurde in der Französischen Revolution aufgehoben, die Kirche wurde Pfarrkirche. Die königliche Abtei Saint-Victor in Paris wurde ebenfalls in der Französischen Revolution 1790 geschlossen und 1811 zerstört, heute steht dort das Institut für Geophysik der Universität Sorbonne und die Place Jussieu.
Die
Kollegiatskirche in Champeaux ist täglich von
9 Uhr bis 18 Uhr geöffnet. (2026)
Die Kathedrale in Troyes ist von 1. April bis 31.
Oktober täglich von 9.30 Uhr bis 12.30 Uhr und von 14 Uhr bis 18 Uhr - im Winter nur bis 17 Uhr, sonntags nur nachmittags
- geöffnet. (2021)
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Autor: Joachim Schäfer
- zuletzt aktualisiert am 30.04.2026
Quellen:
• https://fr.wikipedia.org/wiki/Guillaume_de_Champeaux - abgerufen am 18.07.2023
• Infotafel in der Kollegiatskirche in Champeaux
• https://fr.wikipedia.org/wiki/Coll%C3%A9giale_Saint-Martin_de_Champeaux - abgerufen am 23.04.2026
korrekt zitieren: Joachim Schäfer: Artikel
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