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Ökumenisches Heiligenlexikon

Avitus von Vienne

Gedenktag katholisch: 5. Februar

Name bedeutet: der Großväterliche (latein.)

Erzbischof von Vienne
* um 460
† 518 (oder 525) in Vienne in Frankreich

Kartenskizze

Avitus entstammte einer vornehmen Familie im Umfeld des Kaisers Avitus und war zunächst als Beamter tätig. Wohl 494 wurde er Erzbischof von Vienne. Er bekämpfte mit Nachdruck den Arianismus, der im Königreich Burgund vorherrschte; sein Bemühen, König Gundobad vom Arianismus abzubringen, blieb erfolglos, aber er bekehrte den Thronerben, König Sigismund von Burgund, zum katholischen Glauben und bewog ihn zur Stiftung des Klosters am Grab von Mauritius in Agaunum - dem heutigen St-Maurice in der Schweiz. Avitus hielt 517 zur Festigung der katholischen Kirche das 1. burgundische KonzilSynode (altgriech. für Zusammenkunft) bezeichnet eine Versammlung in kirchlichen Angelegenheiten. In der alten Kirche wurden "Konzil" und "Synode" synonym gebraucht. In der römisch-katholischen Kirche sind Synoden Bischofsversammlungen zu bestimmten Themen, aber mit geringerem Rang als Konzile. In evangelischen Kirchen werden nur die altkirchlichen Versammlungen als Konzile, die neuzeitlichen Versammlungen als Synode bezeichnet. in Epaone - dem heutigen Albon bei Vienne - ab. Avitus war überzeugt, dass die katholische Kirche den Fortbestand der alten Einheit eher sichern könne als die Institutionen des zerfallenen Imperium Romanum, deshalb unterstützte die Vorrangstellung des Papstes und mühte sich um die Beendigung des west-östlichen Schismas.

Statue in der Kirche in St-Avit im Département Drôme

Statue in der Kirche in St-Avit im Département Drôme

Avitus wandte sich gegen den Semipelagianismus und die Irrlehren von Eutyches. Das biblische Epos De spiritalis historiae gestis, Dokumente über die Ereignisse der geistlichen Geschichte schildert in fünf Büchern die Schöpfung, den Sündenfall mit Gottes Richterspruch und dem Verlust des Paradieses, die Sintflut sowie den Durchzug durch das Rote Meer. Hinzu kam als sechstes Buch das Gedicht De virginitate, von der Jungfräulichkeit. Rund 80 nachgelassene Briefe sind wichtige Dokumente der kirchlichen und weltlichen Geschichte der Jahre 499 bis 518. Von den 34 bekannten Homilien sind drei ganz erhalten.

Avitus' Grab ist in der Kirche St-Pierre in Vienne, die schon im 19. Jahrhundert archäologisches Museum wurde.

Stadlers Vollständiges Heiligenlexikon

Catholic Encyclopedia

Schriften von Avitus gibt es online zu lesen in den Documenta Catholica Omnia.

Biographisch-Bibliographisches Kirchenlexikon

Das archäologische Museum in der Kirche St-Pierre ist zwischen April und Oktober täglich außer montags von 9.30 Uhr bis 13 Uhr und von 14 Uhr bis 18 Uhr, im Winter nur bis 17 Uhr und samstags und sonntags nur nachmittags geöffnet, der Eintritt beträgt 2,80 €. (2014)
Die Kathedrale in Vienne ist täglich von 8.30 Uhr bis 17 Uhr (im Sommer bis 18 Uhr) geöffnet. (2014)





Quellen:
• http://www.newadvent.org/cathen/02161c.htm
• Charlotte Bretscher-Gisinger, Thomas Meier (Hg.): Lexikon des Mittelalters. CD-ROM-Ausgabe. J.B. Metzler, Stuttgart / Weimar 2000